Ausbildungsplatz Fachinformatiker Systemintegration annehmen?

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7 Antworten

Ich mache momentan selbst eine Ausbildung als Systemintegrator und muss sagen, dass ich das "Angebot" unterirdisch finde.

600€ Brutto?
Ich bekomme am Monatsende Netto mehr raus, obwohl neben dem Üblichen noch Zusatzleistungen abgezogen werden. Ebenfalls im ersten Jahr. Im Angesicht der anderen Punkte klingt das sehr nach einem Unternehmen, das ihre Azubis stark ausnutzt.

Volle Integration in ...
Gut, ist ganz normal für den Beruf.

Arbeit nach der Berufsschule?
Nein, ganz großes nein. Der Betrieb darf Dich schlichtweg nicht nach der Schule noch arbeiten lassen. Für den Berufsschulunterricht hat der Betrieb den Auszubildenen freizustellen, der Unterricht wird als Arbeitszeit angerechnet. Lediglich, wenn ein Schultag 5 Unterrichtseinheiten oder weniger hat, darf der Auszubildene in den Betrieb geholt werden, um die restliche Zeit voll zu kriegen. 

Weiterbilden nach dem Arbeitstag.
Auslegungssache. Dass man sich mit dem Thema auch Zuhause irgendwie beschäftigt, kann man mehr oder weniger erwarten.
Dass man sich aber selbstständig, ausserhalb der Arbeitszeit weiterbildet oder an Projekten weiterarbeitet, ist nicht zumutbar.

Wochenendarbeit
Ist möglich, wenn es aber nicht üblich für den Beruf ist, sollte es die Ausnahme sein. Jeden Samstag in den Betrieb fahren geht also nicht.
Da ich davon nur mäßig betroffen bin, habe ich mich nicht allzu sehr damit beschäftigt. Ich bin mir aber sicher, dass es auch dazu Regelungen und Gesetze gibt.

Elektronische Zeiterfassung
Haben wir auch, ist sehr angenehm.
Was die Überstunden angeht, solltest Du Dich vorher informieren, ob man die abfeiern kann oder ausgezahlt bekommt (oder sich eines aussuchen darf).

Was Deine Sorge zu den 70-80Stunden/Woche angeht, so gibt es auch da eine Höchstgrenze von 48 Stunden bei 6 Arbeitstagen. Täglich sind 8 Stunden die Höchtgrenze, die auf 10 ausgedehnt werden kann.

Sehr gute und präzise Antwort! 

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Du wirst dich entscheiden müssen.

Entweder hast du einen ansprechenden Ausbildungsplatz, der dich auch schon fordert  UND fördert, 

oder du schiebst eine ruhige Kugel.

Naja, man muss dennoch abwägen, ob ein Betrieb Dich wirklich fordert/fördert oder einfach ausnutzt.

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@apophis

Deswegen schrieb ich ja, dass er sich entscheiden muss.

Ob er dort über die Gebühr "ausgenutzt" wird, stellt er ja in der Probezeit fest. Dann kann man das ja von heute auf morgen beenden.

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@DerHans

Dann kann man das ja von heute auf morgen beenden.

Und weiter? Nach der Probezeit nochmal 'ne andere Ausbildung zu suchen ist eher schwierig. Viele Unternehmen stellen zum 1.8. oder zum 1.9. eines Jahres neue Azubis ein, wenn er innerhalb der Probezeit geht, dann muss er sich irgendwann zwischen September und Februar eine neue Ausbildung suchen oder er hat erstmal bis zum August / September des Folgejahres 'ne Lücke im Lebenslauf. 

Der Beruf des Fachinformatikers / Systemintegration ist relativ beliebt, da bleiben nicht viele Ausbildungsstellen unbesetzt.

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@ceevee

Wenn man aus berechtigten Gründen die Ausbildung kündigt, (eben weil man ausgenutzt wird), kann die IHK auch während des Ausbildungsjahres einen neuen Arbeitgeber vermitteln, der aus anderen Gründen ebenfalls das Ausbildungsverhältnis aufgelöst hat.

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Ich (selbst Azubi als FISI im zweiten Lehrjahr) halte diese Anforderungen für nicht angemessen.

Das Gehalt ist für die Arbeit welche du Leisten musst deutlich zu niedrig... Das entspricht circa 480€ im Monat!

Desweiteren halte ich es für einen absoluten Schwachsinn nach der Berufsschule noch einmal in die Firma zu kommen. Ich weiß auch nicht so ganz ob das rechtens ist. Das selbstständige erarbeiten Zuhause finde ich nur teilweise sinnvoll... kommt ganz auf die Aufgaben darauf an. 

