Aus Notwehr töten?

16 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo JungleJim,

Der Tatbestand der Notwehr ist in § 32 Strafgesetzbuch geregelt.Dort heißt es: "Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten war, handelt nicht rechtswidrig"."Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwehren."

Soweit war deine Frage sehr einfach zu beantworten.

Grundsätzlich beginnt jedoch jede !!! Tat, die man unter Anwendung unmittelbarer körperlicher Gewalt (ggfs. unter Verwendung einer Waffe) begeht, mit einem Ermittlungsverfahren unter Bezugnahme auf einen konkreten Straftatbestand.**

Dies kann Körperverletzung mit Todesfolge, Totschlag oder -wenn die Indizien- oder Beweislage unmittelbar nach der Tat und zu Beginn der Ermittlungen ganz ungünstig wirken- mit Mord im Affekt, schlimmstenfalls mit vorsätzlichem Mord.Vorsätzlicher Mord kommt in Betracht, wenn schwerwiegende Anhaltspunkte oder Verdachtsmomente (auf besonders "niedrige" Beweggründe) wie Heimtücke, Habgier, besondere Grausamkeit. Mordlust, Befriedigung des Geschlechtstriebes, vorsätzlich tötet.**

Lässt man die Tatbestände Totschlag und/oder Mord hier mal außer Betracht,wird schließlich erst durch das Ergebnis des Ermittlungsverfahrens festgestellt, ob die Tat aus Notwehr erfolgt ist, also zur Abwehr einer entsprechenden Gefahr (siehe oben) geboten war.

Deshalb (Scherz) sollte man sich vorher gut überlegen, wie man sich verhält und aufgrund welchen Verhaltens und welcher ausgeübter Tat man sich auf den Notwehrparagraphen berufen kann/will.

Tu mir einen Gefallen und lass es bleiben.Wir hängen doch alle an unserem bisschen Leben (ebenfalls Scherz)

Viele Grüße

hotteb

Also, ich mache leider in diesem Forum viel zu häufig bei den unterschiedlichsten -häufig zunächst völlig unscheinbar wirkenden Fragen- die Erfahrung, dass man wegen ausführlichster Beantwortung etwas komplexer Fragestellungen oder solcher, bei denen man sich durchaus gerne !!! ernsthaft aber auch etwas kritisch mit den Fragestellern persönlich beschäftigt, aufgrund seiner Antworten nachher noch "blöd" und "unqualifiziert" angemacht wird, weil man erst aufgrund nachträglicher Reaktionen des Fragestellers merkt, mit welchen Ignoranten man es leider manchmal zu tun hat.Deshalb nehme ich immer häufiger Abstand davon, interessante rechtstheoretische Fragestellungen - etwas ausführlicher und "philosophisch" anzugehen.

Die Lust daran vergeht einem, wenn man anschließend -wie gesagt- nur noch krass dumme Sprüche zur Antwort bekommt und dann erkennt, dass die Beantwortung reine Zeitverschwendung war.

Gruß und viel Spaß beim diskutieren

hotteb

Erst einmal danke für die sehr gute und ausführliche Antwort! So in der Art hatte ich es noch in Erinnerung... Und ja, die Anmerkung von dir kenne ich! Da muss ich dir leider beipflichten.

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Sorry Hotteb,

du hast meines Erachtens nach, außer des Zitierens des 32 StGB, in keiner Weise die Notwehr erläutert und noch weniger erläutert, ob und unter welchen Umständen der Tod des Angreifers (so war doch die Frage) in Kauf genommen werden darf.

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Wenn Du Gelegenheit hast zu Überlegen ob Du mit Deiner Handlung einen anderen tötest, ist es keine Notwehr mehr.

Töten, bzw. Totschlag wäre eh der falsche Begriff, den Totschlag setzt voraus, dass man den Tod des Gegenübers zumindest in Kauf nimmt.

Wenn man sich einfach nur wehrt, wäre es allerhöchstens Körperverletzung mit Todesfolge und die wird nicht bestraft, da sie in Notwehr geschah.

