Ausbildung abbrechen , aber MInustage?

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4 Antworten

Ob ein Rückzahlungsanspruch des Arbeitgebers besteht, lässt sich nur beantworten, wenn bekannt ist,

> seit wann das Ausbildungsverhältnis besteht und zu wann es beendet werden soll,

> ob dem Arbeitgeber bei der Urlaubsgewährung die geplante Beendigung bekannt war.

Wenn das Ausbildungsverhältnis bei der Beendigung bereits länger als 6 Monate (sogenannte "Wartezeit") bestanden hat, hättest Du ohnehin Anspruch mindestens auf den gesamten gesetzlichen Urlaub; von Dir dürfte dann also nichts "zurückgefordert" werden.

Anders "kann" es aussehen, wenn du diese Wartezeit von 6 Monaten bei der Beendigung des Ausbildungsverhältnisses noch nicht erfüllst.

Auch wenn der Urlaub genehmigt wurde kann es eventuell passieren, das der zuviel genehmigte Urlaub mit der letzten Abrechnung verrechnet wird. Der Arbeitgeber hat den Urlaub bewilligt unter dem Gesichtspunkt, dass Du die Ausbildung durchziehst.

Wie Du schon richtig erkannt hast wurde Dir mehr Freizeit gegeben als Dir zusteht, also könnte es passieren das pro Urlaubstag in der letzten Lohnabrechnung 8 Stunden abgezogen werden (vorausgesetzt Du hast eine 40 Stunden Woche).

Ob das nun allerdings arbeitsrechtlich korrekt ist kann ich nicht sagen.

Die Kündigung unterliegt ja auch einer Kündigungsfrist. Sollte das nicht ausreichen, dann sprich mit deinem Ausbildungsbetrieb drüber

Familiengerd 20.11.2017, 11:20

Was hat das jetzt mit der Frage zu tun??

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Der Urlaub war genehmigt und ist weg. PUnkt. Da kommt nichts mehr, das ist einfach so. Nacharbeiten musst du nichts. Allerdings wäre es ein netter Zug von dir, wenn du das anbieten würdest. Verlangen kann das niemand. Es würde allerdings einen guten Eindruck von dir hinterlassen- und vllt. Dein Arbeitszeugnis positiv beeinflussen. 

FZ

Familiengerd 20.11.2017, 11:19

Der Urlaub war genehmigt und ist weg. PUnkt. Da kommt nichts mehr, das ist einfach so. Nacharbeiten musst du nichts.

Das ist - so allgemein und pauschal formuliert - falsch!

Der Arbeitgeber kann das Urlaubsentgelt für zu viel genommenen Urlaub nur dann nicht zurückfordern (also verrechnen), wenn bei Beendigung des Arbeits-/Ausbildungsverhältnisses in der 1. Jahreshälfte die Wartezeit von 6 Monaten bereits erfüllt war oder wenn (da dann ohnehin Anspruch auf den vollen Jahresurlaub besteht) das Arbeits-/Ausbildungsverhältnis bei Beendigung in der 2. Jahreshälfte bereits länger als 6 Monate bestanden hat.

Unter Umständen kann ein Rückforderungsanspruch auch in anderen Fällen verwirkt sein, wenn der Arbeitgeber z.B. wissentlich (weil der Arbeitnehmer wegen einer erwarteten Kündigung gar keinen entsprechenden Urlaubsanspruch erwerben wird) mehr Urlaub bewilligt, als dem Arbeitnehmer zustehen würde.

Siehe dazu das Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 5 "Teilurlaub".

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Fragezeichen235 20.11.2017, 21:39
@Familiengerd

Und was passiert, wenn der Azubi der Rückforderung nicht nachkommt? Es gibt kein pfändbares Einkommen... Welcher AG macht sich irgendwelche Mühe damit?

FZ

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Familiengerd 21.11.2017, 11:25
@Fragezeichen235

Pfändbar ist sein Einkommen nicht, das stimmt.

Das heißt aber nicht, dass der Arbeitgeber nicht andere Pfändungsmöglichkeiten hätte - Du kennst die wirtschaftlichen Verhältnisse des Fragestellers ja nicht.

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Fragezeichen235 21.11.2017, 20:00
@Familiengerd

Nein, die kenne ich nicht. Aber die Motivation eines Arbeitgebers, sich wegen ein paar Urlaubstagen solchen Streß zu machen, zumal der AG nicht weiß, ob es zu irgendeinem nennenswerten Erfolg führen wird. 

I.d.R. spart der sich die Arbeit, verbucht das als Verlust und gut is. 

FZ

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