Und das letzte was ich machen würde, wäre Wochenendarbeit... Vorallem wenn die Konditionen sowieso schon sehr streng aufgestellt sind... 

Ich bin der Meinung dass du deutlich bessere Ausbildungen erhalten kannst...

Und so wie das klingt beutet das Unternehmen eher ihre Azubis aus...

Hatte ich auch schon dran gedacht. Mag sein, dass man was davon hat (fachlich), aber sie haben kurz über die Personalplanung fürs naechste Jahr gesprochen und ich hab dem ganzen, zusammen mit ein paar anderen Randbemerkungen, entnommen, dass die eher selten Azubis anschließend übernehmen.
Ich glaube weniger, dass es immer an der fachlichen Qualifkation der Azubis liegt, als vielmehr daran, dass der Betrieb eben einfach nicht mehr Kapazitäten hat und/oder das Einstiegsgehalt vergleichsweise unattraktiv ist (aehnlich wie beim Ausbildungsgehalt). Deshalb wäre auch denkbar, dass Azubis eben auch als billige Arbeitskräfte genutzt werden, darum eben auch die starke Integration in den Betrieb.

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@Narktor

Darf ich dir mal kurz paar Fakten zu mir aufzählen?

  • Entwickler und Hersteller für Airbus Produkte
  • 1. Ausbildungsjahr 800€ (ist in Bayern ein normales Einstiegsgehalt)
  • 40 Stunden Woche
  • Blockweise Berufsschule
  • Keine Verpflichtung auf Wochenendarbeit (kenne auch keinen FISI)
  • Ich lerne hier sehr sehr viel
  • Einbindung in Projekte
  • Kundenkontakt
  • ...

Also wenn du noch die Auswahl hast, wo du dich Bewerben kannst, dann würde ich mir eine andere Firma suchen :) 

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@greendayXXL1

Klingt gut :) Ja, befinde mich definitiv auch weiterhin auf Suche, Ausbildungsantritt ist bei mir eh erst September 2017, von daher hab ich noch viel Vorlauf :D

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@Narktor

Dann hast du die perfekte Möglichkeit dich bei sehr guten Firmen (BMW,...) zu bewerben! :)

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@Narktor

Ich hab hier auch noch was interessantes von der IHK gefunden :)

Nach den Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) hat der Ausbildende den Auszubildenden
für die Teilnahme am Berufsschulunterricht freizustellen (§ 15). Er muss ihm die
für die Teilnahme am Berufsschulunterricht erforderliche Zeit gewähren, darf ihn also während
dieser Zeit nicht beschäftigen.
Diese Freistellungspflicht gilt auch für die Teilnahme an
Nachhilfeunterricht, Vorbereitungslehrgängen für Abschlussprüfungen, Schulveranstaltungen
etc. Für die Zeit der Freistellung, also für die Teilnahme am Berufsschulunterricht, ist dem
Auszubildenden die Vergütung fortzuzahlen (§ 19).
Das Bundesarbeitsgericht hat mit Beschluss vom 26.03.2001 (AZ: 5 AZR 413/99) entschieden,
dass die Verpflichtung zur Freistellung für den Berufsschulunterricht auch die Pausen in
der Berufsschule und die Wegezeiten zwischen Betrieb und Berufsschule beinhaltet. Freistellung
bedeutet, dass die Berufsschulzeit mit der betrieblichen Ausbildungszeit identisch
ist. Findet der Berufsschulunterricht für volljährige Auszubildende jedoch außerhalb der betriebsüblichen
Arbeitszeit statt, umfasst die Pflicht zur Anrechnung auf die Arbeitszeit zwar
auch die Pausen, nicht aber die aufgewendete Zeit zur Berufsschule und zurück zum Arbeitsplatz.

Dies gilt glaube ich nur wenn der Schultag über 12 Uhr dauert.

Wir müssen uns beispielsweise die mündliche Genehmigung vom Unternehmen einholen, ob wie vor 12 Uhr nachhause gehen dürfen, oder noch in den Betrieb müssen. 

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Auszubildende erhalten KEIN Gehalt, sonder eine Ausbildungsvergütung. Das trägt dem Umstand Rechnung, dass der Betrieb eben noch keine volle Arbeitsleistung erwartet und auch nicht erwarten kann. Der Azubis muss ja erst einmal das Arbeitsfeld überhaupt erst kennen lernen. 

