Auswandern! Nur wie?

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4 Antworten

Ja! Planen ist immer gut. Ich plane nämlich nie, und ich muss hinterher immer ewig und drei Tage durch die Gegend hetzen weil nix organisiert ist.

Ein Tip zur Unterkunft:

Mieten werden häufig per "fortnight", also im 2-Wochen-Takt gezahlt (Gehälter übrigens auch), manchmal sogar wöchentlich. Die Kündigungsfristen und Mietkautionen sind dementsprechend kürzer/niedriger als in Deutschland (z.B. 6 Wochen Miete als Kaution anstelle von grundsätzlichen 3 Monats-Mieten).

Das heisst auch, dass Wohnungen schneller vermietet werden, Mieter oder Nachmieter werden nicht für in 3 oder 4 Monaten gesucht, sondern für übernächste Woche oder den kommenden Monat. Insofern kann es sich lohnen sich am Anfang irgendwo ein billiges Zimmer zu nehmen und dann vor Ort auf Wohnungssuche zu gehen. Da man innerhalb von kürzester Zeit wieder kündigen kann, legt man sich ja nicht gleich fest.

Noch eine Sache die ich in Deutschland nicht kenne ist ein Bedsit. Dass sind 1-Zimmer-Wohnungen ohne Bad oder Küche (Bad auf dem Flur, viele haben aber eine kleine Koch-Ecke). Kann am Anfang eine prima Alternative sein zu einem Zimmer im B&B, sowas muss man aber erstmal wissen.

Möblierte und halb-möblierte Wohnungen sind eher die Norm als die Ausnahme, gerade in Städten. Zumindest Bett, Tisch, Stuhl und Vorhänge sind meistens vorhanden, ebenso die Küche. Preislich unterscheidet es sich kaum (in London kann eine leere Wohnugn sogar teurer sein, weil der Vermieter dann ja erst noch seinen Krempel ausräumen und irgendwo lagern muss.)

Übrigens mögen es englische Vermieter überhaupt nicht, wenn man Löcher in die Wand macht, und es ist häufig ausdrücklich verboten. Das liegt an den sehr kurzen Kündigungs-Fristen - manchmal nur 14 Tage - , denn Wohnungen werden renoviert wenn es nötig wird oder der Vermieter Geld oder Laune hat, und nicht automatisch bei jedem Mieterwechsel.

Was mir noch einfällt ist das leidige Bank-Wohnung-hin-und-her:

Da es in England kein Einwohnermeldeamt und keine Personalausweise gibt, brauchst Du immer "Referenzen" mit denen Du beweisen kannst wer Du bist und wo Du wohnst. Meistens ist das eine utility bill die auf deinen Namen läuft und somit deine Adresse "ausweist" (also eine Strom-, Gas- oder Wasserrechnung).

Das Problem dabei:

  • der Vermieter möchte möglicherweise deinen Kontoauszug mit dem Gehalt sehen, damit er weiss dass Du ein geregeltes Einkommen hast und Dir die Miete leisten kannst.

  • die Bank möchte deinen Mietvertrag oder eine utility bill sehen, damit sie weiss dass Du überhaupt irgendwo wohnst.

Das ist ein bischen wie mit dem Huhn und dem Ei :-)

Vermeiden kann man das mit einem Auslandskonto, oder einem internationalen Girokonto dass Du "mitbringen" kannst. HSBC wirbt immer damit dass sie so flexibel ind international sind, aber deine Bank sollte Dich da beraten können.

Viel Glück!

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hi muhels - ich bin 1985 ausgewandert - eine meiner ersten stationen war england (london & brighton).

das wichtigste zurerst - beim auswandern geht grundsätzlich ALLES schief was schief gehen kann - wenn du dafür weder das finanzielle noch das seelische polster hast, dann lass es gut sein.

du kannst von einem engl. arbeitsgeber zwar einen sog. relocation support erfragen, doch solltest du dich erstmal erkundigen was die miete kostet, wieviel kaution zu hinterlegen ist, und dies nicht nur für die wohnung...

aus meinen erfahrungen kann ich dir nur raten, england erst einmal intensiv zu bereisen. denn ich bin mir nicht sicher ob du jetzt mit england tatsächlich NUR england meinst, oder du sprichst von groß britanien, also inkl. wales, schottland und nordirland.

die unterschiedlichen gegenden auf der insel können auch von der mentalität und sprache kaum unterschiedlicher sein. london kannst du dann auch nochmal komplett ausnehmen, denn diese stadt und sein umland hat mit england nur noch herzlich wenig zu tun.

