Ausscheiden aus einem Betrieb in der 2ten Hälfte des Jahres - Urlaubsanspruch

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3 Antworten

Die Regelung gemäß §5 Absatz 1 Bundesurlaubsgesetz sieht indirekt vor, dass ein Mitarbeiter der nach der Erfüllung der Wartezeit im zweiten Halbjahr ausscheidet seinen vollen gesetzlichen Urlaubsanspruch von 24 Werktagen erwirbt. Für über den gesetzlichen Urlaubsanspruch hinausgehenden Urlaubsanspruch ist eine Zwölftelungsregelung zulässig. Um Doppelansprüche zu vermeiden stellt der Arbeitgeber eine Urlaubsbescheinigung aus.

Wurde eine Zwölftelungsregelung vereinbart, so hat der Mitarbeiter

  1. den gesetzlichen Mindestanspruch auf 24 Werktage Urlaub, oder

  2. wenn Sie die Zwölftelung besser stellt als der gesetzliche Mindestanspruch, dann gilt die Zwölftelungsregelung.

Der Vollständigkeit halber:

Wenn der Mitarbeiter im ersten Halbjahr ausscheidet ist eine Zwölftelung zulässig.

Fazit:

Dem ausscheidenden Mitarbeiter also mindestens 24 Werktage bzw. 20 Arbeitstage Urlaub zu, wenn er die Firma im zweiten Halbjahr verlässt.

Ein höherer Urlaubsanspruch kann enstehen, sofern die vertragliche Regelung günstiger als die gesetzliche Regelung ist.

Hier ein guter Link.

http://www.arbeitsrecht-ratgeber.de/arbeitsrecht/abwicklung/content_08.html

Peter Kleinsorge

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Kommentar von Drenalim
02.10.2010, 09:28

Also zusammenfassend:

ich habe 28 Urlaubstage fürs Jahr. 21,5 sind derzeit übrig geblieben. 17 will er mir noch verrechnen. Ergo ist dies richtig da die 24 Urlaubstage (zumindestens fast) erreicht wurden und somit kann er 12teln.

Richtig?

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§ 4 des Bundesurlaubsgesetzes (BUrlG) Da steht es klar geregelt drin, dass man nach dem Ausscheiden ab der zweiten Jahrehälfte den ganzen Jahresurlaub haben kann. Aber bedenke: dann hast Du beim neuen Arbeitgeber keinen mehr für dieses Jahr.

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Kommentar von Drenalim
01.10.2010, 18:02

Damit kann ich leben. Das Jahr geht ja nicht mehr lang und alle 6 Monate Urlaub reicht ja aus.

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Du hast Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses.´(§5 BUrlG)

Beispiel: Du warst 7 Monate in dem Betrieb, Jahresurlaub laut Vertrag 24 Tage dann hast du 14 Tage Urlaubsanspruch.

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Kommentar von Jessi779
01.10.2010, 17:54

Das stimmt nur, wenn er den Rest vom Jahresurlaub auch anteilig vom neuen Arbeitgeber bekommt. Er darf aber auch den ganzen Jahresurlaub beim alten Arbeitgeber nehmen, hat dann aber beim neuen keinen mehr. Dazu gibt´s sogar ein Gerichtsurteil.

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Kommentar von Jessi779
01.10.2010, 17:56

Frankfurt/Main (dpa) - Scheidet ein Arbeitnehmer in der zweiten Jahreshälfte aus seinem Unternehmen aus, hat er einen Anspruch auf finanziellen Ausgleich für den gesamten Jahresurlaub. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt festgestellt. Die Richter gaben damit der Klage eines Portiers gegen ein Hotel statt und verurteilten das Unternehmen, an den Portier Urlaubsentgelt für 20 Tage nachzuzahlen.

Auf Grund von Auseinandersetzungen mit Vorgesetzten war das Arbeitsverhältnis am 2. Juli dieses Jahres fristlos gekündigt worden. Der Arbeitnehmer nahm zwar die Kündigung an, verlangte aber finanziellen Ausgleich für den noch verbliebenen Urlaub bis zum Jahresende. Der Gerichtsvorsitzende wies im Urteil auf die gesetzliche Bestimmung hin, die eine komplette «Urlaubsabgeltung» dann vorsehe, wenn das Arbeitsverhältnis in der zweiten Jahreshälfte beendet sei. Stichtag sei dem zu Folge der 1. Juli. (Az: 7 Ca 7053/02).

Das ist das Gerichtsurteil.

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