Ausbildung Fachinformatiker ohne Vorkenntnisse?

7 Antworten

Woher weißt du, dass du eine Affinität für Informatik hast, wenn du weder Erfahrung in den wenigsten praktischen Gebieten hast, noch in der Wissenschaft, mit der man sich in Form eines Studiums auseinandersetzt?

Einen Computer bedienen können, in Windows rum klicken, Spiele oder Anwendungssoftware bedienen können hat nicht viel mit Informatik zutun.

Was Quereinsteiger angeht, das bedeutet ja eher mit einer fachfremden Ausbildung in den Bereich rein. Gerade da brauchst du dann massive Vorkenntnisse, Hobbyprojekte, ein Portfolio usw.

Eine Ausbildung ist natürlich möglich, auch ohne Vorkenntnisse. Trotzdem solltest du dir das Ganze mal vorher anschauen. Du steckst aktuell in einer Ausbildung und bist scheinbar nicht zufrieden, sonst würdest du ja nicht überlegen noch eine Ausbildung hinterher zu machen.

Was dort dann abläuft weißt du nun auch nicht wie es scheint, ist nicht böse gemeint aber eben mal unverblümt gesprochen. Wo soll das enden? Mitte der nächsten Ausbildung planen anschließend eine dritte Ausbildung zu machen?

Frage ist wie viel Zeit da noch ist bis zum Ende dieser Ausbildung und dem Anfang einer Neuen. Wenn solltest du dir vorher erstmal ein wenig den Bereich anschauen. Alleine die Tätigkeiten Systemintegration und Anwendungsentwicklung liegen weit auseinander. Ein oder gibt es da nicht wirklich, da solltest du dich schon entscheiden und dann entsprechend den Bereich mal anschauen. Mal nen einfachen freien Kurs im Netz durchklicken, ein paar Youtube Tutorials anschauen, ein Buch lesen, ein kleines Hobbyprojekt umsetzen, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

So klingt das für außen von mich ala ich spiele gerne Computer, ich möchte Programmierer werden. Davon hatten wir bei uns in der Berufsschule ziemlich viele Leute, die wurden alle herbe enttäuscht und machen nun was anderes. Wie gesagt nicht böse gemeint aber schau dir das alles vorher einmal an und sei sicher, dass deine Erwartungen in etwa hinkommen.

Nehme deine Antwort keinesfalls böse auf! Möchte dir vorab schonmal danken. Meine Ausbildung geht nächstes Jahr zu Ende und eigentlich bin ich zufrieden jedoch kann ich mir nicht vorstellen, meinen Job den ich lerne mein Leben lang auszuführen. Mein Plan war es, zunächst vielleicht mal 1-2 Praktika jeweils für Systemintegration und Anwendungsentwicklung zu machen.

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@StayBrutal

Da hätte ich so'n bisschen finanzielle Bedenken - du wirst weder bei den Praktika mit Mindestlohn noch in der Ausbildung viel verdienen. Von daher würde ich mir das sparen und stattdessen lieber so schnell wie möglich privat an den IT-Kenntnissen feilen, und mich dann nächstes Jahr direkt für die Ausbildung bewerben. Wenn Systemintegration eher dein Ding ist, dann solltest du dir 'nen Raspberry PI oder 'nen anderen Kleinplatinencomputer oder auch 'nen alten Rechner bei Ebay zulegen und damit rumspielen, dich etwa mal an einer Linux-Installation versuchen, ...

Der Antwort von apachy ist ansonsten nichts hinzuzufügen. Ganz wichtig ist wirklich die Frage, warum Informatik dir liegt und wie es damit zusammenpasst, dass dann noch keine Vorkenntnisse bei dir da sind. Es gibt wirklich viel zu viele Leute, die eine falsche Vorstellung von dem Job haben.Und wie sieht's mit deinen Englischkenntnissen aus?

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@bluebird5

Finanzielle Bedenken habe ich eigentlich keine. Die Praktika würde ich in meinem Urlaub absolvieren. Da ich, wenn ich übernommen werde sowieso erstmal auf ein Jahr befristet werde, sollte es finanziell eigentlich keine Probleme geben. Ich wohne auch immernoch zu Hause und würde denke ich Unterstützung seitens meiner Eltern bekommen. Das mit dem Raspberry PI ist eine gute Idee. Also, ihr seit schon der Meinung ich sollte mich definitv mal näher mit allem auseinander setzen. Meine geglaubte Affinität kommt daher, dass ich schon immer eine große Begeisterung gegenüber Informatik hatte und ich dieses Themenfeld einfach super interessant und spannend finde. Ich habe immer gerne Leute beobachtet die in der Informatik gearbeitet haben und auch bei allen meinen Praktikas oder bei meiner Ausbildung habe ich mich am wohlsten unter den Informatikern gefühlt. Leider wurde mir nie ein richtiger Einblick gewährt weswegen ich nur mutmaßen kann was die ganz genauen Aufgaben sind.

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@bluebird5

Bzgl. Raspberry Pi oder alten Rechner, da lässt sich natürlich auch schon eine Menge mit virtuellen Maschinen machen, sprich VMWare, VirtualBox oder Hyper-V. Ein wenig basteln schadet aber natürlich auch nicht.

