Ausbildung zum Polizisten trotz Marihuanakonsum?

7 Antworten

Hallo!

Ich spreche aus Erfahrung bezüglich einer Ausbildung bei der Polizei und kann dir folgendes antworten:

Wenn man sich bewirbt, wird das 'normale' Führungszeugnis angesehen. Also das, welches du bei fast jedem Arbeitgeber abgeben musst. Dennoch wird ebenfalls in die Akten eingesehen, die im Computersystem gespeichert sind, wie beispielsweise das Erziehungsregister.

Grundsätzlich sollte man nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten sein, das ist richtig. Verallgemeinern kann man das allerdings nicht. Es ist ein ausschlaggebender Punkt, ob jemand eine Anzeige hat aufgrund einer Körperverletzung, oder aufgrund eines Diebstahls. Ebenfalls spielt das Alter auch eine Rolle. Wenn man mit 15 mal einen Kaugummi geklaut hat, oder mit 20, macht ebenfalls nochmal einen Unterschied. Das unterliegt der Einzelfallprüfung. Da sich dein Freund sowieso mit einem Psychologen unterhalten muss (sofern er es bis dorthin geschafft hat), ergibt sich das von alleine. Einsicht, Reue und Reife an den Tag legen und dann wird dem ganzen nichts im Wege stehen.

Und ich kann nur eins sagen..Es gibt sehr viele Polizisten, die ebenfalls was auf dem Kerbholz haben. Nicht jeder hat eine weiße Weste.

Ein Vorstellungsgespräch in diesen Sinne gibt es bei der Polizei nicht. Das wäre schon mal die erste Flunkerei. Vielleicht hat er einen Termin beim Einstellungsberater, der ihm dann sagen wird, ob es Sinn macht, eine Bewerbung einzusenden.

Wenn er sich schon beworben und die Vorprüfung bestanden hat (Sachbearbeiter gucken da nach rein Frist und Form) wird er zu einem Eignungs- und Auswahlverfahren zugelassen.

In diesem EAV prüft man im Computertest, ob es sich lohnt, diesen Bewerber genauer anzusehen. Erreicht er genug Punkte, macht man das und er bekommt einen Termin zum AC/SI.

Dieses ähnelt am ehesten einem Vorstellungsgespräch. Ist aber kein typisches. Hier hat man dann schon die Erziehungsregister, Führungszeugnisse, die polizeilichen Dateien und alle Selbstauskünfte geprüft, ausgearbeitet, verglichen und ausgewertet.

Findet man auch nur einen einzigen Eintrag über BTM - und sei es ein eingestelltes Verfahren - und er hat in der Selbstauskunft die Frage, ob er schon mal damit zu tun hatte, mit NEIN beantwortet, ist hier für ihn sofort Ende.

Hat er es zugegeben, gibt es weitere Gespräche. Dann kommt es drauf an, wie er sich gibt.

Man muss keine reine Weste haben. Man darf ein Mensch mit Fehl und Tadel sein. Aber man muss es auch einsehen, ein Unrechtsempfinden haben und bereit sein, das zu ändern. Gibt man hingegen anderen die Schuld für sein Fehlverhalten, wird das negativ ausgewertet. Würde er weiter leugnen und verharmlosen, ist er ungeeignet. Gibt er zu, drogenaffinent gewesen zu sein, es aber überwunden hat, sie ihm das auch abnehmen ....

Gruß S.


Bei einer Bewerbung wird sich die Polizei über die Person erkundigen. Wie bereits erwähnt steht sowas nicht im Führungszeugnis. Aber die Polizei informiert sich da anderweitig und da die Person mit einem joint erwischt wurde kann man davon ausgehen das es darüber einen Sachverhalt gibt. Und dieser wird letztens Endes auch gefunden werden. Ob er die Möglichkeit bekommt dies zu erklären oder eben nicht wird sich zeigen. Ich tendiere aber eher zu nein, da sich noch genug Leute beworben haben. Da ist einfach die charakterliche Eignung zweifelhaft. Aber mehr als ne Absage kann man auch nicht erhalten. Bleibt abzuwarten. Eine Überprüfung hat meiner Meinung nach noch nicht stattgefunden. Die kommt aber noch.

Was möchtest Du wissen?