Aus welchem Grund geht ihr trotz des erheblichen Tierleids in Zoos?

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11 Antworten

Ich gehe nur noch sehr selten in Zoos oder Tierparks. Meistens zieht mich die Neugier hin und weil ich sehen will, wie die unterschiedlichen Tierarten gehalten werden, was über sie erzählt wird bzw. was den Besuchern für Informationen geboten werden (auf Infoschildern und so). Und weil mich interessiert, wie die Besucher auf die Tiere reagieren.

Ich bin mit dir einer Meinung, dass man so gut wie gar kein Tier artgerecht halten kann. Allein das Wort "halten" also im Sinne von Festhalten, einsperren, Freiheit wegnehmen, wird keinem Tier wirklich gerecht. Vielleicht noch geradeso domestizierten Tieren, denen eine Abhängigkeit vom Menschen antrainiert wurde.

Zum Thema Artenschutz. Das ist für mich schon ein Argument, bestimmte, sehr seltene Tiere in Zoos "aufzubewahren". Aber das rechtfertigt nicht, warum so dermaßen viele Arten in Zoos gehalten werden, die in keinster Weise gefährdet sind.

Die Bildungsfunktion hat 2 Seiten:

Einerseits können Kinder so mit Tieren in Berührung kommen, etwas über sie erfahren usw. Viele Stadtkinder erleben kaum Tierbegegnungen. Das ist aus meiner Sicht ein echtes Problem. Deswegen finde ich es erstmal gut, wenn die Leute mit ihren Kindern wenigstens in den Zoo gehen, wenn sie es schon nicht in den Wald oder auf einen Bauernhof schaffen.

Andererseits erlebt man in Zoos Tiere als Attraktion für den Menschen, zum Anschauen, zum sich freuen, zum Staunen, zum drüber lachen usw. "ausgestellt". Das Tier wird also auch hier wieder als Konsumgut verkauft, benutzt, missbraucht. Wenn also mit dem Kind in den Zoo, dann fänd ich es gut, wenn man mit dem Kind danach darüber spricht. Über die Haltungsbedingungen und das langweilige Leben im Käfig oder begrenzten Gehege. Über die Frage, wie das Leben des Tieres wohl in Freiheit aussehen würde oder wie man sich selbst fühlen würde, wenn man eingesperrt wäre.

Zu der Frage, ob einem Löwen im Zoo das Jagen fehlt: schaut sie euch doch an! Wie sie herumliegen, vom Leben gelangweilt, auf irgendetwas wartend, hin und her laufend. Die leben in völliger Reizarmut. Und zu der Frage, ob es dem Tieren nicht in Gefangenschafft viel besser geht, weil man sie füttert und ärtzlich versorgt: was ist ein Leben ohne Risiko? Ohne Gefahr? Ohne echte Herausforderung? Die einzige Herausforderung in Gefangenschaft ist die Langeweile, die Reizarmut, die schnöde Regelmäßigkeit. Wenn ein Tier die ihm angeborenen Sinne und Fähigkeiten nicht nutzen muss, wenn das Leben ungefährlich ist, verliert es seine Spannkraft, seine Lebendigkeit. Ein völlig sinnentleertes Leben. Im wahrsten Sinne des Wortes! Zu denken, dass man wüsste, was ein Tier zum Leben braucht, also zum richtigen Leben, ist eigentlich anmaßend.

Als Kind waren Zoos für mich ein Paradies. So viele Tiere, die ich noch
nie oder nur im TV gesehen hatte, jetzt lebendig vor mir! Heute sehe ich
das anders. Die Faszination daran, Tiere zu beobachten, hat zwar nicht
nachgelassen, aber die Reflexion darüber hat sich stark verändert.

Mittlerweile finde ich es viel spannender, freilebende Tiere zu beobachten. Scheue Tiere, an die man sich erst anschleichen muss. Oder herauszufinden, wo das Tier, was ich suche, eigentlich wohnt. Wo hat der Fuchs denn nun seinen Bau? Wo schlafen eigentlich die Rehe? Und was genau fressen die da am Waldrand eigentlich? Man tritt in Interaktion. Ist es eine gute Idee, der Wildschweinspur ins Dickicht zu folgen? Solche fragen stellt man sich im Zoo nicht. Da ist auch für mich ein Risiko.

So lernt man die Tiere kennen, wie sie wirklich sind. Und sich selber ganz nebenbei auch.

