Ausgewachsenen Straßenhund noch nachträglich sozialisieren? In welchem Maße machbar?

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10 Antworten

Hallo DeusExBionic,

Deine Frage finde ich sehr interessant! Sie berührt in gewisser Weise ein Thema, mit dem auch ich mich beschäftige, seit ich einen Hund habe. Das Thema Freilauf nämlich.

Ich lebe in der Nähe des größten Hundefreilaufs Deutschland, er faßt fast 18 Hektar, ist also wirklich groß, eingezäunt und ein Segen für Hundebesitzer, deren Hunde unstillbar jagdliche Ambitionen haben...

Hundeausläufe sind ein Thema für sich...^^ In der Welpenschule erlebten ich und der Meinige einen "Hundeauslauf", den ich aus heutiger Sicht für untragbar befinden würde, da er viel zu klein gewesen ist. Der oben erwähnte Auslauf ist in Ordnung, allerdings begegnest Du dort anderen Hunden, von denen Du zunächst nicht weißt, wen sie am anderen Ende der dort nicht vorhandenen Leine hängen haben...

Was Du über Deinen Hund schreibst liest sich für mich so, als wäre der topp sozialisiert! Kann ja eigentlich auch gar nicht anders sein, wenn er von der Straße kommt!

Ihr wart das erste Mal in dem Auslauf und Dein Hund hat sich entsprechend verhalten! In solchen Hundeausläufen trifft man Hunde wie den Deinen und dann trifft man die "Einheimischen", die, die da jeden Tag sind und für die der Hundeauslauf so etwas ist wie der eigene Vorgarten... Wenn Ihr dort öfter hingeht, dann wird Dein Hund irgendwann auch einer dieser "Vorgartenbesitzer" sein und seine Bürste nur noch Neulingen entgegenstellen...^^ Oder auch eher nicht, weil er ja gut sozialisiert ist!!!

Klar hatte Dein Hund Stress bei diesem ersten Ausflug in einen Hundeauslauf - Du doch bestimmt auch! So ein Hundeauslauf ist immer ein Abenteuer - sogar für die "Einheimischen" und sicher nicht ohne Risiko! Du weißt nie, wem Du begegnest, wie die Halter reagieren, ob sie überhaupt reagieren oder zu der Fraktion "das machen die unter sich aus" gehören.

So, jetzt bin ich vom "Freilauf" etwas abgekommen...^^ In Situationen wie von Dir geschildert gehe ich weiter und signalisiere meinem Hund "hier ist unser Bleiben nicht länger!" Es ist sehr von Vorteil, wenn der Hund dann hört und sich an Dir orientiert! :) Du schaffst ihm mit dem Weitergehen eine Planungssicherheit und entbindest ihn eigener Entscheidungen!! :) Es geht ja schließlich um Freilauf! :) Da muß sich kein Hund beschnüffeln lasse, wenn es sein Ende der Leine nicht will! :)

Also beobachte Deinen Hund und spring' ihm zur Seite, wenn Du merkst, es wird ihm zu eng!

Obgleich ich den Hundefreilauf um die Ecke habe, nutze ich ihn inzwischen nicht mehr täglich. Ich habe festgestellt: Abenteuerspaziergänge lassen sich auch an der Schleppleine organisieren! Suchen ist mindestens so anstrengend wie rennen und spielen! Und wenn wir im Freilauf sind, achte ich darauf, den Kontakt zum Hund nicht zu verlieren, gebe Aufgaben, verschwinde auch mal plötzlich, wenn ich merke, der Kontakt reißt ab...

Bitte berichte doch mal, wie es weiter mit Euch läuft - fern vom freien Land und mitten in Berlin!

Liebe Grüße vom Beutelkind!

Acabane 02.09.2013, 22:12

Wunderbare Antwort. :)

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DeusExBionic 02.09.2013, 22:30

Ich finde du haste wirkliche viele zutreffende Punkte angesprochen, danke Dir! :)

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Beutelkind 03.09.2013, 12:58
@DeusExBionic

Lieben Dank für den Stern DeusExBionic und viel Glück in Eurem neuen Lebensraum!

