Auswanderung - Ist eine grobe Schätzung von in Deutschland erworbenen Rentenpunkten möglich?

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4 Antworten

Voraussetzung für eine Rente sind 60 Monate Pflichtbeiträge (also Arbeit als Arbeitnehmer) - und drv bund sagt Dir gerne auf Anfrage wieviele Punkte Du derzeit hast. Und das wiederum kann man in Rente umrechnen.

Wenn Du keinerlei weitere Pflichtbeiträge in D sammelst kannst Du mit 67 die Auszahlung Deiner Rentenbeiträge beantragen - weil Du bekommst ja keine Rente.

eddiefox 19.05.2017, 16:06

Hi,

vielen Dank für deine Antwort.

Es kann sein, dass das doch nicht so ganz stimmt. Also grundsätzlich schon, aber durch die Abkommen in Europa werden Beitragszahlungen im europäischen Ausland anscheinend berücksichtigt bzw. anerkannt.

Mir erscheint das sinnvoll, denn ansonsten würde jeder Auswanderer, der z.B. nach 4 Jahren Arbeit in Deutschland nach Spanien auswandert und dort weiterarbeitet, 4 Jahre Rentenanspruch verlieren. Das wäre sehr "uneuropäisch" und würde einen großen Teil der Mobilität in Europa ausbremsen.

Dank eurer Antworten konnte ich weiter recherchieren und habe folgende Information gefunden:

https://www.deutsche-im-ausland.org/absicherung-und-finanzen/sozialversicherung-im-ausland/rentenversicherung.html

Bei einem Umzug innerhalb der Europäischen Union (EU) entstehen bei der gesetzlichen Rentenversicherung keine Nachteile.
Für einen Arbeitnehmer werden auch zum Beispiel in Spanien zum dortigen Rentenversicherungsträger Beiträge gezahlt. Die Rentenbeiträge aus Deutschland und Spanien werden zusammen-gezählt. Das ist wichtig, um später überhaupt eine Rente zu bekommen. Denn in den einzelnen Ländern der EU muss der Arbeitnehmer unterschiedlich lange in die Rentenversicherung einzahlen. Um die Mindestbeitragszeit zu erreichen, werden alle Rentenbeiträge innerhalb der EU zusammengezählt.

Beispiel: Um in Deutschland mit 65 Jahren bzw. mit 67 Jahren eine
Altersrente zu bekommen, müssen mindestens 60 Monate Rentenbeiträge vorhanden sein. Dafür reicht es aus, wenn zum Beispiel in Deutschland 3 Jahre gearbeitet wurde und die restlichen 2 Jahre in Spanien Rentenbeiträge gezahlt wurden. Die Rentenzahlung selbst wird aber aus den Rentenzeiten der einzelnen Länder errechnet, und auch jeweils separat ausgezahlt.

Gruß

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Detlef32 19.05.2017, 16:38
@eddiefox

Sorry, mit Frankreich habe ich überlesen. Innerhalb der EU werden andere Beitragszeiten anerkannt.

Also Du kannst gerne in D 23 Monate arbeiten, in F 20 Jahre, in I 12 Monate usw.

Du bekommst entsprechend den Regeln der entsprechenden Ländern eine Rente zu jeweiligen Zeitpunkt. Also eine Teilrente aus D mit dem 67. und eine Teilrente aus I wannauchimmer und eine Teilrente aus F auchwannauchimmer.

Also 15 Monate "gut bezahlt" bedeutet bei z.B. 3.500 Euro monatlich ca. 1,3 Punkte pro Jahr also PimalDaumen 1,5 Punkte und 16 Monate Zivildienst vielleicht 0,5 Punkte - sagen wir mal 2 Punkte alles zusammen. Pro Punkt bekommst Du ca 30 Euro Rente monatlich also etwa 60 Euro monatliche Rente (steigt mit der Inflation mit).

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eddiefox 19.05.2017, 21:11
@Detlef32

Danke für dein PimalDaumen Beispiel. So eine Abschätzung ist genau das, wonach ich gesucht hatte.

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eddiefox 19.05.2017, 21:16
@Detlef32

P.S. Da ich mich auf eine nicht offizielle Quelle nicht verlassen wollte, habe ich weitergesucht und auf der DRV-Seite die Bestätigung gefunden:

Leben und Arbeiten in Europa, Broschüre 6. Auflage Stand 1.1.2017

Linkkürzel zu deutsche-rentenversicherung.de: https://goo.gl/i1cfAH

Zitat von Zeite 15:

Die Versicherungspflicht in einem Mitgliedstaat steht in diesem Zusammen- hang der Versicherungspflicht in Deutschland gleich. Die Möglichkeit der Beitragserstat­tung besteht nicht.

