Aus welchem/n Grund/Gründen wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet?

6 Antworten

Ohne die Geschichte in epischer Breite zu erzählen, kann man sagen, dass Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht die führenden Köpfe der wenige Tage zuvor gegründeten KPD waren und die Revolution fortführen wollten.

Damit standen sie im Widerspruch zur rechten SPD Führung unter Ebert, der zusammen mit Noske und Scheidemann ein Bündnis mit den reaktionärsten Kräften des Kaiserreiches einging, um die Revolution niederzuschlagen. Diese ließen auch den Januaraufstand zusammenschießen und schoben Liebknecht und Luxemburg die Schuld an dem Aufstand zu.

Es tauchten öffentliche Mordaufrufe der rechten Reaktion auf. Aber auch die SPD scheute sich nicht Plakate zu verbreiten, mit der die Stunde der Abrechnung angekündigt wurde. Im SPD-Organ "Vorwärts" wurde am 13. Januar ein Gedicht von Artur Zickler veröffentlicht, das mit den Zeilen endete

Viel Hundert Tote in einer Reih’ –
Proletarier!
Karl, Rosa, Radek und Kumpanei –
es ist keiner dabei, es ist keiner dabei!
Proletarier!

Am 15. Januar war es dann soweit. Freikorpssoldaten nahmen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg fest. Nachdem die Mörder sich telefonisch bei Noske die Erlaubnis geholt hatten, die dieser im Beisein Eberts auch gab, wurden Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ermordet.

Dieser Verrat der SPD an der Revolution und die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, standen in den Folgejahren einer Zusammenarbeit von SPD und KPD immer wieder im Wege.

gibt's davon auch eine Quelle?

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@milchkuchen3

Das Internet ist voll davon.

Google mal
Novemberrevolution, Spartakusaufstand, Waldemar Pabst, Artur Zickler, Ebert, Noske, Scheidemann, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Ebert-Groener-Pakt ...

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@milchkuchen3
  • Klaus Gietinger: "Der Konterrevolutionär", Verlag Schulenburg, 2009
  • Sebastian Haffner: "Der Verrat: Deutschland 1918/1919", Verlag 1900, 2002
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Den Karl Liebknecht, den haben sie erschossen

Die Rosa Luxemburg starb durch Mörderhand!

Die Stelle ist übrigens 50 m von meiner Wohnung. Soviel für alle in der richtigen Richtung bildungswilligen Touristen :)

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Der Spartakusbund/ die KPD war zur Zeit der Novemberrevolution noch nicht wirklich handlungsfähig - die KPD wurde erst im Dezember 1918 gegründet und begann, sich neu zu formieren. Ihre Führer Liebknecht und Luxemburg kamen überhaupt erst durch die Novemberrevolution aus ihrer Haft frei. So beklagte Karl Radek z.B. in seinen Tagebuchaufzeichnungen, wie wenig Einfluß man tatsächlich auf das Geschehen habe. Auch der fälschlich so bezeichnete "Spartakusaufstand" war nicht das Werk des Spartakusbundes sondern geht - wie vieles andere auch - auf das Konto der gewerkschaftsnahen "Revolutionären Obleute".

Tatsächlich betrieben Liebknecht/Luxemburg in dieser Zeit jedoch einen immensen Publikationsaufwand und machten sich als vermeintliche Anführer der Revolution damit selbst zur Zielscheibe der bürgerlich-konservativen Kräfte.

Der größte linksradikale Aufstand gegen die Demokratie begann am 5. Januar 1919 nach der Gründung der KPD in Berlin. Auslöser war die Entlassung des USPD-Polizeipräsidenten Emil Eichhorn, der den meuternden Matrosen im November 1918 geholfen haben solle. Am 6. Januar wurde der Revolutionsausschuss unter Liebknecht eingesetzt. Er erklärte, dass der Rat des Volksbeauftragten von der SPD keine Macht mehr besäße und jede weitere Regierungsan- gelegenheit vom Revolutionsausschuss bearbeitet werden würde. Damit wollten die KPD-Politiker die Nationalversammlung verhindern und ein Rätesystem einführen. Der Rat der Volksbeauftragten verhandel- te mit den Revolutionären, die Verhandlungen schei- terten jedoch. Der SPD-Politiker Gustav Noske ließ den Aufstand ab dem 8. Januar 1919 blutig nieder- schlagen. Vor allem das "Zeitungsviertel" war von Sozialdemokraten und Linksradikalen hart umkämpft. Am 11. Januar wurde das Verlagsgebäude der "Vorwärts", einer Zeitung der Marxistischen Revolutionäre gestürmt und zahlreiche Kommunisten ermordet. Später wurde auch das von den Revolutionären besetzte Polizeipräsidium von den Regierungstruppen zurückerobert. Der "Spartakusaufstand", dem mehr als 160 Menschen zum Opfer fielen, war beendet.

Nachdem die Regierungstruppen den Aufstand niedergeschlagen hatten, wurden am 15. Januar 1919 die Hauptfunktionäre des Massenstreiks Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht festgenommen und in das Hotel Eden verschleppt. Hier wurden sie getrennt voneinander verhört und gefoltert. Danach wurde Karl Liebknecht von den Freikorps im Berliner Tiergarten erschossen. Auch Rosa Luxemburg wurde ermordet, ihre Leiche aber fand man erst 3 Monate später im Mai 1919. Im Januar 1919 wurde Karl Liebknecht zusammen mit 31 anderen Opfern des "Spartakusaufstandes" ermordet. Rosa Luxemburg wurde symbolisch beerdigt, da man sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefunden hatte. Rosa Luxemburgs Leiche wurde am 13. Juni 1919 mit großer Anteilnahme beerdigt. Für die Beerdigung gab es aufgrund der hohen Beteiligung sogar Eintrittskarten. Die Propaganda besagte, dass Rosa Luxemburg von der Bevölkerung gelyncht und Karl Liebknecht auf der Flucht erschossen worden sei. Die mörderischen Offiziere wurden sehr zum Unverständnis der Bevölkerung im Mai freigesprochen. Die Ermordung Luxemburgs und Liebknechts führte zu einer noch extremeren Trennung zwischen der Linksradikalen KPD und der SPD.

http://www.youtube.com/watch?v=X572ZqsZHUA
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