Ausbildung als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung?

5 Antworten

Wie sich als Fachinformatiker umorientieren?

Erstens ist nicht klar, was du im Text zu deiner Frage mit dem Wort "absolvieren" meinst? Wirst du deine Ausbildung im Sommer beginnen oder beenden?

Tatsache scheint mir zu sein, dass die Berufe des Typs "Fachinformatiker" in einem Wandel begriffen sind, der eine klare Unterscheidung zwischen den einzelnen Richtungen immer schwieriger macht.

Das kommt nun allein schon darin zum Ausdruck, dass es ab Mitte 2020 für sie alle gemeinsam einen einzigen Rahmenausbildungsplan gibt, der einfach nur für die einzelnen Richtungen unterschiedliche Schwerpunkte setzt:

Fachinformatiker (alle Fachrichtungen)

Hast du eine dieser Ausbildungen abgeschlossen, kannst du dich auf fast jeden Posten bewerben, auf dem Fachinformatiker zum Einsatz kommen.

WICHTIG aber:

Im Rahmen des Vorstellungsgespräches (am besten schon im Rahmen deiner schriftlichen Bewerbungsaussage) solltest du auf jeden Fall sehr klar zum Ausdruck bringen, mit welcher Art von Tätigkeit du dich am liebsten befasst.

Es wird da immer eine Stelle geben, die zu deinen Vorlieben passt.

Wenn es eine größere Firma ist, dann lässt sich sowas auch während der Ausbildungszeit mit dem Ausbilder besprechen. Normalerweise gibt es da keine großen Schwierigkeiten, den Bereich zu wechseln. Im ersten Jahr sollte sich dann allerdings herausstellen, wo deine Stärken und Schwächen liegen, bzw wo deine Vorlieben liegen.

Systemintegration ist ein anspruchsvolles Feld, in dem man als Berufsanfänger nur schwer Fuss fassen kann, wenn man nach der Ausbildung nicht übernommen wirst.

Du musst in vielen Bereichen fit sein, besonders Administration von Netzwerk, Datenbank, Windows und Linux sind gefragt und wichtige Bereiche.

Als Anwendungsentwickler findest Du schnell etwas und die Technologie verfällt nicht so schnell wie in der Systemintegration. Du kannst da schnell den Anschluß verlieren und musst dann wieder erst Fuß fassen.

Systemintegration ist auch wesentlich stressiger, da ist die Burnoutquote sehr hoch

Ich sehe das nicht so. Als fertiger Anwendungsentwickler habe ich es auch sehr schwer, weil ich nicht übernommen wurde. Ich suche mittlerweile auch seit fast 10 Monaten eine Stelle

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Klar hast du die Chancen. Die Ausbildung ist ja nur die Eintrittskarte für die IT-Welt generell. Du kannst z.B. auch ins Consulting oder ins Projektmanagement gehen. Hast du im Ausbildungsbetrieb bereits fundierte, praktische Einblicke in den Operations-Bereich kennengelernt?

Wenn ja, gib das sowohl als Referenzen im Lebenslauf an, aber nutz das auch bei der Formulierung deines Motivationsschreibens.

Sprich doch ggf. auch mal mit deinem Ausbilder, ob man den gewünschten Schwerpunkt "Systemintegration" im Arbeitszeugnis aufnehmen kann.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Langjährige persönliche Erfahrung

Da haste noch ein Punkt angeschrieben, was auch nochmal Interessant ist und zwar "Motivationsschreiben", ist das also keine richtige Bewerbung die ich dann abschicke oder wie sieht es da genau aus?

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@itzcringe

Also eine Bewerbung hat ja im klassischen Sinne immer ein Motivationsschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse. Heutzutage wird das oft nicht mehr gemacht. V.a. im IT-Bereich. Da läuft viel über den kurzen Dienstweg über linkedin oder xing.

Aber vor allem als Berufseinsteiger ist ein gutes Motivationsschreiben eigentlich immer nahezulegen. Später kann man ggf. darauf verzichten, dann zählen die Referenzen. Zumindest auf den ersten Blick. Das persönliche Erstgespräch ist letztlich das entscheidenste.

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@itzcringe

Wichtig ist, dass du einem Personaler deine Stärken und deine Motivation für den Bereich Systemintegration nahebringst. Egal in welcher Form. Hauptsache glaubwürdig und belastbar.

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@FXG36

ok super danke dir vielmals :)

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Fakt ist, dass du als Anwendungsentwickler einen ganz anderen Schwerpunkt hattest, als ein Systemintegrator. Dir fehlt also sehr viel Wissen aus der Schule und noch weitaus mehr Wissen aus dem beruflichen Alltag. Denn der sieht in beiden Fällen völlig anders aus, wenn die Ausbildung so läuft, wie sie laufen sollte. Allerdings ist das alles kein Hexenwerk. Bringst du also beispielsweise durch privates Engagement genug Fachwissen für den Systemintegrator mit und kannst es auch so vermitteln, wirst du schon was bekommen. Wenn dir Geld aber auch wichtig ist und dir beides gefällt, würde ich lieber in der Software-Entwicklung bleiben, denn da kannst du bei weitem mehr verdienen. Wenn du was kannst und auch privat was machst, um das Defizit zu deinen studierten Kollegen etwas zu kompensieren, dann kannst du da in 10 Jahren gehaltstechnisch da sein, wo viele deiner studierten Kollegen auch sind und das sind hier in meiner Region locker zwischen 70-80k brutto im Jahr. Das weiss ich, weil ich genau da inzwischen bin. Als Systemintegrator musst du da schon Techniker machen und in leitender Position sein, um da ranzukommen. Dennoch, gefallen muss es dir schon auch.

Andere Bereiche machen aber keinen Sinn. Die anderen Bereiche sind ja eher ein Hybride aus kaufmännisch und technisch mit klaren Fokus auf kaufmännisch. Du aber hast einen rein technischen Beruf gewählt. In den Support oder Test kannst du gehen, was für mich aber ein gescheiterter Werdegang wäre, denn das Geld ist in der Entwicklung zu holen.

Sonst kenne ich als rein technischen Ausbildungsberuf noch den IT-Systemelektroniker, aber dazu fehlen dir dann die Skills bezüglich Elektrotechnik. Und dann wäre da noch der mathematisch technischer Software-Entwickler. Ist aber am Ende auch Entwicklung, jedoch bekommt dieser während der Ausbildung viel mehr Mathe unterrichtet, bringt also vieles mit, was schon Richtung Studium geht, wie Teilbereiche aus der linearen Algebra. Er ist Out of the Box also der deutlich komplettere "Informatiker". Um dich auf solche Stellen bewerben zu können, musst du wieder privat zutun und lernen, was dir in der Schule nur mangelhaft vermittelt wird. Mathe und theoretische Informatik.

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