Aussage zur Schweigepflicht eines Arztes?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

B) ist falsch

Die Schweigepflicht (die übrigens nicht nur Ärzte haben) darf nicht zu wissenschaftlichen Zwecken verletzt werden. In diesem Fall dürfen Informationen nur anonymisiert weiter gegeben werden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Evanusch
11.04.2016, 16:39

Danke, laut den Lösungen im Buch, wäre B) die richtige Antwort und deshalb irritiert mich die Frage etwas...

 Die Schweigepflicht eines Arztes kann verletzt werden wenn ein wissenschaftliches Buch angefertigt wird. = falsch ?!😳


0

B ist falsch, wenn ein wissenschaftliches Buch angefertigt wird, darf nichts verwendet werden, was Rückschlüsse auf den Patienten zulässt, also keine persönlichen Daten etc. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hey,

Die ärztlich Schweigepflicht kann nur aufgehoben werden, wenn ...

… das ausdrückliche Einverständnis des Betroffenen vorliegt

… eine konkludente (stillschweigende oder mutmaßliche) Einwilligung vorliegt

… eine gesetzliche Auskunftspflicht besteht, z. B. gegenüber den Sozialleistungsträgern oder gemäß Infektionsschutzgesetz
Beispiel: Krankenhäuser müssen den Krankenkassen bestimmte personenbezogene Daten eines Patienten mitteilen (§ 301 SGB V). 

… ein rechtfertigender Notstand gemäß § 34 StGB vorliegt.
Wenn ein höherwertiges Rechtsgut gegenwärtig konkret gefährdet ist, ist der Bruch der Schweigepflicht nicht rechtswidrig.

…eine schwerwiegende Straftat geplant wird, die nach § 138 StGB anzeigepflichtig ist.In diesem Fall besteht eine Offenbarungspflicht (Ausnahmen siehe § 139 StGB).Beispiel: wenn der Arzt während der Behandlung eines Patienten Erkenntnisse über eine zukünftige Gefährdung anderer Personen erhält, weil der Patient bspw. einen Mord ankündigt, muss er diese Erkenntnis weitergeben.

=> A(Mord) ist aufgehoben, da eine schwerwiegende Tat geplant ist

=>B(Buch) ist natürlich Nicht aufgehoben. 

=>C(Geiselnahme) ist aufgehoben,da eine schwerwiegende Tat geplant ist

=>(Misshandlung) ist aufgehoben!

 Es besteht nach § 34 StGB im Allgemeinen keine Offenbarungspflicht, sondern nur eine Offenbarungsbefugnis. Ausnahmsweise kann dennoch eine Offenbarungspflicht bestehen, wenn das Leben oder die Gesundheit eines Menschen akut und unmittelbar gefährdet ist und eine Offenbarung weiteren Schaden verhindern kann.
Beispiel: Das Jugendamt stellt bei einem Hausbesuch eine lebensgefährliche Vernachlässigung bei einem Kind fest. Die Eltern des Kindes sind wegen einem akuten Alkoholproblem nicht in der Lage, sich um das Kind zu kümmern. Der Rettungsdienst und eventuell die Polizei müssen gerufen werden.

Liebe Grüße 

Campus21

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?