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DeusExBionic 06.09.2013, 20:57
@Beutelkind

Also ich war jetzt erneut dort.

Dieses mal hat mein Hund zufrieden mit zwei anderen gespielt, auch gemeinsam hinter einem Ball herfetzen etc. ging wirklich gut. Friedlich ich ihn früher kannte. Im anschluss hat er sich gemütlich hingelegt.

Bis dann zwei andere Hunde ins Gehege kamen, total dreiste Kollegen. Sind zu zweit direkt auf meinen liegenden Hunde zugerannt und sind über ihn rüber gebrettert. Da hab mein Hund noch nichts zu gesagt aber ist aufgestanden und wollte gehen. Die beiden wie die verrückten hinterher. Mein Hund beginnt zu grummeln und macht eine Bürste, dabei geht er langsam weg. Die Hunde rennen weiter hinterher und bedrägen ihn, komplett keine Reaktion auf sein deutliches Verhalten. Der Besitzer hat sich nicht dafür interessiert und beide Hunde waren koplett nicht abrufbar.

Habe sie dann beide von meinem Hunde "entfernt".

Fazit für mich, mein Hund hat wenigstens Körpersprache und versteht diese auch. Viele andere Hunde scheinen irgendwie "gestört" zu sein was das angeht.

Werde den Freilauf jetzt meiden oder nur hinein gehen wenn ich sehe, dass angenehme Genossen da sind.

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Beutelkind 06.09.2013, 22:35
@DeusExBionic

Also vorab mal: Hundespielzeug in einem Freilauf ist keine gute Idee! Nicht alle Hunde sind in der Lage, ein solches zu teilen!! Da kann sehr schnell eine Keilerei in Gang gesetzt werden, Ihr habt Glück gehabt!

Und ja: Dreisten Kollegen begegnet man immer wieder mal - da bist Du dann gefragt - hast doch toll reagiert! Und Dein Hund auch! Glückwunsch!

Nicht jeder Hund hatte das Glück einer guten Sozialisation... Und vielen Haltern ist es leider schnuppe, was ihre Hunde ohne Leine so treiben... Das ist eben das Risiko eines öffentlichen "Hundefreilaufs"...^^

Und auch unter vermeintlich "angenehmen" Genossen kann eine Hundebegegnung eskalieren - no risk - no fun...^^

Ich persönlich empfinde es im Freilauf "einfacher", meine Probleme beginnen dort, wo ich Leine gehe und freilaufenden Hunden begegne, die null hören...^^

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Hallo,

also, ich finde du hast einen sehr vernünftigen Hund, was möchtest du eigentlich noch an ihm ändern, ist doch alles in bester Ordnung: er meidet die hyperaktiven, beschnüffelt in aller Ruhe die Ruhigen und droht ein bißchen und beißt nie, wenn ihm etwas nicht paßt...

Meinst du nicht, daß DU vielleicht deine Einstellung ggüber dem Hund ändern könntest?...

Ich sage das nicht, um dich zu ärgern... Der Hund scheint mir völlig normal.. nur etwas zurückhaltend... Wenn er schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist es eigentlich nicht weiter verwunderlich..

Emmy

DeusExBionic 02.09.2013, 01:39

Meinst du nicht, daß DU vielleicht deine Einstellung ggüber dem Hund ändern könntest?...

Wenn meine Einstellungen so falsch wären, dann hätte ich wohl heute noch einen Hund der sich nicht unterm Tisch hervortraut und alles und jeden verbellt.

Ich möchte das nicht zu meiner persönlichen Belustigung ändern sondern weil ich möchte, dass er in solchen Situationen nicht gestreßt ist. Ich kann es ja den anderen Haltern nicht verbieten ihre aktiven Hunde an meinen heranzulassen und selbst wenn ich sie darauf hinweise wird es leider ab und an ignoriert.

