Aus welchem Grund soll man im Buddhismus vermeiden, Fleisch zu essen

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7 Antworten

Ich finde es zwar unnötig, Fragen zu praktisch dem gleichen Thema doppelt zu stellen -, aber dann eben noch einmal:

Es geht in den Traditionen des Buddhismus nicht primär darum, sich durch Vegetarismus besonders gesund zu ernähren - auch wenn nichts dagegen spricht - oder irgendeinem vegetarischen Trend zu folgen, sondern im Allgemeinen um Mitgefühl, auch wenn andere Aspekte ebenfalls eine Rolle spielen können.

Durch das Ideal des Mitgefühls ergibt sich auch die Regel des "Nicht-Tötens", die je nach Tradition und Lehrer durchaus umfassender und etwa als "Verminderung des Leidens" ausgelegt werden kann - was auch die Akzeptanz des Vegetarismus begünstigt

Es gibt eine Erzählung, die soweit mir bekannt, aus dem Hinduismus stammt (Korrektur bei Fehlinformation ausdrücklich willkommen).

Dabei geht es darum, dass Schüler und Lehrer gerade beisammen sitzen und der Schüler instinktiv eine Mücke totschlagen will, die ihn stört. Er hebt also die Hand - doch dann erinnert er sich an die Regel des Nicht-Tötens und zieht sie wieder zurück.

Sein Lehrer fragt ihn gelassen: "Wieso schlägst du sie nicht tot?" und der Schüler antwortet überrascht: "Aber die Regeln besagen doch, wir sollen kein Lebewesen töten"

Der Lehrer nickt und erklärt: "Das ist richtig - aber es geht auch darum, den Wunsch zu töten abzulegen - denn in Gedanken hattest du die Mücke bereits getötet"

Man mag über die Aussage geteilter Meinung sein - sie zeigt zumindest, dass Leid nicht beim Essen von Fleisch endet.

Da der Mensch jedoch Nahrung aufnehmen muss, um zu überleben, muss selbst die Person mit den höchsten moralischen Ansprüchen bei seiner Ernährung nun einmal Kompromisse schließen - will sie nicht vor lauter "Mitgefühl" mit anderen Lebewesen verhungern

Wie schon bei deiner ersten Frage hier noch einmal der Hinweis: Die Mönche, die Buddha folgten mussten ursprünglich alle Speisen annehmen, die ihnen von Laien in die Bettelschale gelegt wurden.

Diese Regel wird - je nach Traditionslinie - unterschiedlich strikt befolgt, teilweise gilt der Verzehr als Fleisch akzeptabel, wenn das Tier nicht extra für den Mönch geschlachtet wurde.

Unabgängig von jeder Regel, jeder Tradition, oder Lehrrichtung, ist der Mensch grundsätzlich selbst für seine Handlungen und die daraus resultierenden Folgen verantwortlich

So, jetzt gehe ich mal ein paar Äpfel essen. ;-)

Enzylexikon 03.07.2013, 12:02

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Hier sollten wir uns auf den ursprünglichen Gedanken beschränken, denn die vielen späteren Entwicklungen entsprechen nicht immer dem, was Buddha seinerzeit lehrte. Grundsätzlich gibt es kein Verbot, Fleisch zu essen. Mönche lebten damals von dem, was weltliche Anhänger ihnen spendeten. Fleisch durften sie ablehnen, wenn sie vermuten konnten, daß das Tier nur für sie geschlachtet wurde.

Verboten ist allerdings das töten von Lebewesen - wobei man unter "verboten" eher "unheilsam" verstehen sollte. Die Gründe sind vielschichtig und reichen von der Angst, daß es einen einmal selber erwischt (wenn man mal als Tier inkarniert wird) bis zur "Liebe und Fürsorge für alles was da lebt und atmet".