die engländer sind oberflächlich sehr freundlich und weltoffen, wie bekannt haben sie ihre vorbehalte gegenüber deutsche, aber als frau hast du da sicher weniger probleme. wie gesagt - die mentalitäten sind extrem unterschiedlich und du solltest dir genau überlegen, welcher menschenschlag am ehesten zu dir passt.

das leben in england ist im grunde auch sehr eingleisig - arbeiten (falls du welche hast) und ab in den pub. wochendende fußball, ab und an mal ein hunde- oder dampfmaschinenfest ggg

jetzt das wichtigste - selbst wenn du sehr gutes englisch sprichst, wirst du erst einmal, je nach dem in welcher gegend du dann leben wirst, den lokalen akzent lernen müssen. der ist oft derart eigenartig, dass du im grunde wieder eine neue sprache lernen musst. natürlich kannst du dich mit den menschen unterhalten, aber im alltag wirst du wenige finden, die sich die mühe machen ständig mit dir schrift-englisch zu sprechen. das wird dich insbesondere dann betreffen, je geringer der bildungsgrad deines gegenüber angelegt ist.

england ist ein interessantes land, da es schon sehr mit seinen eigenarten durchsetzt ist. doch es gibt genügend soziale brennpunkte, wo auch das leben für eine frau sehr gefährlich sein kann. das sind andere verhältnisse dort als in deutschland.

mein tipp - suche dir erst einmal die gegend aus, wo du das gefühl hast, dort auch eine längerer zeit leben zu können. es gibt ja sehr reizvolle gebiete, ich würde nicht einfach dem erst besten arbeitsangebot nachreisen. wie sieht es denn mit den Jobangeboten in deiner branche aus?

halte dir eine option offen, wieder nach D zurück zu kehren - england wird schnell fade, und nicht nur wegen dem essen - und glaub mir, dass wirst du schnell vermissen - gutes essen...

tue dir selbst gleich einen gefallen - vergiss das du deutsche bist und glaube niemals das die engländer wegen dir dinge anders machen. als ordnungsliebender pendant mit dem hang zur typisch deutschen planungsmanie wirst du da kaum freunde finden. die klischees über deutsche werden insbesondere in england trefflichst gepflegt und glaub mir, die freuen sich absolut nicht, mit genau diesem typ deutschen tür and tür zu leben.

also - viel spass bei engl. breakfast, scottish eggs, lausigem essen, fish und chips, lausigem essen - pub leben, schrulligen menschen die sich selbst nicht so ernst nehmen - hab ich lausiges essen schont erwähnt? ggg

mach dich locker - nimms locker - egal was kommt.

wenn du schon anfängst zu krampfen, bevor es richtig losgeht, bleib zu hause. wenn du glaubst du kannst dein leben planen, dann bist du in england genauso gut aufgehoben wie in bukina faso - da gibt es nix zu planen - nimms wie es kommt -

auswandern sollten bestenfalls jene menschen, die schnell auf unvorgesehene situationen reagieren und mit improvisationsgabe in der neuen situation bestehen können

LG und alle Gute

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also ein wenig konkreter sollte deine planung schon sein -1-2 wochen werden nicht reichen um hier erfolgreich eine job zu finden.

also bewerbe dich weiterhin schriftlich -aber du musst damit rechnen auch mehrmals in einem groesseren abstand zu gespraechen eingeladen zu werden.

du soltest sehr gutes englsich sprechen, auch deine bewebungsunterlagen nd zeugnisse im perfekten englsich. ausserdem sollte man hier inengland eine referenz angeben -also personen, die positv zu dir stellung nehmen koennen -vorheriger chef. dozent etc...

fuer arbeiten im sozialen bereich bruacht du eine polizeiliches fuehrungszeugnis.(bitte auch in uebersetzung)

in england ist dier arbeitslosigkeit hoeher, also es wird an vielen stellen gekuerzt - im pflegerischer sozialarbeit sind stellen frei, in der jugendarbeit werden sie weiter gekuerzt. wichitg ist neben studien abschluessen auch praktische erfahrung, die du nachweisen solltest. hier bekommt man oft eingerichtete miniwohungen (wohnzimmer/schlafzimmer/kueche/bad) . da brauchst du keine moebel mitnehmen oder geld fuer einen grossene umzug zubezahlen.

gute und inforamtive seiten fuer auswanderer findest du hier:www.deutscheinlondon.com da sind auch infos fuer ganz england drin. ich wohne in somerset.

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Das hört sich doch nicht schlecht an; aber aus eigener Erfahrung empfehle ich DIr genügend Startkapital zu haben. Du solltest mindestens 6 Monate ohne JOb "überleben" können.

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