Aus Kirche austreten (ist so eine Entscheidung entgültig?)?

18 Antworten

Das kommt drauf an:

Wenn Du zu schnell stirbst, kannst Du nicht mehr rechtzeitig eintreten.

Im Ernst: Normalerweise tritt man mit der Taufe in die Kirche ein. Und die gilt für immer.

Wenn Du Dich also wieder auf Deine Taufe berufst, kannst Du eintreten.

Sofern Du Dich nicht in einer Weise daneben benommen hast, dass Dein Pfarrer das nicht will.

Vgl. für die evangelische Kirche im Rheinland:

Artikel 86

( 1 ) Die Aufnahme getaufter Religionsmündiger erfolgt durch die zuständige Pfarrerin oder den zuständigen Pfarrer der Wohnsitzkirchengemeinde. Hierüber wird eine Aufnahmebescheinigung ausgestellt. Das Presbyterium ist über die Aufnahme zu unterrichten.

( 2 ) Die Aufnahme kann auch durch eine andere Pfarrerin oder einen anderen Pfarrer aus dem Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland oder durch eine hierfür von der Kirchenleitung anerkannte Eintrittsstelle erfolgen. Die hierüber ausgestellte Bescheinigung wird der Wohnsitzkirchengemeinde unverzüglich zugestellt. Die Aufnahme wird mit dieser Zustellung wirksam, es sei denn, dass eine rechtswirksame, ablehnende Entscheidung der Wohnsitzkirchengemeinde erfolgt ist.

( 3 ) Die oder der Aufnehmende führt mit der oder dem Aufnahmewilligen ein seelsorgliches Gespräch und entscheidet, ob vor der Aufnahme eine Unterweisung im christlichen Glauben erforderlich ist.

( 4 ) Die Aufnahme kann in einem Gottesdienst oder in Gegenwart von zwei Presbyteriumsmitgliedern bekräftigt werden.

( 5 ) Die Aufgenommenen sind konfirmierten Mitgliedern der Kirchengemeinde gleichgestellt.

( 6 ) Lehnt die zuständige Pfarrerin oder der zuständige Pfarrer die Aufnahme ab, so kann die oder der Aufnahmewillige dagegen Einspruch beim Presbyterium einlegen. Dagegen ist Beschwerde beim Kreissynodalvorstand möglich. Dieser entscheidet endgültig. Gegen die ablehnende Entscheidung durch eine andere Pfarrerin oder einen anderen Pfarrer ist ein Einspruch nicht zulässig.

( 7 ) Das Nähere regelt ein Kirchengesetz.81

https://www.kirchenrecht-ekir.de/document/3060#s10000113

Und dazu:

Die Aufnahme22

(Zu Artikel 86 KO)23

§ 2324

( 1 ) Die Aufnahme nach Artikel 86 Absatz 1 KO vollzieht die oder der nach Artikel 56 KO zuständige Pfarrerin oder Pfarrer der Kirchengemeinde, in der die oder der Aufnahmewillige die Hauptwohnung hat.

( 2 ) Das Presbyterium ist in der der Aufnahme folgenden Presbyteriumssitzung über die Aufnahme zu unterrichten.

§ 24

( 1 ) Der Aufnahmewunsch ist schriftlich zu erklären.

( 2 ) Der Nachweis darüber, dass die oder der Aufnahmewillige getauft ist, erfolgt durch Vorlage der Taufbescheinigung oder der Konfirmationsbescheinigung, sofern dies nicht möglich ist, durch Abgabe einer schriftlichen Versicherung.

( 3 ) Hat die oder der Aufnahmewillige einer anderen christlichen Kirche angehört, so erfolgt der Nachweis über den Austritt aus dieser durch Vorlage der Austrittsbescheinigung, sofern dies nicht möglich ist, durch Abgabe einer schriftlichen Versicherung.

§ 25

Für getaufte religionsunmündige Kinder erklären die Eltern den Aufnahmewunsch. Für Kinder im Alter ab 12 Jahren darf er nicht gegen deren Willen erklärt werden.

§ 26

Wünscht die oder der Aufnahmewillige die Zugehörigkeit zu einer anderen als der Wohnsitzkirchengemeinde, so ist ein Antrag nach dem Gemeindezugehörigkeitsgesetz25 zu stellen.

§ 27

( 1 ) Die oder der Aufnahmewillige erhält von der oder dem Aufnehmenden eine Kopie der Aufnahmeerklärung.

( 2 ) Bei der Eintragung der Aufnahme sind die geltenden Regelungen der Kirchenbuchordnung26 zu beachten.

§ 2827

Lehnt die zuständige Pfarrerin oder der zuständige Pfarrer die Aufnahme gemäß Artikel 86 Absatz 6 KO ab, so ist dies dem Presbyterium in der der Ablehnung folgenden Sitzung mitzuteilen.

