Auswirkung (s.unten) durch Napoleon auf die Deutschen (positiv oder negativ)?

1 Antwort

Vergrößert hat sich allein Frankreich. Preußen und Österreich mussten beachtlich große Gebiete aufgeben. Der Rheinbund wurde von Frankreich gegründet und war nur ein Vasallenkonstrukt. Nach den Kriegen vergrößerte sich ernsthaft nur das Gebiet des Russischen Reichs. Preußen z.B. erhielt zwar die Rheinprovinz und den Norden Sachsens, musste dafür aber das Kernland Polens an das Russische Reich abtreten. Den anderen deutschen Staaten ging es nicht anders. Die Gebiete wurden einfach getauscht. Bayern gab es übrigens bereits seit dem frühen Mittelalter und wurde nicht von Napoleon gegründet, ganz im Gegenteil: Napoleon löste die bayerische Souveränität auf und war verantwortlich für dessen aufgehen im Rheinbund. Nach dem Krieg hatte das Königreich Bayern von der Koalition wieder seine Unabhängigkeit erhalten. Auch ein deutscher Nationalgedanke bzw. ein deutsches Nationalgefühl entstand nicht durch Napoleon, sondern entwickelte sich bereits, wenn auch sehr langsam, seit Zeiten des Ostfrankenreichs. Durch die Napoleonischen Kriege wurde dieses Nationalgefühl jedoch in der Entwicklung immens und unvergleichlich beschleunigt. Das hat aber nicht direkt Napoleon zu verantworten, sondern die deutschen Aufständischen, die sich gegen die französische Fremdherrschaft erhoben haben. Der Nationalstaatengedanke wurde natürlich durch Napoleon weiter verbreitet, was den Prozess auch beschleunigte. Das kann als positiv betrachtet werden. Auch die französische Rechtssprechung hatte u.a. positiven Einfluss gehabt. Die Auswirkungen waren jedoch letztendlich eher negativ; man blicke auch darauf, dass insbesondere Deutsche von Napoleon in den Krieg geworfen wurden. Allgemein kann Krieg kaum als segensbringend betrachtet werden.

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