Er muss also nach einem Fristenplan in sämtliche Phasen eines Projekts einbezogen werden.

Er ist keineswegs Hilfs- oder Ersatzkraft für ausgebildete Fachleute.

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@DerHans

Sorry... Natürlich meine ich eine Ausbildungsvergütung.

Dennoch stellen Unternehmen für diverse Projekte lieber Azubis ein, da diese deutlich günstigere "Arbeitskräfte" sind.

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Hallo,

ich kann dir zwei Tipps geben. Google das Unternehmen und lies die Bewertungen bei Kununu, was da die Kollegen aus der IT schreiben.

Generell ist Wochenendbereitschaft und Überstundenbereitschaft für die IT normal. Stell dir mal vor die Sicherungsfestplatten gehen kaputt oder ein Kundenserver fällt am Wochenende aus. Dein Arbeitgeber kann durchaus 99,9% Zuverlässigkeit vereinbart haben und bezahlt dich von diesen Einnahmen. In der Regel passiert auch nichts und du kannst im Wochenende sein, aber bei Bedarf bist du abrufbar und erreichbar. Das ist üblich in der IT für Systeminformatiker.

Aber mache dich mit dem Arbeitgeber vertraut, es kann natürlich auch ausgenutzt werden. Kommt letzendlich auf deinen unmittelbaren Vorgesetzten an.

Kununu gabs nur 1 Bewertung und die auch nur ohne Beschreibung, das Unternehmen ist sehr klein, 1 Filiale mit ca. 20 Mitarbeitern, vllt. auch 30 falls da noch irgendwo Räume waren die ich nich mitgekriegt hab.

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@Narktor

Schade. Dann vlt. über Bekannte und Mundpropaganda. Im Prinzip ist es so, dass in der Ausbildung du einfach mit dem Haupt-ITler das ausmachen musst. Wenn er normal tickt, wird er Verständnis dafür haben, dass du abends nach der Berufsschule Anderes machen musst, als in der Firma zu hocken.

Ich kann dir paar Erfahrungswerte aus unserer Firma geben - auch ein kleines Unternehmen mit ca. 50 MA. Unsere IT (Systemwartung, Fileserver, Webserver, Datensicherung, Sharepoint) hatte in letzten 3 Jahren 1 mal Wochenenddienst gehabt, as Kundenserver ausgefallen sind. Aber es gibt des öfteren Überstunden - wenn z. B. die Sicherung Freitags länger braucht oder ähnliches. Liegt bei uns aber auch am Tagesgeschäft bzw. Projekten, die eine Deadline haben.

Wenn du also später in IT-Projekten arbeitest, sind Überstunden vor der Projektabgabe oft an der Tagesordnung.

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Naja, für solche Fälle ist aber eher der Sysadmin oder ein anderer Mitarbeiter zuständig. Nicht der Azubi.

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Für die Zukunft lohnt es sich. Auch wenn die 3 Jahre vielleicht hart werden, sieht es so aus, als ob dabei auch viel Wissen bei rumkommen würde und als anständiger Informatiker ist es nicht schwer einen brauchbaren Job zu finden.

Du kannst ja trotzdem noch andere Angebote einholen, vielleicht ergibt sich ja eine Stelle in einem anderen Betrieb.

Ja bin ich auch grad dabei noch andere Angebote einzuholen :)
Ich denke auch, dass es sich fachlich lohnen koennte, will da aber noch mehr von Leuten aus dem Fachbereich hören was die sowohl zu den Ausbildungsbedingungen als auch zu dem Tätigkeitsbereich, in dem ich dort waehrend der Ausbildung arbeiten werden, halten und ob das was gut verwertbares für später ist.

Und trotz allem werd ichs mir aber nochmal gut überlegen, weil sich die Anforderungen nach meinem Empfinden schon ein bischen an der Grenze dessen, was noch gesund ist, befinden.

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@Narktor

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Angaben in der Stellenbeschreibung meist als wesentlich schlimmer rausstellen, als sie eigentlich sind.

Zur Not hast du dann ja noch die Probezeit.

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@hanfmannlein

Gut das war jez keine Stellenbeschreibung sondern das Vorstellungsgespräch. Und der Mann machte schon den Eindruck, als ob ers ernst meinen würde.
Ich denke nicht, dass es sehr viel schlimmer wird. Denn dafür hat der Tag einfach nicht genügend Stunden xD Aber besser wirds glaub ich auf jeden fall nicht ^^

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Die Ausbildungsbedingungen sind denk ich schon eher als hart einzustufen

Teils sogar unzulässig wie das Einberufen für 2 Stunden nach der Berufsschule.