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Ich gehe in Zoos, weil sie einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Artbestandes dieser Tiere leisten. Nachzuchtprogramme, Auswilderungen und eine hohe Vermehrungsrate der Zoos zeigen eindeutig die immensen Vorzüge der Zoos.

Tiere vermehren sich nicht, wenn sie sich nicht wohl fühlen. Eine hohe Zahl natürlicher Geburten ist eine Auszeichnung für den jeweiligen Zoo.

Zusätzlich werden mit den Eintrittsgeldern vieler Zoos Naturschutzprogramme finanziert.

Im Tiergarten Schönbrunn beispielsweise kann man die Bilder der Orang-Utan Dame Nonja kaufen und der Erlös geht an eine Stiftung zur Erhaltung des natürlichen Lebensraums der Orang-Utans.

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Ich bin auch kein Zoo-Fan, allerdings rein geschmacklich. Einige Gründe für Zoos/-besuche fallen mir aber ein:

Zoos können auch einen wichtigen beistand zum erhalt bestimmter Arten leisten. Soweit nicht ganz klar ist, welche mittelfristigen und langfristigen Auswirkungen das Aussterben solcher Arten hat kann es nur sinnvoll sein, Arten nach Möglichkeit zu erhalten.
Wenn Wilderer 10 der letzten 50 Tiere einer Art erlegen ist man vielleicht froh, noch ein paar im Zoo zu haben; die (oder deren Nachkomen) potentiell ausgewildert werden könnten.

Gerade für Kinder kann es auch wichtig sein, Erfahrungen mit Tieren zu sammeln. Erstens für die Entwicklung der Kinder selbst, aber auch um die sensibilität der Kinder für den Tierschutz zu fördern, was letztendlich mit dem potentiellen Schaden der Zootiere abgewogen werden muss.

Auch ist es für Eltern sicherlich entlastend, die Kinder einfach mal nen Tag lang auf neu Sachen loszulassen und das QUengelpotential zu mindern. Durch Stress von Eltern verzogene Kinder möchte auch niemand.

Ich halte 99% im übrigen für eine grobe fehlschätzung. Gerade exotische und/oder große Tiere sind natürlich kaum "optimal" zu halten, aber es gibt ja auch viele, gerade kleine Tierarten, die es den Zoos deutlich einfacher machen (nur bei Zoogästen leider nicht so beliebt sind, dass man dort gut investieren könnte).

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Ich kann dazu nicht viel sagen, aber da mich das Thema interessiert, schreibe ich hier etwas drunter, wegen den benachrichtigungen. Ich selbst gehe nicht in Zoos, ich möchte das nicht unterstützen. Selbiges mit Zirkus wo Tiere auftreten, abgesehen von einem, der war toll, da waren nur Hunde und die waren mit Freude bei der Sache.

Ja... der Aspekt mit Arterhaltung usw zählt für mich in Zoos nicht (verpaarungen z.B) dass manchmal (?) kranke Tiere in Zoos landen, die in der Natur keine Chance mehr hätten ist für diese glaube ich auch nicht sooo toll.. hm ich weiß nicht. Früher haben mich zoobesuche immer Traurig gemacht.

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Ein Zoo ist zweifelsohne ein Tierknast. Aber das weiss man als Kind natürlich nicht. Da ist man überglücklich, wenn man gemeinsam einen Ausflug mit den Eltern dorthin unternehmen darf.

Heutzutage besuche ich schon längst keine Zoo's mehr. Nicht weniger schlimm sind Wanderzirkuse, die sich nach wie vor grösster Beliebtheit erfeuen.

Trotzdem sollte man niemanden verurteilen, der nach wie vor Zoo's und dergleichen besucht. Man kann schließlich seine Überzeugung niemandem aufzwängen.

Oder bist du Vegetarier? Ich schon. Richte aber nicht über andere, die nach wie vor in meinem Umfeld weiterhin Fleisch essen.

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Kommentar von Oulou
27.03.2016, 18:06

Ich verurteile hier ja keinen. Hab ganz sachlich nach euren Gründen für Zoobesuche gefragt.

Nein, ich bin kein Vegetarier, richte aber ebenso wenig über Vegetarier, wie es alle mir bekannten Vegetarier über Fleischesser tun.

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Finde Zoos auch extrem deprimierend. In einer Minute Tierdoku im Fernsehen sieht man mehr vom Leben dieser Tiere als an einem ganzen Tag im Zoo. Da vegetieren die nur vor sich hin. 

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Was ist schon artgerechte Tierhaltung? Ich für meinen Teil finde die Haltung der Tier in denn Zoos welche ich besuche Okay. Besser könnte sie/es natürlich immer sein.