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YarlungTsangpo 02.09.2013, 10:45
@DeusExBionic

Hallo DeusExBionix,

In solchen Situationen, gehst du um deinen Hund herum, so dass du dich zwischen Deinem und dem heran nahenden Hund befindest - dabei bleibst du ruhig und bestimmt - du kannst zwei Hände zu einem "Stopp" gegen den Hund ausstrecken und sagst laut "Stopp, Halt oder Langsaaaaam"

So übernimmst du - für deinen und den fremden Hund erkenntlich die Situation und kannst Stress bei deinem Hund verhindern, du nimmst Tempo aus diesem ersten Kontakt und das ist Wichtig = für deinen Hund.

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Huhu DeusExBionic,

erstmal herzlichen Glückwunsch zum neuen Familienmitglied.

Ich glaube nicht das da ein Problem besteht. Auch einer meiner Hunde findet so wilde Hunde wirklich doof und hat auch nicht wirklich Interesse an anderen Hunden.

Die Skepsis kann man dem Hund nicht nehmen, aber ihm die Situation angenehmer machen, in dem man ganz einfach das Zepter in die Hand nimmt. Wird dein Hund von einem anderen bedrängt ruf ihn zu dir und vermittel deinem Hund die Sicherheit, die er offensichtlich braucht. Bist du beim Gassigang in der Situation das euch ein Hund entgegen kommt, der deinem Hund Angst macht oder nicht geheuer ist, sollte man da auch nicht scheuen dem anderen besitzer zu sagen, dass er seinen Hund bitte weg nehmen soll.

Der Hundeauslauf ist an sich eine gute Idee, doch jetzt kommt das große aber, du bringst deinen Hund ungeniert immer wieder in die für ihn unangenehme Situation. Das Verhalten mit dem Zähne zeigen, grummeln, der Kamm und das schließliche verbellen, ist schon ein Zeichen für leichte Aggressionen. Ich würde dir raten den Hundeplatz nicht mehr aufzusuchen, oder nur dann wenn bestimmte Hunde dort sind. Du bringst hier deinen Hund wie schon gesagt immer wieder in unangenehme Situationen und so kann man auch Aggressionen fördern.

Ich glaube das du dir die Hoffnung auf den Gewöhnungseffekt aus dem Kopf schlagen solltest. Es könnte sich was ändern, wenn der Hund merkt, dass du die Situation kontrollierst, und ihn im Notfall aus der Situation befreist.

Ich hoffe das hilft dir LG

Hallo DeusExBionic,

also Du beschreibst, dass Dein Hund andere Hunde, die langsam auf ihn zukommen akzeptiert. Also zu erst einmal, jeder Hund hat, so wie auch wir Menschen eine Individualdistanzgrenze, kommt ein anderer Hund unter diese Schwelle und tut das sehr langsam, dann tut er das mit der direkten Signalisierung, dass er Deinem Hund nichts tun möchte, er beschwichtigt, langsame Bewegungen haben eine beschwichtigende Natur.

Diese speziellen Hundeauslaufflächen finde ich persönlich übrigens überhaupt nicht gut, denn dort werden etliche Hunde rein gepackt und müssen zwangsläufig in einem eingezäuntem Gebiet miteinander klar kommen. Oftmals gibt es nicht genug Ausweichmöglichkeiten, weil einerseits durch die Einzäunung eine Begrenzung vorliegt und andererseits durch eventuell davor oder im Weg stehende Hunde, d.h. der Hund der vielleicht jetzt eine Distanzierung möchte, kann diese nicht selbst in die Wege leiten, weil er in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, dadurch kann Frust und eventuell auch in weiteren Schritten und längerfristig gesehen Aggression entstehen.

Was möchtest Du denn bei einem sich so super verhaltendem Hund noch erreichen?

