Ausländerfeindliche Eltern?

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14 Antworten

Jemand der sehr in seinen Vorurteilen befangen ist, braucht schon ein extrem starkes Gegenbeispiel oder Erlebnis, um sich von seiner falschen Meinung abbringen zu lassen.

Wenn man z.B. in Todesnot gerät, und die eigenen Landsleute gehen achtlos vorbei, während nur ein sog. "Ausländer" zu helfen bereit ist (à la "Gleichnis vom Barmherzigen Samariter"), dann wird man vielleicht nicht mehr denken: "Alle Ausländer sind sch....".

Bestimmt gibt es auch in deiner Umgebung Mitbürger mit Migrationshintergrund, wie man so schön neudeutsch sagt, die als positive Vorbilder dienen können.

Jetzt mit den Eltern diskutieren, wird nicht viel bringen, sie haben ja viieeel mehr Lebenserfahrung Du bist noch grün hinter den Ohren usw.   ....

Bilde Dir Deine Meinung nur aufgund von Tatsachen, die Du selbst erlebt hast, nicht nur von anderen gehört. Dann kannst Du auch sachlich und solide mit Deinen Eltern über das Thema reden.

Du kannst es ja auf die Spitze treiben: Vielleicht hast Du einen netten Freund/ Freundin, wo Deine Eltern nicht wissen, daß er/ sie Kein Deutscher ist. Der/diejenige muß aber ohne Akzent deutsch reden. Stelle ihn/ sie mal Deinen Eltern als deutsch vor. Mal sehen, was passiert.

Ich vermute mal, dass deine Eltern eine Neigung zur Stammtisch-Polemik haben. Das ist nicht, weil sie "bösartig" sind, sondern weil sie einfach einige schlechte Erfahrungen gemacht (oder viel faktenverdrehende Propaganda geglaubt) haben und sich aus eher emotionalen Gründen im Recht fühlen.

Für die Meinungsbildung von Menschen ist die Umgebung sehr wichtig. Wenn sie häufig in einer Umgebung sind, die grob politik- und bildungsfeindlich und gehässig pauschalisierend ist (z.B. Kneipe oder Familie mit rassistischen Tendenzen), fangen sie an (bewusst oder unbewusst), diese Art des Denkens zunächst zu akzeptieren (beim ersten mal ist es vielleicht schockierend, beim zweiten mal schon weniger --> "ach, das ist hier einfach so die Art"), dann zu verstehen (es bildet sich ein ganzes Weltbild und Gesellschafskonstrukt rund um diese Art zu denken ---> alles wird gemacht, um "uns zu verarschen", z.B. die Medien müssen wohl auch Teil davon sein, weil sie ja etwas anderes als wir behaupten!) und schließlich übernimmt man diese Meinung vollständig für sich selbst.

Wenn man sich dann in dieser Gruppe auf die (durch Beobachtung gelernte) Art und Weise verhält und für diese Meinung "einsteht", gibt es dafür Anerkennung aus der Gruppe. Eine andere, abweichende Meinung wird abgestraft und es wird sich überheblich darüber lustig gemacht, das ist ein Mechanismus, der genauso schnell gelernt wird. Und da Menschen sehr feinfühlig für eine negative Wahrnehmung durch das soziale Umfeld sind, werden solche Verhaltensweisen schnell "abtrainiert". Schließlich ist die Gruppe ja "die, die alles so viel besser durchdacht hat als alle anderen" und jeder andere Mensch ist jemand "der diese Erleuchtung noch nicht hatte". Das gleiche Prinzip gibt es bei Sekten, Verschwörungstheoretikern und jeder anderen gesellschaftsfeindlichen Gruppierung, die glaubt, "den einen Weg" gefunden zu haben.

Dass es sich bei diesen Menschen um deine Eltern handelt, macht es für dich praktisch unmöglich, sie "umzuerziehen". Sie sehen dich (wie viele Eltern) immer noch als das kleine Kind an, das du einmal warst, das froh sein kann, auf den reichen Erfahrungschatz seiner Eltern zurückgreifen zu dürfen und das, wenn es mal etwas anderes als die Eltern denkt, "noch dumm und naiv" ist.

Du kannst und musst nicht "deine Eltern umerziehen", du kannst nur für deine Position einstehen. Auch wenn es schwer fällt, musst du bei deiner Meinung bleiben und es immer wieder bemängeln, wenn deine Eltern dich mit ihrer Meinung konfrontieren. Wenn du immer wieder (mit guten Argumenten) für deine Meinung einstehtst (wichtig: inhaltlich argumentieren und nicht an der Person, also nicht deine Eltern verblendet oder dumm nennen), wird ihnen das in Erinnerung bleiben und ihre Wahrnehmung von dir als selbstständig denkende Person festigen.

Du bist in einem Alter, in dem man feststellt, dass die Eltern eben nicht "die perfekten Menschen" sind, für die man sie als Kind einmal gehalten hat, sondern dass auch sie Menschen mit Fehlern und einem nicht unendlichen Horizont sind. Das ist auch wichtig fürs Erwachsenwerden und den richtigen Umgang mit Menschen und deren individueller Meinung im Allgemeinen.

Gegen deine Eltern kannst du nicht viel machen, solange sie nichts illegales machen. Du musst die Gedanken deiner Elern lernen zu akzeptieren und ignorieren. Weder sie können dich zwingen eine bestimmte Ansicht zu haben, noch kannst du sie dazu zwingen. 

Paguangare 19.11.2016, 16:14

Akzeptieren würde ich ein derartiges Verhalten von Eltern nicht, höchstens hinnehmen (tolerieren).