Pflanzen sind einfacher als Tiere und sind eben "der letzte Ausweg" damit wir überhaupt existieren können - so realistisch müssen wir sein. Dafür ist es auch so, daß der nachfolgende Mönch praktisch "auf Sparflamme" lebt, also nur dafür sorgt, daß der Körper am Leben erfhalten wird - mit dem Ziel, baldmöglichst komplett aus dem Leidenskreislauf auszuscheiden (was letztendlich auch den Pflanzen nützt :-))

Noch mal zurück zum "Problem" des Fleischessens/Tötens: Im Buddhismus gibt es keinen Gott, der die Übertretung von Verboten bestraft. Wer einen Menschen tötet, wird in der Regel von Menschen bestraft. Entscheidend im Buddhismus ist die Absicht. Wer absichtlich negativ handelt, bestraft sich sozusagen selbst, indem er sich von positiven Gegebenheiten entfernt.

Balurot 03.07.2013, 10:53

Danke vielmals!

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Buddha lehrte zwar ihr dürft Fleisch essen wenn es nicht extra für euch geschlachtet wurde, aber es liegt auch in der Natur des Menschen sich von Fleisch zu ernähren. Das bewusste töten von Lebewesen erzeugt schlechtes Karma und jeder kann für sich selbst entscheiden mit welchem Karmastand er am Ende steht.

Pflanzen essen ist erlaubt da man im Kreisluaf der Wiedergeburten nicht als Planze wiedergeboren werden kann, und da sie keinen Schmerz empfinden.

Aber auf dem Weg des Erwachens wird dein Herz mit so viel Liebe und Mitgefühl gefüllt dass man das Leid der Lebewesen am eigenen Körper fühlt und vom Fleischessen abkommt.

Balurot 03.07.2013, 10:54

Danke!

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In Theravada (das ist das was die meisten im Westen meinen wenn sie von Buddhismus reden) ist das essen von Fleisch nicht verboten. Nur in manchen buddhistischen Religionen wie Mahayana wird von den Mönchen verlangt kein Fleisch zu essen. Jemand hat hier geschrieben das Kühe heilig sind. Das ist im Hinduismus, nicht im Buddhismus.

Was aber im Buddhismus ist (wie auch im Christentum), ist das es nicht erlaubt ist Lebewesen zu töten, was im Buddhismus natürlich auch das Töten von Tieren verbietet. Da es früher keine Kühlschränke etc. gab, war der Koch meistens auch gleichzeitig derjenige der das Tier geschlachtet hat. Das ist sicherlich auch ein Grund der dazu geführt hat das in manchen buddhistischen Schulen und Klostern es mit der Zeit verboten wurde Fleisch zu essen. Aber in vielen anderen buddhistischen Klostern (besonders in Theravada) ist das Fleisch essen bis heute nicht verboten.

Balurot 04.07.2013, 15:53

Danke schön!

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sicher weiß ich das nicht. ich glaube aber dass es daran liegen könnte, dass buddhisten daran glauben als tiere wiedergeboren zu werden. du würdest quasi deine verstorbenen bekannten essen oder so ;)

Das hat mit dem System der Wiedergeburt zu tun. Die Menschen denken, sie werden nach Kastensystem geboren. Wenn du in deinem Leben Gutes tust, dann steigst du nach deinem Tode eine Kaste höher auf. Bei Schlechtem umgekehrt. Das heisst: Eine hohe Kaste bedeutet, dass du angeblich zum Beispiel in eine reiche Familie geboren wirst und eine tiefere ist zum Beispiel eine Ameise. Zu dem sind Kühe heilig, das heisst, dort werden keine Kühe oder Rinder gegessen. Liebe Grüsse Asardya

Balurot 30.06.2013, 19:35

Ich habe gedacht, dass das Kastensystem zum Hinduismus gehört.

Aus WIKIPEDIA (Buddhismus): Von den monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) unterscheidet der Buddhismus sich grundlegend. So kennt die buddhistische Lehre weder einen allmächtigen Gott noch eine ewige Seele.[9] Das, und auch die Nichtbeachtung des Kastensystems, unterscheidet ihn auch von Hinduismus und Brahmanismus, mit denen er andererseits die Karma-Lehre teilt. In deren Umfeld entstanden, wird er mitunter als eine Gegenbewegung zu den vedischen Glaubenssystemen Indiens betrachtet.

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