Also mal ganz ehrlich, er zeigt eine klare Kommunikation, zeigt kein reaktives Verhalten also stürzt sich nicht direkt auf einen anderen Hund und er scheint mir persönlich sehr gut sozialisiert zu sein, im Gegenteil zu vielen vielen anderen Hunden, die ich kenne ;-)

Ich persönlich würde aber diese eingezäunten Freilaufgebiete meiden, dann doch lieber eine Hundewiese, obwohl mir die mit viel zu viel Energie geladenen Hunden vollgestopft sind, also laß ihm doch ruhige normale Kontakte, die er mag und zuläßt und gut ist... ;-)

Was Du allerdings machen kannst, dass solltest Du dann aber nicht in diesem eingezäuntem Gelände tun, Du kannst ihm Hunde, die eben was schneller, wilder, hoppeliger usw. sind noch netter werden lassen. Geht ihr gemeinsam raus und es kommt ein solcher Hund auf euch zu und er ist ruhig, dann belohne ihn für dieses Verhalten, umso näher der Hund kommt umso mehr Lob sollte am Anfang gegeben werden, so lernt er mit der Zeit, dass auch diese Hunde nicht unbedingt eine Konfrontation wollen, sondern vielleicht einfach nur ein bisschen ungestümer sind. Schnelle und hektische Gesten sowie ein schneller auf einen anderen Hund zulaufen ist für den Hund unhöflich, ruhige Kontaktaufnahmen vermitteln eben auch Ruhe.

Schau mal, wenn Du nach Hause kommst und Dein Hund freut sich und Du schreist dann noch rum und quietscht mit ihm, dann wird er dadurch mit Sicherheit nicht ruhiger, sondern dreht noch mehr auf. Wenn ihn ein anderer Hund begrüßt, dann möchte er eine ruhige und höfliche Begrüßung mehr nicht, dass ist doch aber toll, dass er das auch direkt mitteilt, oder nicht?

Liebe Grüße Anda

Jeder Hund kann sich lebenslang auf geänderte Umweltsituationen einstellen, also lebenslängliche Sozialisation ist möglich.

Es fragt sich nur ob einem Hund solches Bemühen, seitens des Menschen, nicht zuviel Stress verschafft und ob es sinnvoll ist.

Kein Hund muss mit allen Hunden der Erde Freundschaft schließen. Zudem ist es nicht erforderlich - wie oft fälschlich angenommen, dass Hunde möglichst viele fremde Hundekontakte pflegen müssten - Sie brauchen das nicht für ihr Wohlbefinden.

Du hast mit Deinem Hund, der einmal ein Strassenhund war - eine Familiengruppe, eine Sozialgemeinschaft gebildet, dein Hund fühlt sich wohl in dieser Konstellation und hat kein besonderes Bedürfnis nach Hundekontakten.

Er hat auf der Strasse gelernt mit Hunden zu kommunizieren und aus Erfahrung bevorzugt er einen bestimmten Wesenstyp unter den Hundeindividuen. Das solltest Du deinem Hund lassen - und nicht versuchen daran "herumzuexperimentieren"

Also - weniger ist oft mehr - Besser ein paar wenige aber ausgewählte Hundebekanntschaften als eine Reizüberflutung mit allerlei und jedem Hund - das kann nur Stress für übrigens alle Hunde, gleich welcher Herkunft - bedeuten.

Alles Gute bei dieser Entscheidung, wünscht Yarlung

DeusExBionic 02.09.2013, 16:34

Ich habe den Hund nicht seit kurzem und als ich ihn damals bekam war er ganz anders. Nicht abrufbar, Angstbeisser (ok, beißen war das nicht, nur antäuschen und warnen) und bedingungsloser Jäger.

Finde es schade dass man per se als total unfähig dagestellt wird, damit möchte ich mich garnicht mal speziell auf deinen Beitrag beziehen. Ich schreibe das hier drunter weil ich denke, dass es hier die meisten lesen. Das Problem ist, dass ich vorher auf dem Land gewohnt habe und jetzt mitten in Berlin. Der Hund ist sicher abrufbar, aber mir fehlt trotzdem der Mut einen Jagterrier-Mix auf einer offenen Wiese laufen zu lassen. Hier ist es einfach gefährlicher und die Straßen immer relativ nah. Ich hänge an dem Hund, hier gibt es genug die ihren Hund auch an der Straße abgeleint lassen! Schlimm finde ich das.