Wochenendarbeit ist auch mitzutragen

Heißt? Gelegentlich mal am Samstag arbeiten? Als Überstunden? Zusätzlich oder mit Ausgleich?

wird die Ausbildung wohl halten was sie verspricht,

Wer bei so einer hohen Forderungen nur so wenig zahlt.. Ehrlich würde ich das anzweifeln.

Ja, Wochendarbeit halt. Ich weiß net ob da auch Sonntag dabei is, denks aber eher net...^^
Da die Arbeitszeit elektronisch erfasst wird gehe ich zumindest davon aus, dass es als Überstunden angerechnet wird die man dann als Ausgleich hernehmen _könnte_.
Auch die 2 stunden nach der Berufsschule sollen aufs Arbeitszeitkonto gehn.
Ich hege aber die Befürchtung, dass sich da ein solcher Berg Überstunden anhäuft, dass man die eh nie ganz abfeiern kann xD

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@Narktor

Da die Arbeitszeit elektronisch erfasst wird gehe ich zumindest davon aus, dass es als Überstunden angerechnet wird die man dann als Ausgleich hernehmen _könnte_.

"Davon ausgehen"  bedeutet allerdings ein großes Risiko. Du solltest dir hier allemal Klarheit holen.

Davon abgesehen: Wie alt bist du? Es geht nämlich auch um einen besonderen Schutz, den du als Minderjähriger Azubi genießen würdest, wobei Wochenendarbeit dann für dich gar nicht infrage kommen darf.

Auch die 2 stunden nach der Berufsschule sollen aufs Arbeitszeitkonto gehn. 

Und das ist schon mal unzulässig, denn das sind ungerechtfertigte Überstunden.

Für den Berufsschulunterricht sind sie einschließlich der Pausen und Wegezeiten - zwischen Berufsschule und Betrieb - freizustellen.

Hast du also Berufsschule von 8 bis bis um 15:30 Uhr und von der Berufsschule zur Arbeit würdest du 30 Minuten brauchen, bei einem regelmäßigen Arbeitszeit von 8 Stunden. So hast du die 8 Stunden geleistet.

Ich hege aber die Befürchtung, dass sich da ein solcher Berg Überstunden anhäuft, dass man die eh nie ganz abfeiern kann

Richtig. - Daher ist das "Ich gehe davon aus..." auch mit extremer Vorsicht zu genießen. Das klingt nach Ausbeutung. 

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@KnusperPudding

Gut zu hören, dass das nicht nur mir so vorkommt :D

Ich bin 27 mit abgeschlossenen Studium (Staatsexamen).
Werd allerdings Beruf und Fach wechseln, weils auf meinem Gebiet einfach zur Zeit keinerlei Anstellungsmoeglichkeiten auf absehbare Zeit gibt. Außerdem interessiert mich Informatik tatsächlich einfach mehr, moecht jez aber kein Studium mehr machen sondern ne Ausbildung. An der Uni war ich einfach lang genug und was das Studium angeht glaub ich is es dann doch zu schwer für mich, war jez kein 1er Schüler in Mathe (80% Durchfallquoten in den ersten Semestern sprechen fuer sich).

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@Narktor

Das Alter war hauptsächlich entscheidend für die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit, die bei Minderjährigen eben nochmal besonderen Schutz vor sieht.

Gratulation zum abgeschlossenem Studium, aber dann solltest du auch wenn es nicht dein Fachbereich ist, gute Chancen auf ein besseres Angebot haben als das.

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600 im Monat?

Schätze dich glücklich.

Ich lag im ersten jahr bei 440 Euro im Monat. 

Ok, ja ich orientiere mich da halt so an den Standardwerten nach IHK/Tarif (weiß jez net was da ausschlaggebend ist, aber hier z.B. http://www.ausbildung.de/berufe/fachinformatiker-systemintegration/  werden im ersten LJ 830 veranschlagt als Empfehlung, an die sich die Betriebe auch meistens halten. Zumindest halt die, die sichs leisten können. Das ist halt einer der Nachteile an den kleineren Firmen ^^

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@Narktor

Richtig - Aber im nachhinein bin ich glücklich in einem kleinen Unternehmen gewesen zu sein 

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Bei uns dürften die FISI-Azubis momentan bei ca. 1000€ bei 35 Stunden liegen.

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