Auswirkungen von Antidepressiva auf kognitive Fähigkeiten

2 Antworten

Wie ich dieses Thema liebe. ^^

Schließlich waren kognitiv-steigende Antidepressiva genau die Art von Medikamenten, nach denen ich die ganze Zeit gesucht und gefragt habe - da "schlechte Stimmung durch Depressionen" mich gar nicht interessiert. Zwar habe ich stattdessen dauernd neue Neuroleptika bekommen, aber naja... -.-

Pauschal kann man dies nicht beantworten. Es gibt sowohl sedierende Antidepressiva, die die Leistungsfähigkeit einschränken können als auch stimulierende Antidepressiva in Richtung Ritalin & Co. - Welche sind dazwischen...

Es kommt auch darauf an wie schnell die Antidepressiva wirken. Die sedierende oder stimulierende (Neben-)Wirkung tritt bei ADs i.d.R. sofort ein. Die Stimmungsaufhellung, die erst nach Wochen geschieht, kann aber ebenso +Punkte bringen. Wie diese bei den jeweiligen Menschen wirkt ist ebenso eine gute Frage.

Antidepressiva können daher sowohl helfen als auch stören. Abseits der Wirkung auf die Stimmung!

Einige Antidepressiva haben gute Erfolge auf die kognitiven Fähigkeiten, jedoch dadurch weniger auf die Stimmung und umgekehrt. (Einige mit guter Antriebssteigerung aber schlechter Stimmungserhöhung haben so zu Suizidversuchen geführt, die ohne AD diese Leute nie geschafft hätten.) Ab da fängt "unethisch" seine persönliche Auswahl an

Es gibt eine Liste von Antidepressiva, die selbst ich nicht aufzählen kann, so den wichtigsten, von denen ich teilweise manche genommen habe bzw. nehme:

Stimulierende ADs:

  • Venlafaxin (gute Stimulierung - mittlere Stimmungsaufhellung)
  • Bupropion (gute bis sehr gute Stimulierung - leichte bis mittlere Stimmungsaufhellung)
  • Atomoxetin (sehr gute Stimulierung, Ritalinersatz - sehr schlechte Stimmungsaufhellung)
  • Flouxetin und vergleichbare SSRIs (mittlere bis schlechte Stimulierung - mittlere bis schlechte Stimmungsaufhellung)

Sedierende ADs:

  • Mirtazapin (schlechte Stimulierung - mittlere Stimmungsaufhellung)

Weder-noch ADs - sowohl stimulierend, als auch sedierend:

  • Valdoxan (schlechte bis mittlere Stimulierung - mittlere Stimmungsaufhellung - nur für Einschlafschwierigkeiten gedacht...)
  • Tianeptin (für [trockene] Alkoholiker und nach neurologischen Schäden durch Jahre anhaltenden, stressreichen, unipolaren Depressionen gedacht. Sehr gute Wirkung wenn kognitive Defizite durch depressiven Stress entstanden sind, die auch bei guter Stimmung bleiben. Ansonsten mittlere bis gute Stimulierung - leichte bis mittlere Stimmungsaufhellung)
  • Johanneskraut (jaja die Dosierung muss wirklich-wirklich hoch sein ^^ - ansonsten fast vergleichbar wie die SSRIs wie Flouxetin)

Alle Angaben sind Schätzungen und ohne Gewähr!

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Vielen Dank! Hat mir schon mal weitergeholfen! Die "kognitiven Defizite durch depressiven Stress" haben mich jetzt ein wenig erschreckt, aber da werd ich gleich mal recherchieren.

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Eine "echte" Depression ist eine so schwere Erkrankung, bei der man nicht auf Medikamente verzichten kann. Etwaige Nebenwirkungen müssen dann in Kauf genommen werden. Der "Gewinn" der erfolgreich behandelten Depression wird deutlich über den "Preis" etwaiger Nebenwirkungen liegen (wenn überhaupt welche auftreten).

Es muss also ganz klar bei Dir diagnostifiziert worden sein, dass eine schwere Depression vorliegt. Die Frage nach einer Behandlung mit einem Antidepressivum muss ganz klar vom Arzt mit "ja" beantwortet worden sein. Deswegen solltest Du auch unbedingt einen Facharzt aufgesucht haben.

Was jetzt die Zusatzfrage mit den Klausuren angeht: Das musst Du selbst wissen. Es ist bekannt, dass AD in den ersten Wochen die größten Nebenwirkungen haben. Aber bei einer schweren Depression gibt es keinen Aufschub, Du bist dann auf sofortige Einnahme angewiesen, sonst verlängert sich Dein Leiden nur.

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Besten Dank für die Antwort! Das wurde schon ordentlich diagnostiziert, glaube ich zumindest. Ich soll jetzt eigentlich nur noch zu einem Arzt, der halt auch AD verschreiben kann.

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@Marcel1981

Na, ein ganz normaler Diplom-Psychologe. Aber das hat auch langsam nichts mehr mit der Frage zu tun.

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