Was Gedanken angeht, so sind sie ja ohnehin frei.

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Hetja3 19.11.2016, 16:16
@Paguangare

Was willst du machen, es sind deine Eltern. Am besten sagst du einfach nichts und lass ihnen ihr Gerede, alles andere gibt nur unnötigen Ärger. 

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Sibellchen 21.11.2016, 23:21

Hetja3: du bist eine typische "alles unterm Teppich kehren" Fanatikerin. Du gehörst also definitiv nicht zu denen, die diese Welt positiv beeinflussen und verändern und auch wissen, dass dies nur geschieht, wenn man sich den Problemen annimmt. Gib am besten keine Ratschläge mehr.

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Hetja3 23.11.2016, 23:23
@Sibellchen

Naja gegen die eigenen Eltern etwas zu unternehmen bringt wirklich nur Ärger. Denn mit denen muss man meist mit 16 noch eine Weile zusammen leben. Und die Eltern können einem sehr schnell das Leben schwer machen, wenn sie mit gewissen Sachen nicht einverstanden sind. Es ist besser zu warten und die eigene Meinung zu sagen, wenn man nicht mehr zu Hause wohnt. 

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Leider wirst du nichts tun können als argumentieren. Aber jeder Mensch hat ja seine Meinung, und gerade wenn es Eltern-Kind-Verhältnis ist, werden sie sich eher nicht überzeugen lassen.

Meine sind auch ein bisschen so, aber sie sagen jetzt in meinem Beisein nichts mehr. Und ich glaube, sie haben ein bisschen Angst vor dem Anderssein. Zu der Zeit, als sie zur Schule gingen, waren nur Deutsche in der Klasse. Sie sind also nicht damit aufgewachsen.

Jetzt ist noch keinr Gefahr, denn in der Pubertät ist man eh gegen die Eltern eingestellt.

Aber hüte Dich vor dem "zweiten Gehorsam", wenn man zwei bis drei Lebensjahrzehnte hinter sich hat, schwenkt man trotz rebellischer Jugend oft auf die Lebenseinstellung der Eltern um. Dann wirds gefährlich, weil sich die Xenophobie dann fortsetzt.

Verdeutliche ihnen, dass auch sie Ausländer sind, wenn sie im Ausland Urlaub verbringen und folglich "Ausländer" rein gar nichts über einen konkreten Menschen aussagt, sondern lediglich feststellt, dass er sich nicht in seinem Geburtslad aufhält.

Kenn ich von meinen Eltern. Ich wohne schon lange nicht mehr bei Ihnen aber es kommt schon raus das sie kleine rasisten sind. Ich mache das ein Ohr rein anderes ihr raus spiel oder wiederhole Dinge die sie munkeln einfach extrem laut in der Öffentlichkeit dann ist meistens Ruhe. Am geilsten ist meine Oma die damals vor hitler geflohen ist. Einige unserer Familie sind ins kz gekommen und sie sagt Sachen wie.  mit den ganzen Ausländern hier wünsche sie sich einen kleinen hitler. Der wahr ja nicht so übel...manche Menschen lernen es halt nicht! 

Frage sie doch mal was für schlechte Erfahrungen sie mit ausländischen Mitmenschen gemacht haben.

Ich selber habe schon recht fiese Erfahrungen mit Menschen mit Migrationshintergrund gemacht. Aber auch sehr gute. Meines Erachtens gibt es überall schlechte und gute Menschen egal welcher Herkunft.

Ich kenne das von früher. Ich habe irgendwann mal auf den Tisch gehauen und gemeint, dass ich dieses Witzeln und spielen mit der Ausländerfeindlichkeit, das scherzhafte Verharmlosen des Faschismus absolut nicht mehr hören kann. Meinem Vater habe ich damals an den Kopf geworfen, dass "Ausländer" ja nicht so verkehrt sein können, wenn er doch die Produkte des täglichen Lebens und vor allem seine Technik fast nur aus dem Ausland bekommt.

Das ist das, was mir als Kind damals als Argument eingefallen ist :)

Deine Eltern sind halt geblendet und diese Rassismusgedanken werden durch die Medien gestärkt. Kann man nix machen. Manche Menschen können sich keine eigene Meinung bilden und suchen daher die Meinung von anderen und übernehmen diese.

Bleibe dabei zu versuchen, sie mit deinen Argumenten zu überzeugen.

Allgemein sollte man andere Menschen nicht verfluchen, vor allem nicht allein aus dem Grund, weil sie einer anderen "Teilmenge" der Menschheit angehören als man selbst.

Du musst es irgendwie einfädeln das ein Ausländer das leben von deinen Eltern sozusagen rettet. Es ist vielleicht vorteilhaft wenn nicht direkt ersichtlich ist, dass diese Person ausländische Wurzeln hat.

Warte bis sie sterben. All die ungebildeten, rassistischen Menschen werden mit der Zeit hoffentlich aussterben. Klingt hart ist aber so.

Oder du versuchst ihnen klar zumachen, dass nicht der Ausländer an allem Schuld ist und sag ihnen, dass sie mal das ganze, verdammte System hinterfragen sollten.

Es gibt auch keinen Grund auf seine Herkunft stolz zu sein. Man hat nichts dafür geleistet und es ist purer Zufall. Deshalb ist Patriotismus einer der dümmsten Dinge die es gibt und die Bourgeoisie nutzt das zu ihrem Vorteil.

Wissenschaftlich gesehen sind alle Menschen auch gleich, es gibt keine Rassen und alle Menschen sind gleich gut.

Versuch nicht es zu ignorieren, versuch immer gegen solche Ungerechtigkeit vorzugehen. 



 



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