Aussage der beiden Karikaturen?

 - (Politik, Geschichte, Wirtschaft)

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Naja, verschiedene Positionen zur Einwanderung über die Jahrhunderte würde ich sagen.

Das erste Bild ist vermutlich bezogen auf die USA (zumindest anhand der Daten logisch, England z.B. schaffte die Sklaverei schon früher ab, in den USA ist 1865 (Ende des Sezessionskrieges) zumindest ein annehmbares Datum, wenn auch in Bezug auf die Karikatur ein kleines Problem). Hier haben wir eine Art der 'unfreiwilligen Immigration' nämlich durch Versklavung und Verschiffung in die westlichen Gebiete, um als billige Arbeitskraft zu dienen.

Wenden wir uns den heutigen Zuständen zu... und sehen, dass es eigentlich gar nicht anders aussieht. Auch hier haben wir wieder Immigranten aus anderen Ländern, die die 'Drecksarbeit' übernehmen müssen, für die sich der Deutsche zu 'fein' ist. Z.B. die Altenpflege (also nicht dass ich diesen Job als Minderwertig ansehen würde, denn es ist ein Knochenjob und ich bewundere jeden, der sowas machen kann; ich könnte es allerdings nicht). Selbst wenn diese Einwanderer also als billige und willige Arbeitskräfte die Aufgaben übernehmen, die sonst keiner oder nur wenige machen würden (z.B. in der Pflege) gibt es Ressentiments gegen sie. Das gilt u.a. auch für 'wirkliche' Fachkräfte also z.B. auch Mediziner etc. denen solcher Hass entgegenschlägt und dies trotz Qualifikation und Ärztemangel.

Was sehen wir also: Die Sklaverei von damals unterscheidet eigentlich wenig von der Lohnsklaverei von heute... außer dass die Einwanderung damals noch akzeptiert, weil durch die Europäer selbst herbeigeführt war.

Die Botschaft der Karikatur ist eine überspitzte Gegenüberstellung der allgemeinen gesellschaftlichen Haltungen und des über die Zeit hin erfolgten Wandels der sozialen Bedingungen.

Während zu früheren Zeiten "unfreiwillige Immigration" in Form von Versklavung als gerechtfertigt und vorteilhaft gesehen wurde, wird - repräsentiert durch die alte Dame - heutzutage die Immigration teilweise abgelehnt, obgleich viele der Immigranten sinnvolle Dienste für die Gesellschaft übernehmen in Form billiger und williger Arbeitskräfte.

Die obere Karikatur bezieht sich auf die USA. Der Begriff "S... HOLE COUNTRIES", also "Dreckslochländer" war ein Begriff, den Donald Trump für ärmere afrikanische Länder benutzt hat. Die USA hatten gerade in der Zeit 1619 bis 1865 eine große Debatte zum Thema Immigration und Sklaverei. Nach der Befreiung der Sklaven lebten diese weiterhin in den USA und trugen maßgeblich an deren Entwicklung (und Erfolg) bei.

Die untere Karikatur scheint sich auf Europa zu beziehen. Gerade ältere Europäer sind Einwanderern gegenüber sehr kritisch eingestellt. Gleichzeitig werden Fachkräfte in z. B. der Pflege gesucht. Es wird durch Integration versucht diese Lücken der Fachkräfte mit den Immigranten zu füllen. Die Kernaussage könnte also sein: "Der alte Europäer beschwert sich über die jungen Einwanderer von denen er abhängig ist."

Es spielt darauf an:

Früher waren Alle Amerikaner dafür dass Afrikaner (als Sklaven) ins Land kommen.

Aber jetzt wo es keine Sklaverei mehr gibt, wollen sie sie wieder loswerden, nicht nur die Afrikaner. Wenn das geschehen sollte, würde die US-Wirtschaft und die Versorgung der Bevölkerung zusammenbrechen: In der Medizin, im (Einzel-)Handel, auf der Feldarbeit usw. Also in all den Berufen, die die Amerikaner selbst nicht machen würden, da diese Berufe zu anstrengend und zu schlecht bezahlt werden.

Woher ich das weiß:Recherche

Die Vereinigten Staaten holten in den Jahren 1619 und 1895 knapp 4 Millionen Sklaven aus Afrika ins Land und damals war eine "Einwanderung in Ketten" (obere Sprechblase) gern gesehen.

Heute schimpfen alle auf die Immigraten, obwohl sie arbeiten übernehmen, die Einheimische ungern oder nicht tun (unteres Bild).

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