Ein Leben lang an der Schlepp? Hier gibt es wirklich Große Freilaufwiesen und das ist wie ich persönlich finde der einzige Ort wo ich meinen Hund guten Gewissens in einer Großstadt freilassen kann. Natürlich fährt man auch aus der Stadt raus in andere Gebiete, logisch. Aber der Freilauf wäre im Grunde ab und an auch eine angenehme Option. Aber wer Jagdterrier kennt weiss, dass es ohnehin mit ein bisschen rumrennen nicht getan ist :) Daher bin ich wirklich sauer über manche Aussagen, nach dem Motto man hätte doch Glück, dass der Hund zufällig so sei. Denn das ist definitv keine Rasse mit der man dreimal am Tag Gassi geht und fertig. Wenn der nicht gefordert werden würde hätte man ein mächtiges Problem.

So jetzt habe ich aber Dampf abgelassen :) Hoffe man konnte ansatzweise verstehen was ich sagen wollte.

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YarlungTsangpo 02.09.2013, 19:30
@DeusExBionic

Hallo DeusExBionix

Auch meine Hunde kann und würde ich in einer belebten Stadt nicht frei laufen lassen!

Hier mein Tipp:

  • Brustgeschirr
  • 5 m Gurtbandleine mit 1 Handschlaufe & 1 Karabinerhaken und....
  • kommunikativ mit deinem Hund spazieren laufen....

Das geht auch in Berlin!

http://www.youtube.com/watch?v=28w63ryqRaE

Guck dir das im Film einmal an - gut für einen jagdlich motivierbaren Hund. Dein Problem in den Auslaufarealen kann ich verstehen. Es kann und wird nur funktionieren wenn du deiner Pelznase immer verdeutlichen kannst, dass du die Situation für ihn übernimmst.

Gib nicht auf Ihr Beiden werdet das lernen.

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DeusExBionic 02.09.2013, 20:54
@YarlungTsangpo

Ich habe kein Problem mit seinem Jagdtrieb. Der ist mit Reizangel und Fährtenarbeit ganz zufrieden.

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YarlungTsangpo 02.09.2013, 21:13
@DeusExBionic

Auch ohne Problem mit Jagdtrieb empfehle ich dir kommunikativ mit deinem Hund zu laufen - gerade wenn du in der Stadt den Vierpfötler öfter als dir lieb ist an der Leine führen musst.

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Er beißt nie ist eine Aussage die man leicht treffen kann aber nie zu 100 % untermauern kann. Das mal vorweg. Ich selber habe einen 3 Jährigen Terrier Wasserhund Mix aus Spanien der sehr gut zu händeln ist und den ich auch oft mit anderen Hunden zusammenlasse, auch wenn sich einige untereinander nicht mögen. Vielleicht ist Deiner mit der Vielzahl der Hunde einfach überfordert. Oder er ist eben eher von der Deeskalationsfront. Ich muss ehrlich sagen dass ich Dein " Problem " nicht so ganz verstehe. Dein Hund ist kein Stressmacher, also sei doch zufrieden. Denk mal daran, dass wir auch nicht jeden mögen und das gleiche Recht sollten unsere Tiere haben.

Ich denke nicht, dass "dein Hund" das Problem ist! So wie du es beschreibst, verhält er sich extrem anständig, noch dazu, wenn es ein Terrier-Mix ist!

Ich denke eher, dass in dem Freilauf entweder zu viel Stress herrscht, mobbende Hunde vorhanden sind oder der Freilauf nicht so gut überwacht wird. Wenn der Freilauf durch einen Trainer überwacht wird, wird er schlecht geführt! Wenn du dich einfach mit Bekannten triffst, würde ich das deinem Hund in diesem Ausmaß nicht mehr zumuten.

Ich empfehle dir, falls es so etwas in deiner Umgebung gibt, an einem Social Walk (ein geführter Trainingsspaziergang) teilzunehmen, wenn du für deinen Hund Gesellschaft möchtest. Dein Hund hat anderen gegenüber keine "Skepsis"! Er teilt ihnen in einem "sehr höflichen Maß" mit, dass der andere sich ihm gegenüber nicht anständig benimmt, was sein gutes Recht ist. Leider können sich nicht alle Hunde deinem gegenüber anständig benehmen, weil Menschen ihnen oftmals nicht die Chance dazu geben. Er kann aber auch nicht so viele auf einmal "erziehen" sonst wird es zu stressig für ihn! Du hast einen tollen Hund, bitte erspare ihm den Hundeauslauf! Du riskierst sonst, dass dein Hund schlechte Angewohnheiten erlernt.

