Ausbildung im Gesundheitswesen mit Borderline?

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3 Antworten

Hi du,

ich kann mir auch gut vorstellen, dass ein fordernder Beruf dir gut tun würde. Leider weiß ich nichts über die medizinischen Eignungsprüfungen.

Aber da sehr viele Borderliner im sozialen bzw. gesundheitlichen Bereich arbeiten, kann die Erkrankung offensichtlich nicht per se ein K.O.-Kriterium sein.

Was mich stutzig macht ist folgendes: du schreibst, dass du gut mit deiner Krankheit gelernt hast umzugehen. Dem entgegen steht aber, dass du schreibst, dass mehrere DBTs dir nichts gebracht haben, dass du dich immer noch selbst verletzt und nicht glaubst, dass du das in einem Jahr in den Griff bekommen haben wirst und dass du momentan wegen Borderline berufsunfähig geschrieben bist.

Bist du ehrlich zu dir selber? Hast du wirklich gelernt mit der Krankheit umzugehen?

Mein Rat wäre, dass du neben dem Sport und den künstlerischen Tätigkeiten dir für den Zeitraum bis nächstes Jahr noch eine ehrenamtliche Tätigkeit im sozialen/gesundheitlichen Bereich suchst. Wenn dir die Arbeit da wirklich gut tut, dann ist das ja im Grunde ziemlich sinnvoll. Außerdem wird dir das beim Bewerben um eine Ausbildungsstelle helfen.

Wenn dir der Ansatz der DBT bislang nicht geholfen hat, dann käme für dich vielleicht eine Therapie basierend auf Mentalisierung eine Möglichkeit. Dieser Therapieform wird ein hoher Erfolg zugeschrieben bei gleichzeitig sehr geringer Abbruchquote. Letzteres könnte allerdings daran liegen, dass die MBT hierzulande nicht so populär ist und wirklich erst von denen genutzt wird, bei denen eine DBT nicht erfolgreich war, die aber gleichzeitig einen großen Willen haben, ihre Erkrankung in den Griff zu kriegen und alles dafür machen.

Andere Therapieansätze wären die Schematherapie oder die TFT (Transference-Focused-Psychotherapy). Wo du diese ambulant oder stationär findest kann man sicher bei der DPTV (Deutsche PsychotherapeutenVereinigung) erfragen. Vielleicht findet man auch hier schon was: http://www.psychotherapeutenliste.de/ptl.php . Oder man fragt mal in den zwei einschlägigen deutschsprachigen Foren nach.

ineedahero89 24.10.2012, 05:59

Danke, für deine ausführliche Antwort. Ich habe mich glaub ich nicht richtig ausgedrückt. Ich habe zB meine Stimmungsschwankungen, Wutausbrüche, impulsives Verhalten, schwarz-weiß Denken im Griff, kann zwischenmenschliche Beziehungen aufrecht erhalten. Manchmal kommt es einfach dazu, dass ich mich ritze und dabei helfen mir keine Skills. Ich verstehe auch gar nicht, was daran so schlimm ist, wenn sich Menschen, egal in welchem Beruf hin und wieder abends mal ritzen. Das stört weder den Beruf, noch tut es sonst irgendwem weh. Das mag für 99% der Menschen zwar krank klingen, das ist es auch, aber wenn man etwas nicht ändern kann, dann sollte man sich davon nicht runter ziehen lassen, sonders es zumindest versuchen zu akzeptieren.

Ich musste März 2012 mein Studium abbrechen und war deswegen in der Psychiatrie. Nach meinem Aufenthalt Juni 2012 war er zu spät, um noch einen Ausbildungsplatz zu kriegen. Die Ärzte in der Psychiatrie haben mir dann gesagt, dass ich momentan noch nicht arbeiten darf. Dann kam ein Bescheid wegen Kindergeld, ich musste eintragen was ich gerade mache. Dann wurde mir gesagt, dass ich beim Gesundheitsamt einen Bescheid holen soll, auf dem steht, dass ich arbeitsunfähig bin. Das habe ich gemacht und der zuständige Arzt hat mich dann bis August 2013 krank geschrieben, weil da dann die neue Ausbildung beginnt. Gründe wurden keine genannt, auf dem Zettel stand, dass ich seelisch behindert bin. Keine Ahnung was das zu bedeuten hat und warum ich genau krankgeschrieben bin.

