Ausbildung Medizin was soll man sagen?

6 Antworten

In der Bewerbung würde ich es nicht erwähnen, im Vorstellungsgespräch auf die Frage, ob man mit Abitur denn nicht lieber studieren will, einfach antworten, dass man nun erst mal die Ausbildung machen will und sich mit dem Abitur eben alle Möglichkeiten offen halten will, sei es für ein Aufbaustudium wie BWL oder Gesundheitswissenschaften oder sogar Medizin, man aber heute noch nicht weiß, was in 5 Jahren Sache ist. Jedenfalls hab ich es immer so gemacht und es hat nie geschadet, im Gegenteil, der ein oder andere fand es sogar gut, dass ich mich erkundigt hatte, was es noch für Weiterbildungsmöglichkeiten gibt (ich bin OTA und an der Akademie für Gesundheitsberufe in Ulm gibt es in Zusammenarbeit mit der DHBW Heidenheim einen Studiengang, den man nur mit abgeschlossener OTA Ausbildung studieren kann)

Ich nehme mal an, dein Schnitt reicht nicht, um gleich Medizin zu studieren. Im Gegensatz zu Herzilein und anderen finde ich es legitim, erstmal "was anderes" zu machen, bleibt dir ja nichts anderes übrig. Aber du solltest dafür mehr Motivation mitbringen als nur die Sprungbrettfunktion. Du musst auch diese Ausbildung anständig machen, durchhalten und deinen Abschluss schaffen.

Da du nicht weißt, ob es überhaupt jemals mit dem Medizinstudium klappt, wäre ich damit auch etwas bescheidener. Es ist Zukunftsmusik, die du bei einer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz nicht spielen musst.

Ich als potentieller AG würde denken ... Ok, ich soll also nur für 3 Jahre herhalten, dann hat Madam besseres vor ...fühlt sich jetzt schon - ohne etwas in der Hand zu haben - überqualifiziert.gut, dann soll sie das woanders machen ....

Hochfliegende Pläne (oder auch Schritt 10 in der Agenda) kann man bei Schritt 1 durchaus mal für sich behalten. Mit Lügen hat das nichts zu tun. Eher mit angebrachter Bescheidenheit.

Gruß S.

Ich denke, du solltest grundsätzlich bei der Wahrheit bleiben. Im Vorstellungsgespräch kannst du das bei der Frage, wo du dich in einigen Jahren siehst, durchaus nennen. Es zeigt sogar, dass du besonders großes Interesse an dem Fach hast und dir vorstellen kannst, die nächsten 10 Jahre "in Ausbildung" zu bleiben.

Es ist überhaupt nichts verwerfliches daran, die Wartezeit auf einen Studienplatz sinnvoll mit einer Ausbildung zu überbrücken und anschließender Arbeit im medizinischen Kontext zu verbringen. Im Gegenteil: Azubis bzw. ausgebildete Pfleger oder MTAs, die noch Medizin studieren möchten, werden häufig besonders gefördert. Da kann man sich dann aber auch nicht mit "brauche ich nicht zu wissen, ist nicht mein Job..." rausreden. Es wird manchmal mehr erwartet, als von den anderen Kollegen.

Unter meinen Kommilitonen sind viele examinierte Pfleger, die parallel zum Studium arbeiten. Die arbeiten über zehn Jahre in ihrem Beruf, bevor sie Ärzte sind und sind später als Arbeitnehmer überaus gefragt. Oft werden die am Ende des Studiums direkt von dem Haus angeworben, für das sie lange schon arbeiten.

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