Auskunftsspflicht: Muss ich als Auszubildender Auskunft an meine Eltern über mein Einkommen geben?

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9 Antworten

Bis vor Ausbildungsbeginn hat mein Vater den höheren Anteil an Unterhalt gezahlt,

Und würde den vmtl. gern bei seiner Steuererklärung angeben - was spricht dagegen, ihm die erhaltenen Zahlungen per teilgeschwärzter Kontoauszüge oder eidesstattlicher Versicherung zu bestätigen?

Trotzdem verlangt dieser nun von mir einmal die Zahlungen meiner Mutter an mich offenzulegen und außerdem dazu noch eine schriftl. Austellung über mein Brutto/Nettoeinkommen und Werbekosten (auf KG bezogen) an ihn zu schicken.

Deine Eltern erhalten Steuerermäßigung (Kinderfreibetrag), solange du keine Einkünfte (Azubi-Vergütung plus KG) von über 8004 EUR p. a. erzielst. Das hätte das Finanzamt gerne schriftlich, was die Anfrage deines Vaters schlüssig erklärt.

das Verhältnis zu meinem Vater ist mehr als schlecht.

An einer Verbesserung eures Verhältnisses scheint er weniger interessiert als an den erforderlichen Belegen für seine Steuer - ich kann nicht erkennen, was deren simple Bereitstellung für ein unlösbares Problem für dich darstellt und was dir eine Verweigerung bringt :-(

G imager761

An Rumpelrudi: Vielen Dank für die schnellen Antworten. Ich versuche erstmal euren Fragen hinterherzukommen! Mein Hauptwohnsitz ist weder bei meinem Vater noch bei meiner Mutter, ich wohne alleine am Ausbildungsort.

An Bleibmensch: Deine Unterstellung finde ich ein wenig weit hergeholt. Wie gesagt habe ich schon 1 Semester studiert. Das passiert unter-18-jährigen relativ selten. Illegal ist auch überhaupt nichts. Wie schon gesagt ist das Verhältnis zwischen meinem Vater und mir sehr schlecht, er möchte zu mir keinen Kontakt haben. Durch die Ausbildung bin ich unabhängig von seinen Zahlungen und möchte daher auch vermeiden auf irgendwelche Forderungen ständig reagieren zu müssen.

an Bergmanndocarmo: Das ist für mich nachvollziehbar. Allerdings: das Kinderg. geht wie gesagt an meine Mutter, außerdem liege ich bei den Einnahmen 2011 unter der zu dem Zeitpunkt noch aktiven Freibetragsgrenze. Die Ausbildung hat Juni11 begonnen, zuvor hat mein Vater den höheren Anteil des Unterhalts gezahlt, das KG jedoch meine Mutter bekommen (+ direkt an mich ausgezahlt). Seid Ausbilungsbeginn hat sich diesbezüglich nichts geändert, nur das mein Vater wie gesagt komplett aus den Zahlungen rausfällt. Er erhält auch kein Kindergeld für mich.

Das KG ab Ausbildungsbeginn habe ich über meine Mutter persönlich beantragt, inklusive aller nötigen Unterlagen bezüglich Azubi-Gehalt und Jahreseinkommen an die Kindergeldkasse.

Das Steuervereinfachungsgesetz 2011, welches ab 1.1.2012 in Kraft getreten ist, macht mit den leidigen Einkommensnachweisen und manipulativen Möglichkeiten in Zusammenarbeit mit der AfA seitens der Familienkasse ein Ende. Damit wird die Ausbildung in den Vordergrund gestellt, so dass die Familienkasse das KG zahlen muss, sofern eine Ausbildung vorliegt, egal, wie hoch das Einkommen ist. Die Prüfung des Einkommens unterliegt nur noch dem Finanzamt, welche mit der Familienkasse im Datenaustausch steht.

Dein Vater wird noch den Freibetrag vom letzten Jahr auf der Steuerkarte haben, denn die Steuerberechnung erfolgt nach den Eintragungen, die am Anfang des Jahres 2011 vorlagen. Änderungen im laufenden Jahr sind bei dem Lohnsteuerermäßigungsantrag vorzunehmen. Du hattest ja den Wechsel von der schulischen zur beruflichen Ausbildung.

