Ausschluß Russlands von den olympischen Spielen.Was ist von diesen Überlegungen zu halten?

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5 Antworten

Ich denke da sollte man zwei Sichtweisen betrachten:

Zum einen Russland und die einzelnen Sportler.

Ich finde es gut, dass jetzt geprüft werden soll, ob es "von oben" organisiert war oder es die Sparten unter sich abgemacht haben, mit entsprechend geschmierten Leuten bei den Doping-Kontroll-Stellen. Leider sehe ich da große Probleme, da die eigentlich positiven Proben ja vermutlich nicht mehr vorliegen (wenn sie überhaupt je vorlagen). Ich denke, es wird am Ende vermutlich ein "Bauernopfer" gesucht, dass sie Schuld auf sich nimmt...

Zudem weiß man auch nicht, ob die betreffenden Sportler vom Doping wussten (es gab auch schon Fälle wo z.B. der Trainer es unter geschummelt hat) und wenn sie es wussten, ob sie es wirklich freiwillig genommen haben. Denn wenn du mit Sport dein Geld verdienst und dir sonst vermutlich angedroht wurde, dass du nicht mehr starten darfst, dann würden viele vermutlich das Doping wählen um nicht vor dem finanziellen Ruin zu stehen. 

An sich tun mir da nur die Sportler leid, die nie gedoped haben und nun evtl. ausgeschlossen werden. Denn sie können ja nichts dafür und wussten vermutlich bis vor kurzem nichts davon. Als sie es erfahren haben waren sie ja schon für Russland angemeldet. Immerhin haben viele von ihnen Jahre oder Jahrzehnte dafür trainiert dort hin zu kommen, sich bei vielen Wettkämpfen durchgeschlagen und nun werden sie vielleicht unverschuldeter Weise ausgeschlossen. 

Natürlich, es muss Konsequenzen haben, aber die Frage ist nur wie.

Man darf auch nicht vergessen, dass alle Länder immer nach legalen Dopingmethoden suchen, bis diese dann wieder verboten wird. Der Markt dafür ist vermutlich genau so groß wie dir Sportbranche. Einzelne Sportler sind immer gedopet und hoffen, dass es eben nicht auffällt. Russland hatte nur das Problem, dass sie einfach übertrieben haben...

Ich denke bei einer Abstimmung würde ich eher für einen Ausschluss Russlands stimmen, aber mit einem etwas ungutem Gefühl im Bauch... 

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Kommentar von sinari
19.05.2016, 09:52

"Von oben organisiert"-das ist natürlich ein ganz heißes Eisen,das politisch geprägt ist.Unwissenheit der Sportler-Kann man da von "bewußter Unwissenheit" reden?Sport sollte nie eine finanzielle Abhängigkeit bedeuten(meine Meinung).Der "Markt" für Doping-Medikamenten ist dem für Rauschmittel(BTM) zu vergleichen.Also finanziell sehr attraktiv.Dein ungutes Bauchgefühl halte ich für gerechtfertigt.

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Sollten sich die Dopingvorwürfe im russischen Leichtathletikverband bestätigen, sollte man den Verband ausschließen. Eine ganze Nation auszuschließen, halte ich für ignorant und empathielos.

Zusätzlich sollte man alle Verbände der Welt gleichbehandeln. Ohne Doping gewinnt man in manchen Sportarten nichtmal die NRW-Meisterschaft.
Wer glaubt, dass die Russen unmoralischer sind als andere Verbände, irrt sich sehr gewaltig.

Ich war jahrelang Leistungssportler und weiß wie hoch der Anteil gedopter Amateure, Semi-Profis und Profisportler in meiner Sportart ist. Leien haben ein komplett falsches Bild von Leistungssport. Selbst manche Freunde, Ehepartner und Eltern wissen meistens nicht, dass der Sportler medizinisch nachhilft.

Das Vorgehen gegen Doping ist richtig. Das Ausschließen von nur einem Verband ist ausschließlich politisch motiviert und ändert langfristig nichts !
Oder doch ?
Man hat aufjedenfall einen Sündenbock den man durch die Medien schleifen kann und von seinen Ampullen-knackenden Sportlern ablenkt.

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Kommentar von sinari
19.05.2016, 19:45

Deine Argumente erscheinen sehr stichhaltig.Mich interessiert deine Äußerung:"ausschließlich politisch motiviert".Nur Interesse,kein anderer Hintergrund!Eine Änderung wäre?.Mein Vertrauen in den Spitzensport sinkt.

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Der ehemalige Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors, Gregori Rodschenkow, hatte in der vergangenen Woche der «New York Times» gesagt, er habe systematische Manipulationen im russischen Team während der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi mitorganisiert.

Rodschenkow, der jetzt in Los Angeles in den USA lebt, behauptet, 15 der russischen Medaillengewinner in Sotschi seien gedopt gewesen. Dafür gibt es bisher keine unabhängigen Beweise. Die US-Justiz hat nach den Informationen der Zeitung auch Rodschenkow selbst im Visier.

Dieser Mensch, von dem hier die Rede ist, hat sich sicherlich aus guten
Gründen in die USA abgesetzt und spielt sich jetzt als der große
Moralapostel auf, indem er Dinge von sich gibt, die selbst von der
US-Justiz erst einmal mit Vorsicht genossen werden.

Keiner bestreitet, dass gedopt wird, aber nicht nur bei den Russen, sondern von allen. Das ist bewiesene Tatsache.

Dass jetzt die Russen in dieser Hinsicht angezählt werden, gehört zur
Strategie des Russlandbashings und war durch die lang angekündigte
"Verschärfung der Informationspolitik" - sprich "Hetze" -  durch die USA
nur folgerichtig.

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Kommentar von sinari
19.05.2016, 20:06

Hetzen kann nur jemand,der sich von jedweder Schuld freisprechen kann.Ich bin mal gespannt,ob es der USA das gelingt.PS:Sport und Politik:Anscheinend ein Paar,das unzertrennlich ist.Schade drum.

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Ich fände es albern. Wer denkt, andere erfolgreiche Nationen wie die USA, China oder Jamaika wären nur so erfolgreich, weil sie so hart trainieren, muss schon sehr naiv sein. Doping ist im Leistungssport mittlerweile so weit verbreitet, es wäre vermutlich einfacher gleich die Spiele ganz abzusagen.

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Kommentar von sinari
19.05.2016, 09:02

Nun,das wäre ja sehr rigoros.Immerhin haben die olympischen Spiele eine weitreichende geschichtliche Herkunft.Wie wäre es mit einem Olympia ohne jedwede Möglichkeit des Dopings? Wie?Machbar wäre es.Aber wären es dann noch "Spiele"?

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wenn man ganze länder suspendiert muss man das rigoros tun nicht wegen einzelnen leuten

demnach müssten usa etc wegen ähnlichen vorfällen einzelner sportler gesperrt werden

deutschland von uefa und fifa wegen der korruption der wm 2006 etc

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Kommentar von sinari
19.05.2016, 20:21

Deine Argumente sind etwas "unsortiert".

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