Ausdehnung-Universum?

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7 Antworten

Da, wohin es sich ausdehnt, war vorher nichts, nichtmal ein vorher.

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Hallo Anonym8647,

das Problem mit dem Universum ist, dass man selten eines davon in der Hand hat.

Dinge, die wir in die Hand nehmen können, die wir drehen und wenden und untersuchen können, die verstehen wir. An diesen Dingen sammeln wir unsere Erfahrungen - und diese Erfahrungen wiederum bedingen unsere Erwartungen wenn wir über Unversatndenes und Unbekanntes sprechen.

Jetzt machen wir bei allen Alltagsdingen die Erfahrung: Wenn sie sich ausdehnen, dehnen sie sich in den Raum um sie herum aus. Prompt stellen wir uns das Universum auch so vor, wenn wir hören, dass es sich ausdehnt.

Aber dabei machen wir einen Fehler.

Während sich alle uns bekannten Dinge im Raum befinden uns sich in diesen Raum hinein ausdehnen, dehnt sich beim Universum der Raum selbst aus.

Das ist ein ganz wesentlicher Unterschied, den wir verwischen, wenn wir mit unserer aus dem Alltag stammenden Vorstellung ankommen.

Tatsächlich sagt die gemessene Raumexpansion gar nichts über "Grenzen", "Ränder", "ein Außen" des Universums aus - und braucht sie nicht einmal.

Das Universum expandiert, weil im Universum neuer Raum entsteht - pro Sekunde etwa 67 Kilometer neuer Raum pro Megaparsec vorherige Entfernung. Das Universum expandiert in sich selbst.

Das Universum braucht dafür keinen "Rand". Es könnte wie eine Kugeloberfläche in höhere Dimensionen gekrümmt sein und eine geschlossene Form haben: Eine Kugeloberfläche ist endlich groß, hat keinen Rand und kann größer oder kleiner werden.

Tatsächlich kann das Universum sogar unendlich groß und flach sein - auch das ist mit den vorhandenen Daten möglich. Bei einem unendlich ausgedehnten Gebilde ist aber erst recht klar, dass es "nirgends hinein" expandiert. Es kann aber dennoch im Raum neuer Raum entstehen.

Das könnte man sich vorstellen wie ein Gummiband, auf dem man alle ganzen Zahlen notiiert hat, alle Zentimeter eine Zahl. Das Gummiband ist unendlich groß, weil es unendlich viele ganze Zahlen gibt. Wir können es aber dennoch dehnen - nur noch alle 2 cm eine Zahl.

Kosmologische Modelle beschreiben das Universum nicht als "Ding", das sich in etwas anderes hinein ausdehnt - auch nicht in leeren Raum. Wenn ein Physiker sagt, dass das Universum expandiert, dann ist das keine Aussage über spekulatives "Außenrum", sondern die Beschreibung des Verhaltens des Raums innerhalb des Universums selbst. Von Alltagssituationen übernommene Vorstellungen lenken uns hier in eine falsche Richtung.

http://www.universetoday.com/1455/podcast-what-is-the-universe-expanding-into/#

Grüße


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Kommentar von SturerEsel
18.10.2016, 14:58

Ute aus München kann es wie immer am besten erklären! :)

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Ist typisch menschlich, dass sich alles irgendwie in Grenzen sperren lassen muss. Selbst das Weltall MUSS doch eine Grenze haben und wenn sich dieses ausdehnt, so müsste es über die vorherigen Grenzen hinaus ausdehnen.

So ist es nun mal nicht, der menschliche Geist kann sich die Dimensionen des Weltalls einfach nicht vorstellen - versucht das aber dauernd.

Da ist nur das Nichts. Keine Grenzen und keine Begrenzungen... einfach leerer Raum.

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Dazu gibt es diverse Theorien, die aber alle ihren Ursprung in mathematischen Erklärungsversuchen für das haben, was niemand wirklich wissen kann. Was die Wissenschaft diesbezüglich liefert, sind Formeln, die für Spekualtionen passend gemacht wurden.

Diese Formeln sind in sich selbst stimmig. Doch wenn die zugrunde gelegte Spekulation nicht zutrifft, dann haben sie den gleichen Wert wie eine Formel, die erklären will, wieviel ein Gespenst wiegt.

Angenommen, das gesamte Universum befindet sich in einem Raum, der um einiges größer als die am weitesten voneinander entfernten Massen des Universums ist. Die Größe eines solchen Raums ließe sich mit physikalischen Mitteln nicht feststellen, weil hinter dem letzten Stern nichts mehr ist, was noch irgend eine Strahlung in Richtung Erde abstrahlen könnte.