§ 29

Nach einer ablehnenden Entscheidung kann die oder der Aufnahmewillige nach Ablauf eines halben Jahres erneut einen Antrag auf Aufnahme stellen.

§ 3028

Mit Eingang der Aufnahmebescheinigung gemäß Artikel 86 Absatz 2 KO ist das Presbyterium verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die oder der Aufgenommene eine Mitgliedschaftsbescheinigung erhält. Es hat unverzüglich mit dem Mitglied Kontakt aufzunehmen und es unter unter Berücksichtung Artikel 86 Absatz 4 KO zur Teilnahme am kirchlichen Leben einzuladen.

§ 31

Eintrittsstellen der Kirchengemeinden und Kirchenkreise der Evangelischen Kirche im Rheinland werden durch die Kirchenleitung anerkannt, wenn die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden und insbesondere die Führung des seelsorglichen Gespräches sichergestellt ist.

§ 32

Für die notwendigen Erklärungen nach §§ 24 bis 26 und 30 und erlässt die Kirchenleitung Formulare.

https://www.kirchenrecht-ekir.de/document/3059/search/eintritt#s20000038

Du kannst die genauen Regelungen für fast alle Bistümer und Landeskirchen im Internet anschauen.

Bei katholischen Kirchen googlest Du z.B. nach "kirchenrecht bistum aachen" (Name des Bistums anpassen)

Bei protestantischen Kirchen googlest Du: "kirchenrecht badische landeskirche" (Name der Landeskirche anpassen)

Also, wenn Du Dir sicher bist dass Du da nicht weiter bei dieser Sekte sein möchtest, dann tritt aus. Das kostet einmalig eine Gebühr und findet in der Regel beim Amtsgericht/Kirchenstelle statt.

Wenn Du wieder eintreten möchtest, verlangen sie oft die entgangene Kirchensteuer nachträglich nachgezahlt, was natürlich ein Riesenwitz ist, denn Du hattest in der Zeit ja nichts von denen. Ich kenne jemanden wo es so war.

Ich kann nur empfehlen auszutreten, ich habe es in 30 Jahren nie bereut und ich habe nicht einmal den Wunsch gehabt, zurückzukehren.

"denn Du hattest in der Zeit ja nichts von denen." so ein Unsinn

die Kirchensteuer zahlt man nicht, damit man was "von denen" hat, sondern man unterstützt größtenteils Aufgaben, die der Staat aus eigenen Mitteln nicht leisten kann:

viele Kindergärten, Schulen, Jugendheime, Seniorenheime, Krankenhäuser werden zu großen Teilen von Kirchen finanziert,

und der Staat ist dankbar dafür, da er allein nicht dazu in der Lage wäre und wir andernfalls noch viel länger warten müssten auf Kindergarten- oder Heimplätze oder eine OP im Krankenhaus

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@anonymos987654

Ja, und man unterstützt so einen Typen wie den Tebartz van Elst :-) und andere.

Meiner Meinung nach sind Krankenhäuser, Altenheime und vieles andere gewinnorientierte Unternehmen.

Die Kirchen sülzen herum, das ist nicht auszuhalten. Denke nur mal daran, was sie so im Mittelalter getrieben haben etc....

Ich empfehle Dir mal Bücher von Karlheinz Deschner zu lesen.....

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@anonymos987654
viele Kindergärten, Schulen, Jugendheime, Seniorenheime, Krankenhäuser werden zu großen Teilen von Kirchen finanziert,

Das würde ich an deiner Stelle mal kritisch hinterfragen.

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"Wenn Du wieder eintreten möchtest, verlangen sie oft die entgangene Kirchensteuer nachträglich nachgezahlt"

So ein Quatsch. Wenn Du nicht in der Kirche bist, bist Du nicht kirchensteuerpflichtig, Punkt. Bei einem Wiedereintritt irgendwas nachzahlen zu müssen wäre komplett illegal. Wenn Du tatsächlich jemanden kennst, bei dem das so passiert sein sollte, wurde der wohl übers Ohr gehauen.

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@Twitizen

"Wenn Du tatsächlich jemanden kennst, bei dem das so passiert sein sollte, wurde der wohl übers Ohr gehauen."

Ja genau so war es, der musste nachzahlen. So ist die Kirche halt....

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@grisu2101

Dann war das eine andere Situation.

Für die Zeit, in der man nicht kirchensteuerpflichtig ist, muss man auch nicht nachzahlen.

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Man kann auch wieder eintreten, die sind ja froh, wenn sie Mitglieder haben. Nur wirst du dann glaubhaft machen müssen, das dir dein Glaube und die Mitgliedschaft wichtig ist und du deine Ansichten geändert hast.

Wenn man da hingeht und sagt, ich will wieder eintreten, weil ich eine kirchliche Trauung schön finde, dann könnte das schwierig werden.

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