Haben Sie die Regelaltersgrenze erreicht, können Sie eine Erstattung beantragen. Allerdings nur dann, wenn Sie für weniger als fünf Jahre Beiträge gezahlt haben. Hinter dieser Regelung steckt der Gedanke, dass Sie mit weniger als fünf Beitragsjahren keinen Anspruch auf eine Rente haben.

Bitte beachten Sie:

Auf die fünf Jahre werden nach dem Europarecht auch die Versicherungszeiten in anderen Mitglied­staaten angerechnet.

und Seite 45:

Wir können Ihnen nur die Wirkung von Zeiten anderer Mitgliedstaaten in der deutschen Renten­berechnung erläutern. Wenn Sie wissen möchten, wie die deutschen Zeiten beispielsweise in Ihrer französischen, italienischen oder polnischen Rente wirken, wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Träger im Ausland. Gleich ist aber immer, dass fremde Zeiten wie die eigenen behandelt werden müssen.

Ich verstehe das so, dass das so ist wie du erklärt hast.

Nochmals vielen Dank.

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niente . 60 monate sind im deutschen system grundvoraussetzung .

Die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren gilt für die Regelaltersrente,
sofern auch das Renteneintrittsalter erreicht ist .


eddiefox 18.05.2017, 20:52

Hallo,

vielen Dank für deine Antwort.

Ich kannte das Stichwort "Regelaltersrente" nicht und habe nun mal nachgeschaut. Damit hätte ich echt nicht gerechnet.

Ein Verwandter von mir z.B. hat 2 Jahre in Frankreich gearbeitet und bekommt nun eine kleine Rente aus Frankreich. Von daher dachte ich, das sei "normal" - aus "eingezahlt" würde ein Rentenanspruch folgen.

Ich entdecke Seiten meines alten Heimatlandes, die mir nicht bekannt waren.

Gruß

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Kuestenflieger 18.05.2017, 22:53
@eddiefox

... ergänzung : in DK brauchte ich 36 monate für die pauschale Volksrente. angelegt auf 40 jahre  ist die untergrenze dann  3/40 ! svp.

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Ontario 19.05.2017, 06:15
@eddiefox

16 Monate und 1 1/2 Jahre Zivildienst reichen nicht für einen Rentenanspruch aus. Da wurde in den zurückliegenden Jahren einiges geändert. Teilweise werden auch Schulzeiten nicht mehr anerkannt. In anderen Ländern erwirbt man sich oft eher Rentenansprüche, auch bei kürzeren Zeiten in die man in die Sozialkasse einzahlt, als bei uns.

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eddiefox 19.05.2017, 11:52
@Ontario

Hallo,

danke für deine Antwort.

Ich habe hier folgenden Text gefunden

Quelle: https://www.deutsche-im-ausland.org

Bei einem Umzug innerhalb der Europäischen Union (EU) entstehen bei der gesetzlichen Rentenversicherung keine Nachteile. Für einen Arbeitnehmer werden auch zum Beispiel in Spanien zum dortigen Rentenversicherungsträger Beiträge gezahlt. Die Rentenbeiträge aus Deutschland und Spanien werden zusammengezählt. Das ist wichtig, um später überhaupt eine Rente zu bekommen. Denn in den einzelnen Ländern der EU muss der Arbeitnehmer unterschiedlich lange in die Rentenversicherung einzahlen. Um die Mindestbeitragszeit zu erreichen, werden alle Rentenbeiträge innerhalb der EU zusammengezählt.

Beispiel: Um in Deutschland mit 65 Jahren bzw. mit 67 Jahren eine Altersrente zu bekommen, müssen mindestens 60 Monate Rentenbeiträge vorhanden sein. Dafür reicht es aus, wenn zum Beispiel in Deutschland 3 Jahre gearbeitet wurde und die restlichen 2 Jahre in Spanien Rentenbeiträge gezahlt wurden. Die Rentenzahlung selbst wird aber aus den Rentenzeiten der einzelnen Länder errechnet, und auch jeweils separat ausgezahlt.

Macht der Text eine falsche Aussage?

Gruß

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Hallo,

wenn du in Deutschland nicht 60 Monate Pflichtversicherungsbeiträge in die DRV eingezahlt hast, dann hast du auch keine Ansprüche erworben.

Ab 60 Monate werden dann Altersrentenleistungen erst mit dem Regelrentenalter entsprechend deines Geburtsjahres fällig.

Beste Grüße

Dickie59

Küstenflieger hat recht.

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