Aussageverweigerungsrecht als Zeuge?

8 Antworten

Du darfst die Aussage verweigern, wenn du dich sonst einer Straftat bezichtigen müsstest. Aus deiner Aussageverweigerung würde ein schlauer Richter sofort haarscharf schließen, dass du damals eine falsche Beschuldigung ausgesprochen hast. Gib es also lieber gleich zu. Du riskierst sonst, dass aufgrund eurer damaligen Lüge jemand bestraft werden könnte, der nichts von dem getan hat, was sich ein paar böse Kinder ausgedacht haben. Mach dich gerade und steh zu dem, was du getan hast. Alles andere ist reine Feigheit.

Du musst keine Aussage machen, wenn Du dich dadurch selbst belastest. Stellt sich aber heraus, dass Du damals eine Falschaussage gemacht hast, wirst Du wegen uneidlicher Falschaussage bestraft, es sei denn, Du warst zum Zeitpunkt der Aussage noch unter 14 Jahre und damit nicht strafmündig. Abgesehen von den rechtlichen Fragen, musst Du unter Umständen damit leben, dass ein Unschuldiger wegen deinem Blödsinn bestraft wird. Du solltest dir überlegen, ob Du nicht doch lieber die Wahrheit sagst. Warst Du damals noch nicht strafmündig, hast Du dann sowieso nichts zu befürchten.

Es reicht nicht aus, daß Du Dich mit Deiner Aussage einer Straftat bezichtigen könntest - Du mußt Dich konkret der Gefahr der Strafverfolgung aussetzen. Das bedeutet, daß Du mindestens 14 Jahre alt gewesen sein mußt, als Du die "falsche Verdächtigung" begangen hast. Andernfalls kannst Du dafür nicht bestraft werden und hast entsprechend kein Aussageverweigerungsrecht.

Einen Anwalt würde ich an Deiner Stelle nicht extra mitnehmen, weil die Kosten kein Stück den Nutzen rechtfertigen. Denn Du gehst davon aus, man werde Dir durch Deine Aussageverweigerung die falsche Verdächtigung nicht nachweisen können. Aber das ist ja Unsinn, da es ja einen Polizisten gibt, der Dich vernommen hat. Und der wäre Zeuge in einem Strafverfahren gegen Dich. Insofern würde ich an Deiner Stelle eher versuchen, durch eine einigermaßen geschickte Aussage aus der Nummer noch heraus zu kommen - der Polizist hat sich verhört, Du hast Dich geirrt etc. Macht mehr Sinn. So lange der Angeklagte wegen Deiner Aussage nicht in den Knast gegangen ist, würden da für Dich am Ende sowieso maximal 50 Sozialstunden bei raus kommen, vermutlich auch deutlich weniger. Das Risiko ist also echt kalkulierbar. Und nen EIntrag im Führungszeugnis gibts am Ende sowieso nicht. Nur lügen solltest Du in der Verhandlung nicht, das würde es deutlich schlimmer machen.

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