Ausbildung beendet - automatisch übernommen?

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3 Antworten

Du hast keinen Vertrag, bist also offiziell nicht angestellt.Wenn du allerdings innerhalb einer bestimmten Frist (1 Woche? Bin nicht sicher) regelmässig zur Arbeit erscheinst, ohne dass jemand etwas sagt, dann steht dir automatisch ein Vertrag zu (so in der Ausbildung gelernt, ist aber schon etwas her).Frag doch einfach mal in der Personalabteilung deiner Firma, was nun mit deinem Vertrag ist.

Ein Arbeitsvertrag bedarf nicht der Schriftform, muß also nicht schriftlich sein. Bei nicht schriftlichen Verträgen gelten die gesetzlichen Bestimmungen. D.h. du hast einen Arbeitsvertrag, wenn vorher fest stand, dass du übernommen wirst, mit den gesetzlichen Kündigungsfristen.

Allerdings wird dir der Chef doch sicher keine Steine in den Weg legen, wenn du woanders hin willst (könnte er aber!) Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, ruf ihn auf dem Handy an und erklär ihm die Situation

Lies mal hier nach:

http://rechtsanwaltarbeitsrechtberlin.wordpress.com/2010/08/02/ist-ein-mundlicher-arbeitsvertrag-wirksam/

In der Regel ist eine mündliche Vereinbarung auch wirksam, wenn sie nicht schriftlich dokumentiert ist.

Bei einem mündlichen Arbeitsvertrag gelten die gleichen gesetzlichen Kündigungsfristen bzw. die tariflich vereinbarten wie bei einem schriftlichen Arbeitsvertrag. Außer wenn etwas anderes vereinbart wurde.

§ 622Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen

(1) Das Arbeitsverhältnis eines Arbeiters oder eines Angestellten (Arbeitnehmers) kann mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.

(2) Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen

zwei Jahre bestanden hat - einen Monat zum Ende eines Kalendermonats, 5 Jahre bestanden hat - 2 Monate zum Ende eines Kalendermonats, 8 Jahre bestanden hat - 3 Monate zum Ende eines Kalendermonats, 10 Jahre bestanden hat - 4 Monate zum Ende eines Kalendermonats, 12 Jahre bestanden hat - 5 Monate zum Ende eines Kalendermonats, 15 Jahre bestanden hat - 6 Monate zum Ende eines Kalendermonats, 20 Jahre bestanden hat - 7 Monate zum Ende eines Kalendermonats.

Bei der Berechnung der Beschäftigungsdauer werden Zeiten, die vor der Vollendung des 25. Lebensjahrs des Arbeitnehmers liegen, nicht berücksichtigt.

(3) Während einer vereinbarten Probezeit, längstens für die Dauer von sechs Monaten, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.

(4) Von den Absätzen 1 bis 3 abweichende Regelungen können durch Tarifvertrag vereinbart werden. Im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrags gelten die abweichenden tarifvertraglichen Bestimmungen zwischen nicht tarifgebundenen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, wenn ihre Anwendung zwischen ihnen vereinbart ist.

(5) Einzelvertraglich kann eine kürzere als die in Absatz 1 genannte Kündigungsfrist nur vereinbart werden,

  1. wenn ein Arbeitnehmer zur vorübergehenden Aushilfe eingestellt ist; dies gilt nicht, wenn das Arbeitsverhältnis über die Zeit von drei Monaten hinaus fortgesetzt wird;
  2. wenn der Arbeitgeber in der Regel nicht mehr als 20 Arbeitnehmer ausschließlich der zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten beschäftigt und die Kündigungsfrist vier Wochen nicht unterschreitet.

Bei der Feststellung der Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer sind teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden mit 0,5 und nicht mehr als 30 Stunden mit 0,75 zu berücksichtigen. Die einzelvertragliche Vereinbarung längerer als der in den Absätzen 1 bis 3 genannten Kündigungsfristen bleibt hiervon unberührt.

(6) Für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer darf keine längere Frist vereinbart werden als für die Kündigung durch den Arbeitgeber.

§ 623Schriftform der Kündigung

Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform; die elektronische Form ist ausgeschlossen.

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