Einfach durch Unterlassen auf den Unterhalt verzichten geht nicht. Dieses muß schriftlich dokumentiert werden, da Du sonst nach einem Jahr eine Zwangsvollstreckung von ausstehenden Unterhaltsleistungen einleiten kannst. Auch wenn Du auf den Unterhalt mündlich verzichtest, bleibt der Vater unterhaltsverpflichtet, wenn Dein Einkommen eine bestimmte Grenze unterschreitet. Diese Verpflichtung kann errechnet und steuerlich von Ihm als fiktive Zahlungen bei der Steuererklärung geltend gemacht werden.

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@DerRumpelrudi

Erstmal vielen Dank für die Hilfe! Leider komme ich trotzdem nicht ganz mit:

Die Änderung ab 2012 bezügl. Freibetrag ist mir bekannt, damit gibt es auch keine Probleme.

Auch wenn Du auf den Unterhalt mündlich verzichtest, bleibt der Vater unterhaltsverpflichtet, wenn Dein Einkommen eine bestimmte Grenze unterschreitet. Diese Verpflichtung kann errechnet und steuerlich von Ihm als fiktive Zahlungen bei der Steuererklärung geltend gemacht werden

Nach meinen eigenen Rechnungen überschreite ich den Betrag den meine Eltern theoretisch an Unterhalt zahlen müssten, wenn ich gar kein Einkommen hätte. Meine Mutter hätte also auch keine Pflicht das KG an mich auszuzahlen, macht es aber aus freien Stücken.

Mein Vater hat (per Email) auf die laufende Ausbildung bezogen darauf verzichtet das KG an sich zahlen zu lassen.

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@Unterhaltstiger

Die Unterhaltsverpflichtung bleibt so lange bestehen, bis Deine Ausbildung beendet ist. Ob Unterhalt gezahlt wird oder nicht ist unerheblich.

Ich meine, dass er Deine Einkünfte für seine Steuerklärung benötigt. Der Gründe gibt es viele und ich betone ausdrücklich, dass ich keine Steuerberatung mache. Eine Information habe ich allerdings, die die Forderung nach Deinen Einkünften ebenfalls begründet.

Die Bedürftigkeitsgrenze ist nicht identisch mit der Steuerfreigrenze. Da Du vermutlich kaum Steuern im Abzug hast, kann es sich für Deinen Vater lohnen, einige Deiner Kosten auf seinen Antrag zu nehmen. Die Oberfinanzdirektion Magdeburg hat vor ein paar Monaten klargestellt: Sind die Eltern unterhaltsverpflichtet und besteht gleichzeitig ein Anspruch auf Kindergeld, dann können die Krankenkassenbeiträge des Kindes als "eigene Beiträge" abgesetzt werden, auch dann, wenn das Kind selbst krankenversichert ist. Natürlich dürfen die gleichen Beiträge dann nicht auf Deiner Steuererklärung erscheinen, aber eine Aufteilung ist möglich. Dazu muß Dein Vater aber Deine Verdienstnachweise besitzen um das aufzuschlüsseln.

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"Von meinem Vater erhalte ich seit Ende des Studiums/ Anfang der Ausbildung keinen Cent. Trotzdem verlangt dieser nun von mir einmal die Zahlungen meiner Mutter an mich offenzulegen und außerdem dazu noch eine schriftl. Austellung über mein Brutto/Nettoeinkommen und Werbekosten (auf KG bezogen) an ihn zu schicken."

Wo ist dein Problem?

Du verschweigst, wohlweislich, dass Du volljährig und damit Auskunft-Pflichtig bist.

Ist da irgendetwas illegal, das deine Haltung erklären würde?

Die Volljährigkeit begründet doch keinen Auskunftsanspruch!

Schick mir mal deine Gehaltsunterlagen zu, oder hast du etwas zu verbergen. ;-)

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Worauf es ankommt, hast Du nicht geschrieben. Meine sachliche Gegenfrage basiert auf Deinen gemeldeten Hauptwohnsitz.

Zum Beispiel würde die Wohnungsbauförderung gern wissen, wie hoch das Einkommen der gemeldeten Personen im Förderungsobjekt ist, weil sich danach die Zinsbelastungen berechnen. Nachdem die Mutter "weggefallen" ist, haben sich auch die Einkommensverhältnisse im Innenverhältnis geändert, so dass sich eventuell ein Zinssenkungsantrag lohnen könnte.

