"Ausländer" in Osten am Wenigsten?

9 Antworten

Genau deshalb. Wer in einer Gegend mit vielen Ausländern wohnt (meist in Großstädten) merkt schnell, dass das auch nur Menschen sind und hat vermutlich ein paar ausländische Freunde und Kollegen.
Wer aber mit Ausländern nichts zu tun hat und nur ab und zu die Negativschlagzeilen in den Nachrichten oder auf gewissen Internetseiten liest, der muss fast schon zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass es sich bei diesen Ausländern um teufelsähnliche, unmenschliche Kreaturen handeln muss.


Zunächst:

Es geht nicht um Rassismus, sondern um die Ablehnung einer Zuwanderungspolitik. Über die Zuwanderer selbst ist damit überhaupt kein Urteil gefällt, schon gar nicht auf Grund einer "Rasse".

Das Argument, man könne nur gegen etwas sein, weil es sich im Fernbereich befinde, Nähe hingegen müsse Sympathie erzeugen ist nicht haltbar, wie schon die simpelste Alltagserfahrung lehren sollte.

Sich vorzustellen, dass Menschen sich um das künftige gesellschaftliche Klima, die künftige Leistungsfähigkeit der solidarischen Sozialversicherungen und die künftige Finanzierbarkeit des Sozialstaates sorgen, sollte andere Menschen, die es schaffen, sich intensiv um den Hunger in Afrika und Südostasien oder das globale Klima in 50 Jahren zu sorgen, eigentlich nicht überfordern.

Man solllte auch in diesem Fall dankbar sein, dass das politische Engagement nicht nur bis zum eigenen Vorgarten und bis zum Ende des laufenden Jahres reicht.

Warum das Pendel in Sachsen und allgemein im Osten vielleicht besonders ausschlägt:


1. Berlin ist ja nicht weit. Eine Reise dorthin ist gleichzeitig eine in die Zukunft. Die gefällt nicht jedem.

2. Dort, wo die wenigsten Ausländer leben, sind allerdings ziemlich
viele Ausländer auf der Durchreise. Sie schauen gern bei einem vorbei,
wenn man gerade nicht zu Hause ist. Es gibt z. B. in Sachsen viele
dieser Besuche aus Ost- und Südosteuropa.


3. Es existiert eine allgemeine Unzufriedenheit mit der gesellschaftlichen Entwicklung. Zu Teilen wird wohl der im Westen als muffig empfundene menschliche Zusammenhalt aus DDR-Zeiten vermisst. Wirtschaftliche  Probleme (Arbeitsplätze/ Renten) tun ein Übriges.


4. Der Frauenmangel: Ostdeutsche Frauen sind in allen Schichten mobiler,
vor allem als die Männer der Unterschicht. Sie können, wie man weiß, nicht
nur durch Arbeit sozial aufsteigen; es geht gern auch über eine Heirat
westwärts.
Die zurückbleibenden Männer haben ein hohes Frust- und Wutkapital, das sie bei Wahlen investieren.


5. Nach den Erfahrungen mit dem Parteijargon der SED ist man dort
eher misstrauisch und genervt und reagiert besonders allergisch, wenn die Medien zur Erklärung der Lage einen schönfärberischen sprachlichen Einheitsbrei anbieten.





 




die AFD ist eine klassische Protestpartei.

Jemand der im Osten nach 20 Jahren Berufserfahrung gerade mal den Mindestlohn verdient und kaum über die Runden kommt, der muss sich natürlich verarscht vorkommen wenn Politiker von Exportüberschüssen und Wirtschaftswachstum reden.

Da dienen Ausländer dann als gemeinsamens Feindbild und idealer Sündenbock.

Typisch Politik und typisch Ossis

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die wollen sich doch nur wichtig fühlen. die Mrd an überschüssen spürt man im Westen hier bei uns enorm. Da werden sogar Straßen die echt neu sind neu gemacht. Unsere Stadt verändert sich täglich. Man erkennts nicht mehr wieder, wenn man für ne Zeit nicht in dem Gegend war.

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