Aussage über das Ich?

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3 Antworten

Hi,- ich finde, dass man solche Momente faßt nicht besser ausdrücken kann als Mach. Wir sind es gewohnt, uns mit einer Ich-System zu Umwelt-System - Grenze in einer funktionalen Wechselwirkung wahrzunehmen (und in Abgrenzung vom Ganzen auch von einem Verständnis von uns selbst auszuschließen). - Mit einer scheinbaren Widersprüchlichkeit schafft Mach es, diese Momente der Auflösung dieser Systemgrenze in wenigen Sätzen faßt lyrisch zu beschreiben. Wir sind eben nicht (nur) in eine fremde Welt hinein Ausgesetze - wir sind Teil von ihr, sie ist Teil von uns und in unserem Bewußtsein sind wir auf eine konzentrierte Art von verstehendem Empfinden beides gleichzeitig - eine ganzheitliche Identität eben. Und - das wäre jetzt meine Spekulation: Mach wurde in diesen Momenten vielleicht klar, dass der Energieerhaltungssatz der Thermodynamik mehr ist als eine wichtige Erkenntnis für Physiker und Ingenieure: Nichts geht verloren - das Leben ist nur eine "Gesamtgleichung" - alles ist nur Wandel und ich bin Teil und Ganzes und immer dabei - ich kann mich nur verändern aber nicht "verloren" gehen.

Und diese Intuition tröstet und hilft dem "Ich", Frieden zu machen mit seiner "Endlichkeit". - Ich glaube fest, dass Mach das gemeint hat. - Gute Physiker sind eben mehr als (erweiterte) Ingenieure. (Sorry an alle Ingenieure ;-))

Gruß

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Solche Erfahrungen werden von vielen beschrieben. Früher hielt man sie für religiöse Erfahrungen. Es gibt sie aber in allen Religionen und seit auch erklärte Atheisten und Agnostiker davon berichten, solche Erfahrungen gehabt zu haben, meist einhergehend mit einem "großen Verstehen", ist das Rätselraten neu eröffnet. Das Problem ist, dass es offensichtlich ein sehr dicher Moment ist von Wissen und Emotion, von einem Gefühl Teil eines großen Ganzen zu sein, dass danach jeder zugibt, es nicht so wiedergeben zu können, wie es empfunden wurde. Der Moment ist so umfassend, dass unsere Sprache dafür keine Beschreibungsmöglichkeit bietet. Vielleicht hat es etwas von "Wer bin ich, und wenn ja, wie viele" (Precht) oder von "Ego-Tunnel" (Metzinger). Das alles sind Deutungen. Sie kommen den "wahren" Verhältnissen evtl. immer näher. Aber wir wissen nicht, wann wir damit an ein Ende kommen und ob überhaupt.

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Kommentar von KimAlexandra
03.11.2016, 20:31

Ja, Sie haben Recht. Das kam aus "Wer bin ich, und wenn ja, wie viele" von Richard Precht. Vielen Dank für die Antwort.

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Also diesen Zustand kenne ich. Die Materie dieses Universums ist absolut gleichsam. Es spielt keine Rolle ob du ein Mensch bist, der sich als ICH, als Individuum wahrnimmt, oder ob du ein Baum, ein Grashalm, ein Wäscheständer oder ein Fensterbrett bist. Wir alle sind Materie. Und die Materie ist gleichgeschaltet. Die Masse von Empfindungen, die im Ich stärker zusammenhängt, verstehe ich als Resultat des Bewusstseins, welches du über diese Materie hast.

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Kommentar von KimAlexandra
02.11.2016, 20:18

Nein, ich glaube, damit kann ich etwas anfangen. Vielen Dank

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