Aushilfe - was steht mir zu?

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3 Antworten

Es ist schon erstaunlich, wie viele eklatante Gesetzesverstöße Arbeitgeber in ein einziges Arbeitsverhältnis packen ...

1. Arbeit an gesetzlichen Feiertagen regeln die §§ 10 &. 11 ArbZG (Arbeitszeitgesetz). Demnach muss für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen ein Ersatzruhetag gewährt werden, an welchem ansonsten Arbeitspflicht bestünde. "Ohnehin arbeitsfreie" Tage zählen hier definitiv nicht. Vergütung/Zuschläge würde ein Tarifvertrag regeln, aber den gibt es hier vermutlich nicht.

2. Urlaub muss tatsächlich für Tage der bestehenden Arbeitspflicht genommen werden und somit auch an Sonn- und Feiertagen. Allerdings muss definitiv kein Urlaub für "ohnehin freie" Arbeitstage genommen werden, was bei Dir den Wochentagen entspricht.

3. Die tägliche Höchstarbeitszeit beträgt 8 Std. (§ 3 ArbZG) und darf nur in Ausnahmefällen auf bis zu 10 Std. verlängert werden.

4. Für tatsächlich erbrachte Arbeitsleistung die Vergütung vorzuenthalten ("Stunden streichen") erfüllt den Tatbestand der Förderung von Schwarzarbeit. Dafür interessiert sich die Zollbehörde übrigens ganz brennend und ist dankbar für jeden Tipp - auch anonym ...

5. Die Überschreitung der Geringfügigkeitsgrenze (450,-€) ist durch den entstandenen Vergütungsanspruch im jeweiligen Monat bereits gegeben und kann nicht durch "Tricksereien" mit verspäteter Auszahlung "geheilt" werden. Das interessiert wiederum die Wirtschaftsprüfer ...

6. "Meetings" in betrieblichem Interesse (Anwesenheitspflicht) sind Arbeitszeit und auch als solche zu vergüten. (s. o.: Schwarzarbeit!)


Zusammenfassend bleibt mir dabei nur die Einschätzung, dass Du auf Grund deines geringfügigen - aber nicht geringwertigen! - Beschäftigungsverhältnisses kaum in der Lage sein wirst, auf direktem Wege die gesetzeswidrigen Praktiken des AG abzustellen. Einen Betriebsrat wird es vermutlich auch nicht geben und gewerkschaftliche Unterstützung gibt's halt nur für ihre Mitglieder ...

Da bliebe Dir nur der Weg, die Missstände beim Zoll (Schwarzarbeit) und/oder beim Gewerbeaufsichtsamt (Verstöße gegen das ArbZG) anzuzeigen, auf deren "Disziplinierungsmaßnahmen" und die entsprechende Verhaltensänderung des AG zu hoffen.

Viel Erfolg!

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Wir leben in keinem Sklavenhalterstaat. Du kannst da doch jederzeit kündigen. Oder auf die vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten verweisen...

DU musst dir einfach mal ein "Nein" angewöhnen... :-)

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Ein Job (ob Nebenjob oder Hauptberuf) ist zwar in der Regel ein notwendige Sache, jedoch sollte einem die Arbeit auch Spass machen.

So wie Du es beschreibst ist der Job für Dich eine massive Belastung. Das ist nicht gut.

Kündige den Job und such Dir was anderes, wo es Dir auch Spass macht.

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