Hallo Meandor,

"Notwehr", setzt ja die Abwehr eines unvermittelt und hinsichtlich seiner letztendlichen Folgen nicht kalkulierbaren Angriffs einer oder mehrerer dritter Personen voraus.D.h., das derjenige, der einen gegen sich bzw. sein oder eines anderen Lebens gerichteten Angriff (mit Recht) abzuwehren hat, aus der Unübersichtlichkeit des Angriffsgeschehens und der Unwägbarkeit der Folgen dieses Angriffs oft gar nicht frühzeitig erkennen kann, ob der Angreifer zum Äußersten geht, das heißt, die Beendigung deines Lebens (Tötung) billigend in Kauf nimmt.Solange diese Folgen eines Angriffs -wie gesagt- unkalkulierbar und unabsehbar sind, kann sich der Angegriffene nur mit allen ihm verfügbaren Mitteln und je nach Entwicklung des Angriffsgeschehens wehren. Das ist im Falle des Angriffs eines dritten unzweifelhaft "Notwehr". In der Unübersichtlichkeit des Angriffsgeschehens und der Unabsehbarkeit seiner Folgen, kann/darf der Angegriffene nur die Abwehrmittel einsetzen, die zur erfolgreichen Gegen-/"Notwehr" "geboten" sind. "Geboten" sind die körperlichen Mittel (körperliche Gegenwehr) oder, wenn der Angreifer erkennbar eine gefährliche Waffe einsetzt, ggfs. - sofern überhaupt vorhanden - ebenfalls der Einsatz einer Waffe zur Verteidigung, also zur erfolgreichen Abwehr des Angriffs.In diesen Fällen nimmt der Angegriffene bei seinen Abwehrmaßnahmen unter Umständen auch die Tötung des Angreifers in Kauf. Dieses Recht der erfolgreichen !!! Abwehr des Angreifers (Angriffs) steht dem Angegriffenen jedoch nach § 32 StGB (Notwehr) zur Erhaltung seines Lebens zu, auch wenn der Angegriffene -mit seinen Abwehr-/"Notwehrmaßnahmen" letztlich die Tötung des Angreifers in Kauf nimmt.

Juristisch liegt das Problem letztlich in der Sachverhaltsaufklärung/Beweisfüh- rung.Das heißt, dass erst im Ermittlungsverfahren der Polizei und Staatsanwaltschaft geprüft/ermittelt und schließlich -ggfs.- im Gerichtsverfahren der Tatbestand der "Notwehr" entschieden wird.Bei einem unübersichtlichen Angriffsgeschehen sind weder die Absichten, geschweigedenn die Zielsetzungen des Angreifers während des Tathergangs absehbar, ein Umstand, der im Einzelfall auch die spätere Recherche des Tathergangs (Angriff und Abwehr) außerordentlich erschwert. Deshalb sind die Risiken, die der Angegriffene zur erfolgreichen Abwehr eines Angriffes eingeht nicht zu unterschätzen, weil vorher nie absehbar ist, wie eindeutig die spätere Beweis-/Indizienlage zur Entlastung des Angegriffenen, der sich gerechtfertigterweise gewehrt und eigentlich nur sein Leben verteidigen wollte, durch die Ermittlungsbehörden erhoben/sichergestellt werden kann.

Also trägt auch der Angegriffene, der während des Tathergangs zu keinem Zeitpunkt sicher !!! weiß, wie weit der Angreifer geht, immer ein relativ hohes Risiko.

Gruß hotteb

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§32 StGB, ja wenn du in einer Gefahrensituation bist, also dich jemand beim Leben bedroht, darfst du aus Notwehr töten, aber das ist das allerletzte Mittel und nur eine Rechfertigung, wenn es kein milderes Mittel gab sich zu verteidigen.Aber man darf nicht den Vorsatz haben zu töten, sondern es muss eher eine Folge der notwendigen Verteidigung eines Angriffs sein.

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