Naja grundsätzlich geb ich da auch eher weniger drauf, ich ess auch Fleisch vom Discounter

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Kommentar von Oulou
27.03.2016, 17:52

Was ist schon artgerechte Tierhaltung?

Du sagst es! 

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Für mich kommt es darauf an, welche Tiere dort wie gehalten werden. In unseren Breiten zbs kann man aufgrund der Klimabedingungen einen Eisbären mM nach niemals so halten, dass er sich wohl fühlen würde! Deshalb möchte ich diese Art der Haltung nicht unterstützen.

Trotzdem glaube ich, dass sich vor allem bei uns mittlerweile die meisten Zoos viel Mühe geben die Tiere so artgerecht wie möglich zu halten. Bei Raubkatzen werden Fleischstücke zbs an Seilen mechanisch durchs Gehege gezogen, sodass zumindest im Ansatz so etwas wie "Jagdstimmung" aufkommt etc. Wenn die Arten wirklich gut ausgewählt werden, die Gehege groß und naturnah sind (also die Tiere nicht ständig für die Besucher auf dem Präsentierteller liegen MÜSSEN), finde ich es ok. Stress und permanente Langeweile muss weitestgehend für die Tiere ausgeschlossen sein.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt kann man meiner Meinung nach auch in Zoos gehen. Zumindest haben die Tiere dort ein halbwegs "behütetes" Leben.

In einen Zirkus mit Tigern, Elephanten oder auch Pferden dagegen würde ich nicht gehen wollen. Das gehört meiner Meinung nach verboten, da gegen das Tierschutzgesetz. Aber das war ja nicht die Frage... ^^

VLG

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Kommentar von Dackodil
27.03.2016, 19:48

Die Eisbären, die zur Zeit grade auf ihren Eisschollen wegen der Klimaerwärmung verhungern, würden sicher mit Kußhand ihre Freiheit gegen die Sicherheit und den vollen Magen in einem Zoo eintauschen.

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Weil es schön ist Tiere zu sehen, die man sonst in seinem Leben nicht zu Gesicht bekommt. Wenn ich später Kinder habe, gehe ich definitiv dahin.

Außerdem gibt es auch Zoos, die Arten schützen und erhalten.

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Kommentar von Oulou
27.03.2016, 17:50

Ich weiß, dass einige (wahrscheinlich so gut wie alle) Zoos auch Projekte des Tierschutz fördern bzw. direkt involviert sind. Aber ist das wirklich eine gute Begründung, damit sie in ihrem eigenen Zoo ein paar Individuen so schlecht halten dürfen? Also für mich nicht.

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Ich geh nicht in Zoos, weil der nächste zu weit weg ist. Von diesem Zoo aber zu behaupten, die Tiere würden nicht artgerecht gehalten, ist absurd. 

Zoos haben sich in den letzten 20 Jahren dramatisch gewandelt, und die Zeiten, wo Tiere in zu kleinen Käfigen gehalten und vorgeführt wurden ,sind in Europa längst vorbei.

es gibt Tiere, die nicht in Zoos gehören, aber die meisten Tiere haben ausreichend Platz. Und eine ganze Reihe von Tieren wären längst ausgestorben, würden sie nicht in Zoos davor bewahrt

Dein gefühltes "erhebliche Tierleid" gibt es : In Entwicklungsländern, in Südamerika, in Osteuropa (aber nicht generell!), aber nicht in Deutschland

Möglicherweise auch noch in den USA, aber auch dort setzt ein Umdenken ein ZB haben die Zoos und Aquarien dort frisch beschlossen, keine Orcas mehr  zu versklaven.

es GIBT Tierleid, aber das kann und darf man nicht pauschalisieren.

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Kommentar von Oulou
27.03.2016, 18:10

Ich rede nicht von Tieren wie Ziegen, Eseln und Co.

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Was ist deiner Meinung nach zu 99% keine artgerechte Tierhaltung in Zoos...?

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Kommentar von Oulou
27.03.2016, 17:48

In Kurzform: Die Größe der Gehege so gut wie aller Zootiere (Giraffen, Affen, Zebras, usw.) entspricht nicht annähernd der Größe des natürlichen Lebensraumes und im Speziellen bei Raubtieren verkümmern alle Jagdinstinkte. Wenn du willst, kann ich dir auch gerne die Langform liefern ^^ aber ich hoffe, du weißt, worauf ich hinaus will.

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