Ausbildung Fristlos gekündigt ist das so rechtens?

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5 Antworten

Diese Sache wird kompliziert!

Zunächst sind die Hinweise absolut richtig, innerhalb der Dreiwochenfrist nach Zugang der Kündigung Kündigungsschutzklage vor dem zuständigen Arbeitsgericht zu erheben. In der ersten Instanz existiert zwar kein Anwaltszwang, aber in diesem Fall erscheint es mir ratsam, sich von Beginn an fachanwaltlich vertreten zu lassen, allein zur Vermeidung evtl. Formfehler.

Meiner Einschätzung nach wird der Ausbilder diesen Gerichtsprozess "mit Pauken und Trompeten" verlieren - und das weiß er auch - nur nützt es Dir hinsichtlich Deiner Ausbildung wenig. Du könntest natürlich auf Fortsetzung des Ausbildungsverhältnisses klagen - und würdest dafür sicher auch die Zustimmung des Richters bekommen, aber in der Praxis sieht es in einem derart kleinen Betrieb so aus, dass dies rein von der meschlichen Seite eher nicht durchführbar sein wird.

Daher empfehle ich die sofortige Kontaktierung eines Ausbildungsberaters bei der zuständigen IHK bzw. Handwerkskammer, mit dem Ziel, baldmöglich einen anderen Ausbildungsbetrieb zu finden. Bis dahin zu Hause lernen und autodidaktisch auf die bevorstehenden Prüfungen vorbereiten!

Davon abgesehen solltest Du aus prozesstaktischen Gründen dem Ausbilder trotzdem (unter Hinzuziehung eines Zeugen) zunächst Deine weitere Bereitschaft zur Ausbildung anbieten. Lehnt er dies ab, soll er Dir das schriftlich geben. Dies wird er wahrscheinlich ablehnen - deshalb der Zeuge! Von seiner Ablehnung wäre dann ein Protokoll mit Ort, Datum, Uhrzeit, Inhalt, Namen der Beteiligten, sowie Deiner und der Zeugenunterschrift zu fertigen.

Alles Weitere wäre mit dem Fachanwalt für Arbeitsrecht zu besprechen.

Viel Glück und Erfolg!

Gruß @Nightstick   

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Du solltest zur Berufsgenossenschaft gehen und dort über die Praktiken deines Chefs berichten. Fristlose Kündigung bei Krankheit ist nicht möglich, er müsste dich erst abmahnen - wenn du sehr oft krank bist. 

In großen Firmen gibt es einen durchschnittlichen Krankenstand von 6%. Bei 220 Arbeitstagen im Jahr sind das ca. 13 Tage, also knappe 3 Arbeitswochen. Wenn du darunter liegst, kann niemand behaupten, dass du krank feierst.

Erhebe auf alle Fälle schriftlich Einspruch gegen die Kündigung und fordere deinen Chef auf, sie zurück zu nehmen. Andernfalls kannst du vor dem Arbeitsgericht klagen. Zusätzlich könntest du dich auch an die für dich zuständige Gewerkschaft wenden (IG Metall), auch wenn du kein Mitglied bist. 

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Kommentar von Tweety0810
24.02.2016, 18:15

Ich möchte schon gerne bei dem Betrieb bleiben. Da mir die Arbeit gefällt und die Kollegen sehr nett sind.

Betriebsgröße 11 Mitarbeiter Familienbetrieb 

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Der Samstag ist ein stinknormaler Werktag, dagegen ist also nichts einzuwenden solange die wöchentliche Arbeitszeit nicht überschritten wird.

Gegen die Kündigung solltest Du umgehend Klage vor dem Arbeitsgericht erheben. Wegen einer ordnungsgemäßen Krankschreibung kann dich der Arbeitgeber nicht kündigen.

Welcher Grund steht denn für die fristlose Kündigung in dem Schreiben?

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Kommentar von Tweety0810
24.02.2016, 18:17

Wöchentliche Arbeitszeit sind je nachdem zwischen 45 bis 60 Stunden. 

In meinem Ausbildungsvertrag steht wöchentliche Arbeitszeit maximal 40 Stunden

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Da bleibt dir wohl nur, nochmal das Gespräch mit deinem Chef zu suchen.
Er darf dich in einem Krankenschein kündigen, aber nicht wegen diesem, soweit ich weiß.

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Krankheit ist kein Kündigungsgrund, Gewerkschaft oder  Anwalt. Klage beim Arbeitsgericht einreichen.

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Kommentar von Messkreisfehler
24.02.2016, 18:08

Pauschal ist die Aussage "Krankheit ist kein Kündigungsgrund" nicht richtig. Es gibt durchaus Situationen bei denen auf Grund einer Krankheit gekündigt werden kann. In dem hier vorliegenden Fall trifft das allerdings nicht zu.

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