Aus welchem Grund schrieb Caesar "Der Gallische Krieg"?

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Gaius Iulius Caesar hat seine „Commentarii“ über den gallischen Krieg geschrieben, um eine Selbstdarstellung seiner Taten vorzulegen und ein bestimmtes Bild über sich zu verbreiten.Die Abfassungszeit ist wohl der Winter 52/1 v. Chr. gewesen, als nach für ihn siegreichen Kämpfen der große Erfolg in Gallien feststand.

Caesar mußte nach einer ungewöhnlich langen Statthalterschaft seine Rückkehr in die römische Innenpolitik vorbereiten. Als Konsul im Jahr 59 v. Chr. hatte er sich mehrfach auf harte Weise durchgesetzt. Er hatte beachtliche Gegner, die ihn anklagen und wegen Gewaltmaßnahmen verurteilen wollten. Caesar drohte das Exil und das Ende seiner politische Karriere, wenn es ihm nicht gelang, eine hervorragende politische Position einzunehmen (als Privatmann konnte er angeklagt werden, solange er in ein politisches Amt ausübte, nicht). Sein bisheriger Verbündeter Gnaeus Pompeius hatte sich den Optimaten (Anhänger einer auf den Senat gestützten Politik mit Vorherrschaft der Nobilität, der Führungsschicht aus vornehmen Familien), unter denen sich Caesars Hauptgegner befanden, angenähert. Caesar plante, wieder Konsul zu werden. Widerstand dagegen war aus den Reihen der Optimaten zu erwarten.

Caesars Zielpublikum, das er beeinflussen wollte, waren die Römer insgesamt, wobei die Honoratioren in den Städten Italiens (wohl Hauptadressaten) und das einfache Volks eher beeindruckt werden konnten als die römischen Senatoren. Die aktuelle Wirkungsabsicht war die Hauptsache, aber seinen Ruhm bei der Nachwelt zu sichern, kann auch eine Ansicht gewesen sein (es gibt keine Darstellung Caesars, in denen er seine Ziele genau offenlegt; daher ist es nötig, Schlüsse aus der Gestaltung des Werkes und der Situation, in der er sich befand, zu ziehen).

Caesar ging es um eine Darstellung, die seine Fähigkeiten und Leistungen gekonnt ins Licht rückte. Nebenbei konnte er Vorwürfe zurückweisen. Die schlicht und nüchtern scheinende Darstellung enthält eine geschickte Erzählstrategie. Caesar war geistig begabt und einer der besten römischen Redner seiner Zeit. In Berichten an den Senat hatte er schon eine Grundlage.

Caesar schildert sich in dem Werk vor allem als römischer Statthalter (Proconsul) und als Feldherr, fast gar nicht als Handelnder in der römischen Innenpolitik. Die Darstellung zeigt ihn – wenig überraschend angesichts des Umstandes, daß Caesar selbst der Autor ist - als tatkräftigen und umsichtigen Römer, der die Interessen des römischen Volkes gut vertritt, dessen Bundesgenossen wirkungsvoll schützt und im Einklang mit traditionellen römischen Prinzipien handelt (seine Kriegshandlungen erscheinen selbstverständlich auch als berechtigt).

Als Folgerung aus den herausragenden Großtaten wird (ohne dies ausdrücklich zu sagen) nahelegt, dieser siegreiche, außergewöhnlich fähige Mann mit großen Leistungen für den römischen Staat müsse eine führende Rolle in der Politik spielen und habe eine weiterhin glanzvolle Karriere verdient.

zum Thema gibt es Darstellungen in Büchern, z. B.:

Eckart Mensching, Caesars Bellum Gallicum : eine Einführung. 1. Auflage. Frankfurt am Main : Diesterweg, 1988, vor allem S. 135 – 178

Martin Jehne, Caears Gallischer Krieg – Text und Tat. In: Erinnerungsorte der Antike. Herausgegeben von Elke Stein-Hölkeskamp und Karl-Joachim Hölkeskamp. Band 1: Die römische Welt. München : Beck, 2006, S. 234 - 241

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S. 237 - 238: „Es war demnach klar, daß Caesars Wunsch, mit einem rauschenden Triumphzug in Rom einzuziehen und unmittelbar ein zweites Consulat anzutreten, nicht leicht realisierbar sein würde, so daß es galt, formidablen Widerstand aus dem Weg zu räumen.

Teil von Caesars Aktionen, mit denen er in Rom das Feld für seine triumphale Heimkehr bestellen wollte, war nun die Publikation seiner Kriegsberichte. Eine gebildete römische Öffentlichkeit sollte darauf eingestimmt werden, daß Caesar die römischen Interessen in Gallien tadellos vertreten hatte; daß er dem Reich ein riesiges Territorium hinzugewonnen hatte, aber nicht aus persönlichem Ehrgeiz heraus, sondern in Wahrnehmung seiner Pflichten als Repräsentant des römischen Gemeinwesens; daß er römische Tugendideale wie kaum ein zweiter verkörpert und umgesetzt hatte; daß er in schier unglaublicher Weitsicht und Nervenstärke fast alles vorausberechnet und sich entsprechend verhalten hatte, so daß er dem Feldherrnideal in der Kombination von persönlicher Tapferkeit und rationaler Planung perfekt entsprochen hatte. Gerade in ihrer distanzierten und unaufgeregten Darstellungsweise führt die Schrift ihre zeitgenössischen Leser um so unausweichlicher zu dem Schluß, daß hier ein Römer in untadeliger Weise alle Anforderungen an römische Feldherren und Statthalter bewältigt hat, so daß es nach römischen Normen geradezu zwingen ist, diesen Mann mit weiteren Ämtern und Ehren auszuzeichnen. Hinweise auf die Rechtsbrüche, die er sich während seines Consulats 59 hatte zuschulden kommenlassen, oder auf gewisse Großzügigkeit im Umgang mit den Feinden während des Krieges konnten (und sollten) unbefangenen Lesern aus der römischen Oberschicht nach Lektüre dieses Textes wohl nur noch als kleinlich erscheinen."

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Er verfasste damit nicht nur einen Kriegsbericht, sondern schilderte damit auch den anderen Römern, die nicht aus Italien rauskamen, wie es denn im fernen Gallien so zuging. Desweiteren konnte er damit prahlen, so viele Schlachten ruhmreich gewonnen zu haben, was ihm unter den Bürgern, aber unter Umständen auch in fremden Ländern zu mehr Respekt verhelfen konnte.

Das war sein Tagebuch.

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