Bzgl. privaten Projekten vs. Praktika stimme ich da auch zu. Sehe da vor allem ein Problem der Zeit des Arbeitgebers. Wenn ich mal unser Unternehmen als Beispiel nehme, wir machen Software für Logistiklager. Bedeutet Lagerverwaltungssysteme, Kommissioniersysteme, Materialflussrechner usw.

Da ist neben der Programmierung auch eine riesige Menge an Domainlogik drin, sprich die ganzen Abläufe und Prozesse der Logistik. Alleine jemanden da fit drin zu kriegen könnte Monate an Einarbeitung dauern, ohne überhaupt mit Programmierung anzufangen.

Glaube da ist man besser beraten mit ein wenig privater Arbeit. Sprich etwas wie freeCodeCamp in Kombination mit Youtube. Und wenn die ersten Basics sitzen mal kleine Programme für sich persönlich machen. Nix großes, einfach nen kleines Tool was hier und da mal nützlich sein könnte oder eine eigene Website oder ähnliches.

Beim Raspberry Pi Beispiel das gleiche Spiel. Zum Beispiel Pi-Hole aufsetzen als Werbeblocker bzw. DNS Server. Dann ggf. OpenVPN dazu, um auch die Mobilgeräte profitieren zu lassen usw. Sind dann alles eben so Wochenendprojekte, wenn die groben Basics sitzen.

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@apachy

Okay, hast mich überzeugt. Vielen Dank! Allein mit den Programmen die du mir hier genannt hast kann ich mir denke ich einen kleinen aber guten Überblick darüber verschaffen was mich in dem Bereich Informatik so ca. erwarten wird, werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren :)

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Servus StayBrutal,

ein "Quereinsteiger" bist du bei der Ausbildung nicht. Klar sind Vorkenntnisse immer von Vorteil und erleichtern einem die Ausbildung aber als K.O. Kriterium sehe ich das eher weniger.

Du lernst es ja in der Ausbildung. Was machst du, wenn du privat perfekt C++ beherrscht, die Schule aber C# lernt und ihr in der Firma Phyton etc. verwendet?
Außer das du die Logik von Programmieren verstehst, nicht sonderlich viel.

Habe auch eine Ausbildung in der IT gemacht, ohne krasse Programmierung-Fähigkeiten. Das kommt mit der Zeit und wer weiß - vielleicht geht dein Weg in einen komplett andere IT-Richtung und Programmieren brauchst du nie..

Lass dich davon nicht abschrecken und mach das, was du machen möchtest.

Viel Glück & Erfolg!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Dem kann ich nur zustimmen, denn:

Du hast einen ganz wesentlichen Vorteil dadurch, dass du durch deine erste erfolgreich abgeschlossene Ausbildung schon bewiesen hast, dass du lernfähig bist und Erfahrung im Arbeitsleben hast. Das ist VIEL mehr wert als das klein bisschen Programmiererfahrung, die deine Mitlehrlinge (als eben erst aus der Schule entlassen) mitbringen können.

Ganz offensichtlich kannst du auch mit deiner Muttersprache schon gut umgehen, was sich daran zeigt, wie du oben deine Frage formuliert hast. Leider kann man Gleiches für mindestens die Hälfte aller Schulabgänger heute nicht mehr sagen.

Mein Ratschlag also: Scheue dich nicht, sofort nach Abschluss deiner ersten Ausbildung eine zweite zu beginnen. Je länger du mit dem Wechsel wartest, desto schwieriger wird er werden (auch aus finanziellen Gründen, weil deine Eltern dich vielleicht nicht ewig unterstützen können und du irgendwann ja auch eine eigene Familie gründen willst).

Mach deine IT-Ausbildung aber auf jeden Fall in einem Großunternemen (wie z.B. Siemens). Nur dort kannst du sicher sein, auf kompetente Ausbilder zu treffen, da sie dort die Ausbildung ihrer Lehrlinge nicht nur als Nebenaufgabe sehen.

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da ich über keinerlei Vorkenntnisse was programmieren etc. angeht

Das haben die wenigsten, die diese Lehre anfangen. Vor allem als Fachinformatiker für Systemintegration ist Programmierung nur nebensächlich.

Ist es möglich auch als "Quereinsteiger" Erfolg in dieser Branche zu haben? Welche Erfahrungen habt ihr selbst damit?

Ich habe eine Ausbildung zum Fachinformatiker (FiSi) gemacht. In meiner Berufsschulklasse war ein Mann Mitte 40. Er hat umgelernt, ist also auch ein Quereinsteiger. Er war nicht der Hellste, aber die Ausbildung hat er trotzdem geschafft.
Daher bin ich sehr zuversichtlich, dass Du es auch packen wirst. Aus Erfahrung kann ich Dir sagen, dass die Ausbildung sehr spannend ist. Natürlich kann ich das nur subjektiv beurteilen. Aber eins ist sicher: Man muss nicht mit unmengen an Vorwissen in dieser Ausbildung starten, denn man kriegt normalerweise alles von Anfanng an beigebracht.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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