Vielen Danke für den Tipps zu anderen Therapien!

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Also ich würde dir empfehlen (auch als berufsausübender Pfleger) den Beruf nicht auszuüben. Du wirst knallhart gefordert.

Für Gesundheitsberufe muss dir dein Hausarzt ein Attest geben, in welchem er bestätigt, dass du uneingeschränkt für Gesundheitsberufe geeignet bist. Aber das kann man sich auch mehr oder weniger bei einem neuen Arzt "erschleichen". Ich würde aber echt ehrlich sein. Es hilft dir sonst nichts. Rede mit ihm mal über deinen Berufswunsch und was er dir dazu sagt. Da du im Krankenhaus (kurzärmlige) Dienstkleidung tragen musst sieht man außerdem deine Ritznarben (sollten sie an den Armen sein). Und das passt auch absolut nicht ins Berufsbild. Das wenn jemand sieht... :/

LG

ineedahero89 24.10.2012, 05:32

Mein Hausarzt und meine Psychologen haben gesagt, dass es ok ist. (Meine Psychologin ist sogar dafür). Vielleicht sind diese Leute inkompetent und wollen nur weiter an mir Geld verdienen, wenn ich versage und es mir danach noch schlechter geht, wenn ich meine Ausbildung abbrechen muss. Wenn du meinen Text gelesen hättest, dann wüsstest du, dass ich mich nur an Beinen ritze.

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Gorith 24.10.2012, 15:58

Warum sollte es unangemessen sein, wenn die Pflegerin sich ritzt und Narben hat? Das verstehe ich nicht. Es darf doch wohl jeder Mensch psychische Probleme haben... eben auch eine Pflegerin.

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Agency 02.11.2012, 12:06
@Gorith

also ich würd nicht dazu raten - nicht weils der Beruf nicht haben kann, sondern weil er auch sehr psychisch belastend sein kann. Das ist alles :)

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In deinem eigenen Interesse solltest du ehrlich angeben, was mit dir los ist. Es muß dir klar sein, dasß das Berufe sind, wo du knallhart körperlich und seelisch gefordert wirst und auch Schichtdienst arbeiten mußt. Du kannst auch nicth von deinen kollegen oder Voresetzten erwarten, daß die dich auffangen können. Was machst du gegen deine Erkrankung? ich denke, das sollte jetzt erstmal für dich an erster Stelle stehen!

ineedahero89 24.10.2012, 01:19

Ich bin nicht so naiv, dass ich nicht weiß, was da auf mich zu kommt. Ich war selber schon oft genug in Krankenhäusern und Psychiatrien und weiß ganz genau, was da abgeht und was die Pfleger da leisten müssen. Ich habe gelernt mit meiner Krankheit umzugehen und schon mehrere Praktika in dem Bereich gemacht. Meine Psychologin hält mich auch für fähig so einen Beruf ausüben zu können und denkt, dass der "Stress" (Dauernd hin und her laufen, sich schnell auf neue Patienten einstellen, Schichtdienst) mir gut tun würde, weil ich dann ausgelastet bin und mir nicht langweilig wird. Ich weiß halt nicht, ob mir da nicht ein Strich durch die Rechnung gemacht wird, weil ich offiziell Borderlinerin bin, wobei jeder Borderliner in unterschiedlichem Ausmaße von den Symptomen betroffen ist. Ich mache momentan eine ambulante Therapie, hab DBT (stionär in verschiedenen Kliniken) schon 4 mal durch, es hat mir aber nicht geholfen. Bin in 2 Selbsthilfegruppen und in Internetforen, mache Sport und bin künstlerisch tätig. Über Ideen, was ich noch tun könnte, bin ich sehr dankbar.

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bienle123 24.10.2012, 23:22
@ineedahero89

Das hört isch ja gut an. Dann gib doch deiner Psychologin eine entbindung von der Schweigepflicht und dem Arzt die Erlaubnis, mit deiner Psychologin zu reden. Ich bin selber langjährig psychisch krank und hab die Erkenntnis gewonnen, daß es besser ist, wenn man zu seinen "Defekten" steht, als wenn man um den heißen Brei rum redet. das merken die nämlich und dann werden die mißtrauisch.

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ineedahero89 25.10.2012, 02:01
@bienle123

Danke, dass du deine Erfahrungen teilst, ich würde mich auch viel wohler fühlen, wenn ich mir dann nicht immer was ausdenken müsste.

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