Ausgangsstoffe Chemische Reaktionen

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Nein, es muss nicht immer zwei Ausgangsstoffe geben, es sind auch Intramolekulare Reaktionen möglich. Zum Beispiel gibt es die Keto-Enol-Tautomerie oder gerade bei riesigen Makrkmolekülen wie Proteinen können verschiedene Reste miteinander in Wechselwirkung treten.

Manchmal sind die Reaktanten aber auch versteckt, die Reaktion "mit Feuer" beispielsweise ist häufig eine Verbrennungsreaktion mit Sauerstoff. In diesem Fall reagiert der verbrennende Stoff unter Wärmezufuhr mit dem Luftsauerstoff, der zweite Reaktant ist also O2.

In einigen Fällen kann es auch nur einen Ausgangsstoff geben: beispielsweise bei zahlreichen katalysierten Reaktionen, wo ein einzelner Ausgangsstoff mithilfe eines Katalysators in einen anderen umgesetzt wird. Andere Beispiele sind z.B. zahlreiche organische Reaktionen mit instabilen Edukten...So kann aus einem einzelnen Stoff (tertiärer Alkohol) bei Erwärmung einfach ein Alken entstehen...generell - wenn das Edukt energetisch hoch und wenig stabil ist kann es mit sich selbst reagieren oder eine andere Umreaktion machen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Doktorand mit zwei M. Sc und B.Sc. In den Diziplinen

Danke!

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Das wichtigste Verfahren mit nur einem Edukt ist das Cracken (Spalten). Technisch wird das Verfahren zur Benzinherstellung verwendet um langkettige Alkane zu spalten.

Feuer ist kein passender Ausdruck. Entweder ist es die Luft bzw. der Sauerstoff, der mit Hilfe des Feuers als Aktivierungsenergie eine Reaktion mit einem Feststoff eingeht (die klassische Verbrennung), oder aber tatsächlich einfach nur eine Umwandlung durch Energiezufuhr. Das bekannteste Beispiel ist die Wöhlersynthese, wo Ammoniumcyanat (oder -isocyanat) in Harnstoff umgewandelt wird.

Diese Reaktion hat damals übrigens das Weltbild fast aller Chemiker spürbar zusammenbrechen lassen, weil erstmals gezeigt wurde, dass es keine strenge Grenze zwischen organischer und anorganischer Chemie gibt.

Es muss nicht immer zwei oder mehrere Edukte geben, es gibt auch Reaktionen bei denen nur ein Edukt reagiert. Beispiele sind radioaktive Zerfallsreaktionen oder der Zerfall von farblosen Distickstofftetroxid zu braunem Stickstoffdioxid.

Feuer ist bei Reaktionen natürlich nicht als Reaktionsteilnehmer anzusehen, da es nur zu/abgeführte Energie ist.

Radioaktiver Zerfall ist keine chemische Reaktion.

Ansonsten hast du Recht!

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