Würdest Du an deine Mutter Unterhalt zahlen wäre ein Grund vorhanden. Lass Dir von ihm eine Begründung schriftlich geben. Und diese überprüfst Du dann. Du kannst zum Beispiel bei lexetius oder auch im Archiv des Bundesgerichtshofs und des Bundesverfassungsgerichts recherchieren. So wie Dein Vater drauf ist macht es sicherlich Sinn mit ihm per Einschreiben mit Rückschein zu verkehren. Dann kann er nicht behaupten, er habe die Post nicht erhalten. Zudem zeigst Du ihm so dass Du Grenzen hast welche respektiert werden wollen.

ja u-tiger so ist das hier.einige lesen nicht richtig was du schreibst und andere geben VÖLLIG falsche antworten.das mit dem kindergeld deiner mutter ist i.o. kannst es aber auch direkt von der kigeldkasse überweisen lassen.was deinen vater betrifft muss er irgendwann mal zu lange in der sonne gestanden haben :- ) warum er das wissen will kann ich mir nur so erklären,das er vielleicht von dir unterhalt möchte.warum auch immer ???????? aber auch dann musst du nicht zahlen weil du ja eine mindesteinkommens-/fändungsgrenze haben musst-ich glaube liegt bei einer person bei 1060.00 euro-

Wenn Du Kindergeld erhälst, dann muss die Rechtmäßigkeit Zahlung gegenüber der zahlenden Stelle (Arbeitsstelle des Vaters?) regelmäßig begründet werden. Dies geht nur mit Auskünften über Einnahmen. Verdienst Du z.B. mehr als für die Zahlung des KG zulässig und hast dennoch Kindergeld bezogen, dann kommt es gnadenlos zu Rückzahlungsforderungen, die sich primär gegen den Vater (!) richten.Daher muss er sich leider bei dir erkundigen. Ohne die Angaben gibt es keine Zahlung. Mag sein, dass dein Vater vielleicht auch neugierig ist, doch er benötigt fundierte Angaben.

Es kommt darauf an, wieso er diese Auskunft möchte. Ggf. muss er diese selber an Ämtern (z.B. Finanzamt) oder anderen Behörden (auch Krankenkassen) angeben.

In so einem Fall bist Du auskunftspflichtig.

Möchte er es einfach nur für sich selber wissen, bist Du dies nicht. Dann gehört es zu deinen Persönlichkeitsrechten, diese Auskunft zu verweigern.

Du solltest also, unabhängig von eurem Verhältnis, einmal nachfrage, wozu er diese Auskunft benötigt. Je nachdem wofür es ist, kannst Du diese Auskunft dann vielleicht auch an die entsprechende Stelle selber geben, ohne es ihm direkt sagen zu müssen. Das geht aber nicht immer (z.B. Finanzamt, Krankenkasse ^^).

Das werde ich mal machen! Danke!

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@Unterhaltstiger

Dem Finanzamt gegenüber muss er seinen Sohn ja wohl kaum veranlagen und sein Sohn ist sicher auch nicht über ihn krankenversichert. Das macht der Ausbildungsbetrieb.

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@dawala

Ich versuche es kurz und verständlich zu erklären und dafür ein Beispiel zu nehmen, welches auf beide Beispiele passt und sehr oft vorkommt:

Die von dir genannten Beispiele müssen nicht den "Ist"-Stand repräsentieren. Finanzamt, wie auch Krankenkassen haben das Recht, auch rückwirkend Entscheidungen noch mal zu überprüfen. Dies kommt bei internen Revisionen sehr oft vor. Dabei wird nicht nur der Stand von damals abgefragt, sondern teilweise auch der aktuelle "Ist"-Stand. Dies wird alles durch Gesetze (Gründe, Fristen etc.) geregelt. Es würde den Rahmen sprengen, hier alles aufzulisten.

Nochmal mein Ratschlag: Einfach mal nachfragen. Und wenn er was "offizielle" (Ämter, Behörden etc.) angibt, dann soll er dir das Schreiben zeigen und gut ist :)

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Eine Auskunftspflicht nach § 1605 BGB müsstest du nur geben, wenn du Unterhalt beanspruchen wolltest.

Wenn du das, wie du ja schreibst, nicht tust, besteht hier nach Familienrecht auch kein Anspruch auf Auskunft.

Die Auskunft muss erforderlich sein. Es besteht kein Auskunftsanspruch, wenn die begehrten Angaben den Unterhaltsanspruch unter keinem Gesichtspunkt beinflussen können (BGH NJW 82, 2771, Düsseld. FamRZ 98, 1191), etwa weil eine Barunterhaltspflicht sowieso entfällt......

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