Aus welchen Gründen suchen Touristen "Heilige Orte" auf?

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5 Antworten

Da gibt es sicher verschiedene Gründe - und ich meine hier tatsächlich nur Touristen, keine religiösen Pilger.

Historisches Interesse

Ein Grund ist sicher, dass diese heiligen Stätten und Wallfahrtsorte oft eine lange Geschichte haben und historisch interessant sind.

Man mus ja schließlich auch kein Grufti oder nekrophil sein, wenn man unbedingt ein Jahrtausende altes altägyptisches Grab besichtigen will. ;-)

Ästhetik und Schönheit

Auch sind diese religiösen Stätten häufig beeindruckend - etwa die architektonische Meisterleistung, eine Kathedrale zu errichten.

Dass dort bedeutende Kunstwerke unter erheblichen Anstrengung aus religiösen Gründen entstanden, beeindruckt sicher einige Besucher.

Einblick in die Kultur

Außerdem kann die Beobachtung der gemeinsamen Rituale dort auch einen Einblick in eine völlig fremde Gedankenwelt einer Kultur bieten.

Die Menschen dort nehmen womöglich große Anstrengungen auf sich - zu Fuß gehende Pilger, oder etwa Bußübungen - das ist durchaus interessant.

Neugierde

Manchmal ist es vielleicht auch schlicht Neugierde. Man will halt mal sehen, was denn die ganzen Leute an diesem Ort nun interessant finden.

Wunsch nach Erfahrungen

Manche Touristen sind auch sehr erlebnisorientiert und erhoffen sich, irgendetwas interessantes, "mystisches" zu erleben, zu spüren etc.

Was gegen Tourismus an religiösen Stätten spricht:

So lange die Touristen die Gläubigen dort nicht an der Ausübung ihrer Religion hindern, oder sich respektlos gegenüber den dortigen Traditionen verhalten, sehe ich kein ernsthaftes Problem.

Wer natürlich meint, im kurzen Rock und tiefen Ausschnitt solch einen Ort besuchen, oder fremde Menschen respektlos anzugaffen und womöglich noch ungefragt fotografieren zu können, hat dort nichts verloren.

Je nach Art de religiösen Stätte könnten zu viele Besucher aber auch Schaden an der Bausubstanz anrichten - sei es durch die Atemluft, die ständigen Erschütterungen durch die Schritte o,ä.

Wenn so etwas bekannt ist, sollte man den Ort vielleicht doch eher jenen überlassen, die eine emotionale Bindung haben.

Was für Tourismus an religiösen Stätten spricht:

Wirtschaftliche Vorteile für Hotel- und Gaststättengewerbe, sowie die Händler mit Touristenramsch und kitischigen Erinnerungsstücken.

Besseres kulturelles Verständnis, Korrektur von Vorurteilen, Erweiterung des eigenen Horizonts, Beitrag zur erweiterten Allgemeinbildung.

Allgemein bleiben Kenntnisse besser im Gedächtnis, wenn man besondere Erfahrungen damit verbindet, wie sie etwa eine solche Reise bietet.

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Fussballer897 10.10.2017, 19:53

Vielen Dank, dass sie sich für die Antwort Zeit genommen haben. Sehr gut geschrieben !

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Weil sie insgeheim glauben, dass von diesen Plätzen eine besondere Energie ausgeht, was sie aber meistens nicht zugeben wollen..

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aus den selben gründen, nach denen gaffer bei unfällen möglichst selfies mit den leichen machen möchten: neugier, hier aber im positiven sinn

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Wenn man etwas von dem Land verstehen will, muss man die Leute verstehen - und eben auch, was ihnen heilig ist.
Im besten Fall auch noch, warum es ihnen heilig ist.

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nicht nur Touristen...vielleicht weil sie glauben.....zB an die Heilskraft die von diesen Orten ausgeht !

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