Aussageverweigerung vor Gericht: negative Wertung?

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2 Antworten

Zunächstmal muß man festhalten, das das Schweigen des Angeklagten bei einer aktiven Verteidigung eher die Regel als die Ausnahme ist. Insoweit kann man das nicht negativ auslegen, weil es schlicht der Normalfall ist.


Gerade bei einen solchen Schauprozess wird jede Aussage einfach belastend ausgelegt.

z.B. hat die Angeklagte für einen der Morde kein überprüfbares Alibi, dann deutet es darauf hin, das sie mit am Tatort war. Hat sie hingegen ein überprüfbares Alibi, dann hat sie Alibivorsorge betrieben und die Taten mitgeplant.








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Ich probiere es - entgegen meiner Ankündigung deiner anderen Frage - dennoch mal:

Wie du ja schon weißt, darf einem ein komplettes schweigen zu den Tatvorwürfen in Strafverfahren nicht als Schuldeingeständnis und auch sonst nicht negativ ausgelegt werden.

Sobald man sich aber zu einer Strafsache äußert, macht man sich mit den Aussagen eventuell erheblich angreifbar. Außer man gibt alles auf den Punkt zu und sagt komplett die Wahrheit. Wobei auch und gerade im Fall des umfassenden Geständnis Ungereimtheiten gegenüber der Anklageschrift entstehen können.

Wenn man aussagt und nicht unbedingt die Wahrheit sagt, oder es so rüber kommt als ob, dann wägt der Richter die Aussage des Angeklagten, die Anklage selber, zusammen mit seiner Rechtsauffassung, geltendem Recht und seinem logischen denken ab.

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