Hallo,

Du schreibst:

Allerdings interessiert er sich NULL für andere Hunde

Meine Güte das ist einfach traumhaft. Ich verstehe schon was Du meinst. Ich kann Dir aber nur sagen, dass ich auch mal so einen Hund hatte. Der Max ein Straßenhund aus Griechenland. Es war traumhaft ich konnte mit ihm überall hin gehen, er hat keine anderen Hunde angebellt , nicht genkurrt nie Stress angefangen nichts. Ich konnte in Dänemark am Strand ne Raucherpause machen. Max neben mir Frei.Kamen andere Hunde vorbei blieb er liegen . Er schaute nicht mal hin.Wir haben ihn vor dem Ferienhaus frei liegen lassen ohne Zaun ohne alles er lief nicht weg und nie zu anderen Hunden. Meine Güte das war so traumhaft. Er hatte seine zwei Freunde und gut war.

Nimm es wie es ist. Kommt ein anderer Hund mach es wie Yarlung Tsangpo schreibt.

Weißt Du wir erwarten von Hunden das , was wir als Mensch auch nicht tun. Ich finde nicht jeden Menschen nett und unterhalte mich mit ihm.Ich grüße auch nicht jeden den ich in der Stadt treffe mit Handschlag. Warum soll der Hund jeden anderen Hund begrüßen. Tun wir doch auch nicht.Ich habe meine Freunde und das reicht mir.

Vermeinde solche Hundeausläufte. Ganz im ernst da gehen Menschen hin, deren Hunde meinstens nicht mal annähernd erzogen sind und sonst keinen Auslauf bekommen. Also nicht ausgelastet sind und dann andere Hunde mobben um ihren Stress und ihre Energie ab zu bauen.

Schon alleine die Situation wenn man zur Tür rein kommt in so einem Auslauf. Da kommt keiner auf die Idee seinen Hund mal zu rufen bis man drin ist.Nee da stürzen dann 5 bis 7 Hunde auf den eigenen Hund los. Das geht gar nicht.- Dann gibt es besonders schlaue die noch nen Ball oder Stock mit nehmen. Viele Hunde verteidigen den Auslauf weil sie so oft da sind, dass sie es als ihr Revier an sehen.

Die Menschen sehen nicht , wenn der eigene Hund gerade Hilfe braucht. Keiner kümmert sich um Hunde die andere ständig besteigen oder belästigen..........

Nee da könnte ich nen Roman schreiben.

Möchtest Du immer in einen vollen Vergnügungspark gehen jeden Tag oder jede Woche ??? Bestimmt nicht oder ?

Weißt Du nimm es wie es ist und sei so froh darüber ganz im ernst,.Du musst nichts weiter tun als den anderen Hund weg zu schicken. Mehr nicht.Dein Hund wird merken, dass er sich auf Dich verlassen kann und braucht dann nicht mehr brummen und knurren.Es ist nicht nötig.

Sei ganz dolle froh über diesen Wunderbaren klasse mega tollen Hund!!!!

sophia40 02.09.2013, 15:07

Noch einen Tipp. Geh mal ohne Hunde zu diesem Hundeauslauf und beobachte die Hunde die in den Auslauf rein gehen. Du wirst merken, dass die meinsten Hunde gar nicht wollen.

  • Sie ziehen an der Leine zurück

  • Bleiben vor dem Auslauf stehen.

  • sie werden immer langsamer je näher sie zum Auslauf kommen.-

  • Schnuppern heftig vor dem Auslauf, ohne Pause

  • Kopf weg drehen

  • Kratzen

  • Sich sofort zurück ziehen im Auslauf

  • Schutz beim Menschen suchen.

  • Hin und her wandernder Blick.

  • Nicht enden wollendes Schnuppern das über mehrere Minuten geht.

