Auswirkung der Überfischung im Wirtschaftlichem ,gesellschaftlichen Bereich (und Umwelt)?

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1 Antwort

nerhalb der vergangenen 60 Jahre hat sich die
Menge des gefangenen Fisches vervierfacht - von 12,8 Millionen Tonnen im
Jahr 1950 auf 52,1 Millionen Tonnen im Jahr 2011. Addiert man auch die
Fänge von Garnelen, Muscheln oder Tintenfischen hinzu, ergeben sich noch
deutlich größere Fangmengen. Die jährliche marine Gesamtfangmenge liegt
seit circa zwei Jahrzehnten stets bei etwa 80 Millionen Tonnen,
berichtet die Welternährungsorganisation.

Die Folge: Der Bestand der großen Speise- und
Raubfische wie Thunfisch, Schwertfisch und Hai ist um 90 Prozent
zurückgegangen. Gerade die für die Fortpflanzung so wichtigen Altfische,
die durch ihre Größe viele Nachkommen zeugen könnten, fehlen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation gelten mehr als die Hälfte aller
Fischbestände als bis an die biologische Grenze befischt. Weitere 30
Prozent sind bereits völlig erschöpft. In den europäischen Fanggebieten
ist die Situation noch dramatischer: Hier gelten 47 Prozent der Bestände
als überfischt (Stand: 2012).

Dubiose Praktiken

Trotz immer ausgefeilterer Techniken wird in
vielen Punkten heute noch gefischt wie zu Urgroßvaters Zeiten. Bei
vielen Methoden wird kaum Rücksicht auf die Natur genommen. So sieht der
Fischer erst dann, was er im Netz hat, wenn der Fang sterbend an Bord
liegt. Fischt er mit feinen Netzen auf kleine Fische, sterben als
sogenannter Beifang allzu oft auch Jungfische größer werdender Arten,
ohne dass diese sinnvoll genutzt werden können.

Werden Netze über den Grund geschleppt, geraten
dort auch Krabben, Seesterne und andere Meerestiere hinein. Und was
nicht ins Netz gerät, weil es - wie etwa Muscheln - festsitzt, wird von
den Rollen der Netze oder den Metallketten, die zum Aufscheuchen am
Boden lebender Arten dienen, zerschlagen. In der Nordsee pflügen solche
Netze weite Bereiche bis zu dreimal jährlich förmlich um. Dadurch werden
Seegraswiesen und in tieferen Bereichen wertvolle Kaltwasserkorallen
zerstört - und damit auch die Kinderstuben der Jungfische.

Grundschleppnetze pflügen den Nordseeboden um

Wie viel Beifang genau ungenutzt wieder über Bord
geht, weiß man bis heute nicht. Viele Staaten liefern nach wie vor nur
sehr lückenhafte oder falsche Informationen über ihre Fischbestände und
Fangmengen. Schätzungen von Wissenschaftlern gehen von durchschnittlich
einem Drittel des Fanges aus. Beim Fischen von Scholle, Seezunge oder
Krabben werden weit mehr als die Hälfte der gefangenen Lebewesen wieder
ins Meer geworfen.

Hoffnungsschimmer am Meereshorizont

Jahrzehntelang wichen die Fischer auf immer neue,
weiter entfernte Fischbestände aus, um ihre Netze zu füllen. Doch dies
ist mittlerweile kaum mehr möglich, weil es  weltweit so gut
wie keine wenig befischten Gebiete mehr gibt. Nach Berechnungen des
UN-Umweltprogramms Unep ist spätestens 2050 weltweit keine kommerzielle
Fischerei mehr möglich - werden die Fischbestände nicht stärker
geschont. Würden wir unsere heimischen Wälder auf diese Weise ausnutzen,
lebten wir längst in einer baumarmen Steppe.

Das Ausmaß der Katastrophe wird langsam, aber
sicher auch der Politik und der Fischereiindustrie selbst bewusst. In
den vergangenen Jahren hat dies zu strengeren Schutzmaßnahmen geführt.
Vor allem bei der Tiefseefischerei vollzieht sich ein Wandel. Denn sie
ist in zweifacher Hinsicht problematisch. Zum einen vermehren sich die
Tiefseefischarten nur sehr langsam. Zum anderen schädigen die
Grundschleppnetze die empfindlichen Lebensräume in der Tiefsee stark.
Einige Staaten, wie Neuseeland und Australien, haben deshalb inzwischen
Schutzgebiete eingerichtet. Dort darf in der Tiefsee entweder gar nicht
mehr gefischt werden oder zumindest die Grundschleppnetzfischerei ist
verboten.

In der EU muss der Beifang drastisch gesenkt werden

In der Europäischen Union sieht eine im Frühjahr
2013 beschlossene Fischereireform vor, dass der Beifang in EU-Gewässern
von 30 Prozent auf fünf Prozent gesenkt wird. Außerdem sollen bis 2015
die Bestände auf ein Niveau gebracht werden, das das langfristige
Überleben der Fischarten sichert. Um eine nachhaltige Fischerei zu
gewährleisten, werden zudem die Fangquoten in der EU nicht mehr nur auf
ein Jahr festgesetzt. Stattdessen geben langfristig geplante Ziele den
Tieren eine echte Chance zur Erholung.

In der Nordsee scheint sich diese Strategie
bereits jetzt positiv ausgewirkt zu haben. Eine Studie des Hamburger
Thünen-Instituts zeigt: Die Bestände von 18 verschiedenen Fischarten
sind auf einem guten Niveau. Genauer: Die Menge an Fischen, die
Fischereien jährlich fangen, wird durch die Populationen selbst wieder
ersetzt. Im Jahr 2001 war dies nur bei fünf Arten der Fall. Zu den
Fischen, deren Bestand sich erholte, zählen Scholle, Seelachs und auch
Hering.

www.planet-wissen.de

 kannst ja mal auch noch unter wissen.de oder nabu.de schauen da gibts viele Artikel ;)

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