Doch neben allem physikalischen Denken gibt es auch noch nichtphysikalische Überlegungen:

Hierbei kann man an die Überlegung anknüpfen, wie groß wohl der Raum innerhalb einer geträumten Landschaft ist. Eine solche Landschaft entsteht im Kopf, und dennoch ist sie (zumindest während des Traums) größer als der Kopf. Aber befindet sie sich dadurch auch außerhalb?

Ebenso sind Dinge des Geträumten während des Traums materiell. Wir können durchaus träumen, daß wir uns den Kopf stoßen. Erst im Wachbewußtsein wird uns klar, daß alles nur geistiger Natur war.

Zusätzlich ist bekannt, daß wir auch träumen können, einzuschlafen und etwas zu träumen, und in manchen bekannt gewordenen Fällen geht das sogar in mehrern Stufen.

Weiterhin kommt uns, während wir etwas träumen, alles Geschehen als selbstverständlich vor, quasi als logische. Selbst wenn wir im Traum fliegen können oder durch Wände gehen können, erscheint es uns in diesem Bewußtseinszustand nicht als unlogisch.

So besehen ist es nicht zwangsläufig abwegig, auch unseren Wachzustand gedankenspielerisch als eine Bewußtseinsebene zu betrachten, in der wir lediglich nicht wahrnehmen, daß das gesamte Universum nur geistiger Natur ist, was sich aber ändern könnte, wenn das geschieht, was wir während unseres Wachzustands als "Tod" bezeichnen.

Doch unter dem Strich bleibt übrig, daß ohne dem notwendigen weiteren Wissen jegliche Definition - und sei sie noch so wissenschaftlich - alleine von einer willentlich vorgegebenen Grundidee (einer Spekukation) abhängig ist.

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Unsere Sprache ist nur bedingt geeignet, dies zu beschreiben, ebenso wie unser Geist, es zu erfassen. Ich versuche es trotzdem und man möge mich korrigieren. :)

Im Alltag gehen wir stets von einer Dualität aus, also 'außen und innen', "hoch und tief', "heiß und kalt" usw.

Wenn wir uns als "innen" im Universum begreifen, fordert die Dualität der Sinne und Sprache eben auch ein "draußen", außerhalb des Universums. Das gibt es aber nicht in diesem Kosmos. Die gängigen Modelle, die wir alle als CGI-Grafiken aus Dokumentationen kennen, zeigen den Urknall von außen betrachtet wie einen Sylvesterböller, der explodiert. (Klar, wie sollte man es auch sonst darstellen?)

Diese Betrachtung ist insofern falsch, weil es keinen Raum außerhalb des Urknalls gab, von dem man den Urknall betrachten konnte. Der Raum, ebenso wie die Zeit,  ist erst mit dem Urknall entstanden. Korrekt müsste man also den Urknall "von innen" darstellen.

Wenn wir sagen, dass Universum dehnt sich in das "Nichts" aus, ist das so auch nicht richtig, denn es impliziert (wegen der Dualität) ja trotzdem etwas, wohin es expandiert. Trotzdem ist es das einzige Wort in unserer Sprache, welches einigermaßen zutrifft, vielleicht könnten wir noch "Leere" sagen.

Ich sags mal so: das Universum ist alles, was wir haben. Mehr gibt es nicht. "Außerhalb" ist kein Raum und keine Zeit.

(Die allgemeine Relativitätstheorie postuliert zwar die Möglichkeit von Multiversen, aber auch hier ähnelt die gängige Darstellung einem Berg von Seifenschaum, deren Blasen sich berühren. Damit verlagern wir jedoch nur das Problem: was ist hinter dem Seifenschaum?)

Es gibt keine Grenze des Universums. Zweidimensional können wir uns das wie das Innere eines Luftballons vorstellen, in dem eine Ameise krabbelt. Das Universum (der Luftballon) ist nicht unendlich groß und trotzdem hat es keine Grenze. Die Ameise kann ewig weiter krabbeln ohne jemals an einen Ausgang zu kommen. Nun muss man sich dieses Gedankenmodell vierdimensional vorstellen, einmal in drei Raumdimensionen und zusätzlich noch in der Raumzeit. Hat Zeit eine Ausdehnung?

Meine Kenntnisse in höherer Mathematik reichen leider nicht aus, einen 11-dimensionalen Raum mathematisch zu beweisen, den wir für die String- und M-Theorie benötigen. Als Laie sage ich es mal so: das Universum dehnt sich in anderen Dimensionen aus, die wir mit Worten nur schwer beschreiben können.

Wie man sich 10 Dimensionen vorstellen kann, ist hier sehr schön erklärt:

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Es dehnt sich ins "Nichts" aus.

Der „Urknall“ bezeichnet keine Explosion in einem bestehenden Raum, sondern die gemeinsame Entstehung von Materie, Raum und Zeit aus einer ursprünglichen Singularität. https://de.wikipedia.org/wiki/Urknall

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