  • Hilfesuchend zum Menschen schauen, der leider nichts merkt :-(.

Schau mal auf diese Dinge Du wirst sehen von 5 Hunden wollen 4 nicht rein und die Menschen merken es niciht. :-))

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Anda2910 03.09.2013, 00:36
@sophia40

Sehr schöne Antwort Sophia!!! Genau so sieht es aus, deshalb bin auch ich nicht für diese typischen Auslaufwiesen, die zumeist auch noch ohne Trainer von statten laufen und wenn sie mit Trainern laufen, dann sind diese zumeist eher der Meinung, dass sich die Hunde eben untereinander selbst erklären, wie die Welt abläuft, aber die Erregungslage des Hundes, seine Individualdistanzgrenze, sein eigentliches Empfinden die Emotionen werden alle nicht beachtet, sondern drum herum stehen schön quatschende Hundehalter mit ihren Hunden und lachen gerade darüber, wie einer von 5 Hunden gemobbt wird und dieser dann problematisches Verhalten an den Tag legt und sich jeder noch wundert, warum der Hund auf einmal aggressiv auf Artgenossen reagiert...

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aotearoa01 03.09.2013, 10:00
@Anda2910

Das habe ich hier bei uns gerade: auf dem Weg zur Arbeit laufe ich immer noch im Wald. Der Parkplatz davor wird seit neuestem morgens von fünf, sechs Frauen in Beschlag genommen mit ihren Hunden. Während die Frauen palavernd und lachend irgendwo rumstehen, rennen ihre Hunde durch die Gegend und mobben Neuankömmlinge.

Oder, wenn ich den eigenen Hund noch nicht aus dem Wagen lasse, sondern mit Hand am Kofferraum warte, bequemen sie sich dann, ihre Hunde "einzufangen". Das ist ein Bild: Frauen im bestem Alter mit nach vorn gestreckten Armen wuseln zwischen den Autos und davor herum und versuchen, ihrer Hunde "Herr" zu werden... Und wenn sie dann alle gezähmt sind, lasse ich Meine raus, sach noch "Moin" und verschwinde im Wald.. Ist jetzt überzogen beschrieben, aber ungefähr kommts hin. Die tratschen und haben kein Auge auf ihrem Hund... :(

Habe mir überlegt, demnächst mal was Neues auszuprobieren, sowas völlig abstruses: "Vohhsiicht! Ansteckend! Meine hat Quarzilose...!" Keine Ahnung was das ist. Aber die anderen auch nicht. Da werden sie bestimmt flott! ;)

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sophia40 03.09.2013, 12:37
@aotearoa01

:-)) :-))Quarzilose... Grööööhhhlll Quarzilose ich lach mich weg.......das ist mal ne Idee. :-))

Ich kann Euch beiden nur beifall Klatschen für Eure Kommentare. Wobei ich sagen muss es fängt ja jeder mal an. Auch wir hatten keine Ahnung bei unserem ersten Schnauzer. Wir wusssten es nicht. Kann einem ja auch keiner zum Vorwurf machen.

Nur eben.wenn man den eigenen Hund schon zurück hält und andere lassen ihren dann eifach hin ist halt doof.

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Das erinnert mich alles sehr an eine Hündin, die ich mal hatte, auch in Deinen Kommis... Könnte eigentlich eine Beschreibung von ihr sein :)... Kann ich Dir nur sagen, sie hat in 12 Jahren bei uns (mit zwei von der Straße weg) viele Fortschritte gemacht, aber ihr Verhalten fremden Hunden gegenüber blieb immer dasselbe.. Nix mit Gewöhnung ;)

Ich würde sagen, er ist gut sozialisiert und hat keinerlei Territorial- oder Revierverhalten.

Und mit 6 Jahren kann es gut sein, dass ihn andere Hunde nicht interessieren. Er weiss die Körperhaltungen der anderen Hunde einzuschätzen und ignoriert sie einfach. So macht es ein ausgeglichener gut sozialisierter Hund.

Sei stolz auf ihn und froh, dass er nicht auf jeden Hund reagiert.

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