Aus einer Diskussion. Erbrecht, Pflichtanteil?

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8 Antworten

Das Pflichtteil zu entziehen ist schwierig, aber grundsätzlich möglich. Die gesetzlichen Bestimmungen sind da allerdings sehr eng. Man muss dem Erblasser schon nach dem Leben trachten, um enterbt werden zu können oder eine Straftat begehen.

Schau mal hier:

http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/enterbung/enterbung_01.html

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Kommentar von Nurosel
17.01.2016, 13:12

Wäre der tätliche Angriff auf Eltern oder Großeltern kein Verbrechen?

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Hat dieses Kind trotzdem einen Anspruch auf seinen Pflichtanteil oder kann dieser ebenfalls versagt werden?

Das Kind hat Anspruch auf den Pflichtteil, WEIL es enterbt wurde. Die Möglichkeiten des Pflichtteilenzugs sind in §2333 BGB geregelt.

http://dejure.org/gesetze/BGB/2333.html

Allein das der Erblasser und der Erbe zerstritten sind reicht bei Weiten nicht aus. 

Wäre der tätliche Angriff auf Eltern oder Großeltern kein Verbrechen?

Nein.  Verbrechen sind Straftaten mit mindestens einen Jahr Mindeststrafmaß, z.B. Vergewaltigung, Raub, ... . Kein Verbrechen, sondern ein Vergehen ist z.B  Einbruchsdiebstahl.

Etwas anderes ist es, wenn der Erbe rechtskräftig verurteilt wurde, da reicht schon ein Urteil von einen Jahr ohne Bewährung.

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Hat dieses Kind trotzdem einen Anspruch auf seinen Pflichtanteil oder kann dieser ebenfalls versagt werden?

Eine Versagung des Mindestanspruchs Pflichtteil setzt ein vorsätzliche, schuldhafte Erbunwürdigkeit i. S. d. §§ 2333, 2339 I BGB voraus, die ich dem geschilderten Verhalten nach nicht zu erkennen vermag.

G imager761

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es kann wegen "grober Undankbarkeit" enterbt werden, dann würde ich das Testament aber bei einem Anwalt machen. http://www.frag-einen-anwalt.de/Ausschlu%C3%9F-wegen-Groben-Undanks---f9187.htmll

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Kommentar von dandy100
17.01.2016, 13:05

Du solltest genau lesen - in Deinem link "Frag einen Anwalt" steht, dass "grober Undank" nicht zur Erbunwürdigkeit führt.

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Kommentar von ichweisnix
17.01.2016, 19:40

Undankbarkeit bezieht sich auf den Widerruf von Schenkungen (§530 BGB). Bei Erbfällen kann der Erblasser das Testament nach den Erbfall schon aus tatsächlichen Gründen nicht widerrufen.

Für eine Enterbung braucht man keinen Grund. Der Enterbte hat aber u.U. Anspruch auf den Pflichtteil.

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Enterben ist ohne jegliche Begründung möglich. Der Pflichtteil kann ihm aber nicht so einfach entzogen werden. Die Gründe, die einen Entzug rechtfertigen, sind im § 2333 BGB zu finden.

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Pflichtanteil ja. Nur wenn das Kind z.B. Mordabsichten (belegbar), oder Ähnliches sich hat zu Schulden kommen lassen, besteht die Möglichkeit, der "Enterbung".

In diesem Falle würde ich die Beratung durch einen Anwalt empfehlen.

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Da müssten die Tätlichkeiten schon bis zum Mordversuch gehen. Um den Pflichtteil kommt man kaum herum.

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Ja, hat es...zumindest hier in Ö.

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