Aussprache von Eratosthenes

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2 Antworten

Hi Känguruh,

also, geschrieben: ΕΡΑΤΟΣΘΕΝΗΣ

Gesprochen: [εratɔˈsthεnε:s]

Der Doppelpunkt steht für "lang", ε ist ein "offenes e", ɔ ein "offenes o" und "th" für ein speziell behauchter T-Konsonant, den die Römer mit "th" wiedergaben bzw. "umschrieben". Später ist daraus der stimmlose Reibelaut wie im englische "think" und "thanks" geworden.

Die von mir beschriebene Aussrpache ist die klassische. Als Eratosthenes gelebt hat, war der Vokal H wahrscheinlich bereits auf dem Weg, ein "i" zu werden. Daher wurde die letzte Silbe als Zwischenstufe dazu womöglich eher "e:" (d.h. geschlossen) als "ε:" gesprochen.

Wenn dich das interessiert, solltest du dir das Buch "Vox Graeca" von Sidney Allen zulegen.

Die altgriechische Aussprache, die ich kenne, hat [o] for Omikron und [e] für Epsilon - also geschlossene Vokale. (Hingegen [ɔ:] für Omega und [ε:] für Eta.)

Ich hätte also [eratoˈstʰenε:s] vorgeschlagen.

(So sieht es z.B. auch die englische Wikipedia, wie ich gerade sehe: http://en.wikipedia.org/wiki/Eratosthenes .)

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@mizinamo

Ein e und o in unbetonter Stellung so wie in der 1. und 3. Silbe von Eratosthenes wurde wahrscheinlich eher mit mittlerem Öffnungsgrad ausgesprochen. Ich habe dann bei meiner Notation einfach der Einfachheit halber die offenen Vokale gewählt, die bei den Konsonanten des Kontextes wohl auch eher wahrscheinlicher sind.

Dass diese Vokale in unbetonter Stellung "mittig" ausgesprochen wurden, sage ICH als Phonetik-Chirurg... Das ist wohl heute genau so wie vor 5000 Jahren - Beispiel Italienisch: Es gibt ein geschlossenes und ein offenes e und o, aber nur in betonter Stellung. In unbetonten Silben sind diese Vokale nach "Schulgrammatik-Tradition" geschlossen, was aber natürlich Quatsch ist und in der Wissenschaft als Quatsch auch wohlbekannt ist. Also, in unbetonter Stellung werden diese Vokale so ausgesrochen wie in anderen Sprachen, die keine Öffnungsgrade bei e und o kennen - im Fall von Italienisch de facto mit mittlerem Öffnungsgrad wie im Spanischen.

Ein Spanier hat also beim Aussprechen unbetonter italienischer Es und Os keinen Akzent, während er sich beim Aussprechen der betonten Es und Os "outet".

Wir haben ja leider keine Tonaufnahmen, aber ich tippe jetzt eher darauf, dass diese unbetonten e- und o-Vokale im Altgriechischen sehr wahrscheinlich ähnlich den italienischen unbetonten e- und o-Vokalen gesprochen wurden.

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In griechischer Schrift sieht der Name so aus: Ἐρατοσθένης ("einer, der nach Stärke strebt"). Auf Altgriechisch müsste man also Eratosthénäs sagen, mit Betonung auf der vorletzten Silbe. Aber im Deutschen spricht man die Namen nach lateinischer Betonungsregel, sodass wir heutzutage Eratósthenes sagen, also Betonung auf der zweiten Silbe.

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