War schon mal jemand Augenzeuge bei einem Schienensuizid?

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92 Antworten

ich habe mal was ähnliches gesehen. Einen Autounfall bei dem drei junge Frauen starben. ich kam gerade dazu, als es vielleicht gerade vor 5 Minuten zum Auffahrunfall kam. Ich werde nie vergessen, wie die junge Frau am Steuer mir mit blutunterlaufenen Augen, den Motorblock in den Bauch gerammt, geschockt nachschaute und die zwei Mitfahrerinnen anscheinend schon tot im Gurt hingen, als ich an diesem Sommertag aufgrund der kreuz und quer stehenden Fahrzeuge ganz knapp vorbeifahren musste. Lange, sehr lange und heute noch nach über 30 Jahren sehe ich als ein Raser der ich war immer wieder als einen Grund langsam und vorsichtig zu fahren. Ich würde dir raten, wie vorher schon andere. Rede einfach mit Bekannten, Freunden darüber. Immer wieder und schreibe eventuell deine Gedanken auf. Versuche auf jeden Fall das nicht zu verdrängen, sondern zu verarbeiten.

Liebe MrsWillson, ich kann mich voll in Deine Lage versetzen. Vor Jahren habe ich einen ähnlichen Vorfall erlebt. Eine mir zunächst unbekannte Person hat sich vom Dach eines sehr hohen Hauses gestürzt, ich war dabei und hörte den Aufprall, das Knacken der Knochen, so, als würde man eine Holzlatte wegschmeißen. Das Auslaufen der Körperflüssigkeit (Blut) habe ich nicht selbst gesehen, wurde mir aber berichtet. Habe später die Reste der Blutlache gesehen, die selbst von der Feuerwehr nicht vollkommen beseitigt werden konnten. An diesem einen Moment der "Flugphase" des Selbstmörders hatte ich meinen Mann an meiner Seite, Dieser hat sich instinktiv die Hände vor das Gesicht gehalten, was ich auch tat. Meine Ohren jedoch konnte ich nicht zuhalten. Und dieses Geräusch kann ich bis heute abrufen. Es beherrscht mich aber nicht mehr. Kurz nach dem Vorfall war ich noch normal, fand ich. Dem war aber nicht so. Stunden später erlitt ich einen Kreislaufkollaps, dagegen half Schlaf. Die Tage danach waren die Hölle, ich ging kaum mehr aus dem Haus, aus Angst, es könnte mir jemand auf den Kopf fallen, schlich an der Hauswand entlang. Eines Tages wurde mir berichtet, wer dieser Selbstmörder gewesen ist und was ihn bewogen hat, dies zu tun. Er war unheilbar krank, sah keinen Ausweg. Ich habe das akzeptiert und seit diesem Tag ging es wieder bergauf mit mir. Eine psychologische Behandlung brauchte ich nicht.

Wie Du siehst, ist dieser Vorfall auch noch nach Jahren in meinem Kopf, er beherrscht mich aber nicht mehr. Es ist nur noch eine Lebenserfahrung. Und das wird es für Dich auch irgendwann sein. Solltest Du gar nicht klarkommen, rate ich Dir, geh zum Psychiater/Psychologen, ohne Rücksicht auf eventuelle Kosten. (Was hast Du für Eltern?)

Viel Glück!

Das beste ist, du gehst mit deinen Eltern oder jemanden näher stehenden an den Bahnhof zurück, und denkst darüber nach. ich glaube es bringt nichts, es zu unterdrücken und es einfach wegzuschieben. du musst dich mit der Sache auseinandersetzten. Vlt hilft es ja, sich über die Vergangenheit der Frau zu informieren und mehr über sie zu erfahren wieso und weshalb sie sowas getan hat.

wenn das alles nicht hilft, dann geh auf jeden fall zum psychologen. Die krankenkasse übernimmt das bestimmt (würde mich da nochmal informieren)

ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiter helfen LG lieschen1205

wir wohnen in einem mehrfamilienhaus. zwei etagen unter uns lebte ein mann mit seiner frau, die sich von ihm trennen wollte. der mann war schütze. (also von beruf) und hat dann erst seine frau und dann sich selbst umgebracht. (er hatte seine waffen ja bei sich zu hause und noch einen waffenschrank im keller und sein keller war genau gegenüber von unserem keller) da meine eltern getrennt leben, wussten wir erst nichts davon (ich war zu der zeit bei papa, also ist es bei mama passiert) aber dann trafen mein vater und ich beim einkaufen jemand der zwei blöcke witer wohnt und die hat uns das erzählt. (wir haben es erst nicht geglaubt weil sie meinte die hatten einen hund, hatten sie aber nicht) wir sind dann erst mal zu mama gefahren. wir schalten fernseher an und nach einiger zeit kam es dann und es stimmte! ich habe ca. 1 woche schlecht geträumt und ich hatte angst in meinem zimmer zu schlafen und war deshalb immer im zimmer meiner eltern. ich habe mich nicht getraut an deren wohnung vorbei zu gehen (aber was blieb mir anderes übrig wenn ich runter oder hoch wollte?) und im hausflur roch es dann noch so nach desinfektionsmittel (ein geruch der es auch noch schlimmer machte, den vergesse ich nie.) . ich fahre immer mit dem fahrrad also musste ich in den keller. und das habe ich mich auch nicht allein getraut, selbst mit meinen eltern hatte ich noch angst! und dann diese bilder aus dem fehrnsehn und der zeitung vor der haustür wie der sarg da stand. ich hatte solche angst!

okey, genug erzählt. nach einem monat war es von alleine verschwunden. (aber ich kann mir vorstellen das es bei dir noch viel schlimmmer sein muss, da du ja dabei warst) ich war 11 als es passiert ist, nun bin ich 12. ich weiß ja nicht wie alt du bist aber ich glaube wie gut man darüber hinweg kommt hängt auch ein bisschen vom alter ab. ich würde dir raten erstmal abzuwarten, allerdings geh am besten öfter an dise stelle und stell dich genau davor und sage dir: ES IST VORBEI! DU KANNST DICH BERUHIGEN!!! (ich hab mich dabei vor diese wohnung gestell und 2 rosen hingelegt für die beiden) vielleicht hilft dir das. ich wünsch dir viel glück! LG diealh

Logginger 20.03.2013, 14:08

DAS ist der mit Abstand rührendste und hilfreichste Kommentar, den ich hierzu gelesen habe. Vor allem der Vorschlag, den ausgemachten "Ort der Angst" zu besuchen, dort zu verweilen (so lange wie nötig und möglich) und schließlich mit den (gedenkenden) Blumen (oder etwas vergleichbarem) zu schmücken, um Anteilnahme zu zeigen, erscheint zwar zunächst simpel, hilft aber tatsächlich :-)

Ich erlebte in sehr jungen Jahren (17-18-jährig) im Rahmen diverser Praktika zu einer meiner Ausbildungen Einsätze im Rettungswesen, bei denen ich mit Dingen konfrontiert wurde, die ich glaubte, alleine verarbeiten zu müssen/können (auch Suizide - sogar einer, der vor Ort nicht hat verhindert werden können ...).

Am Längsten benötigte ich aber für eine "Helmbergung" (mit Inhalt) nach einem Motorradunfall, weil ich erstens der Bergende war (den "Inhalt" registrierte ich erst bei der Übergabe) und zweitens der Verunfallte an seinem Todestag nur wenige Tage älter war als ich. Diese machohafte "ich-schaff-das-schon-alleine-Philosophie" hat sich als totaler Schwachsinn herausgestellt. Ich bemerkte das aber erst, als mich versteckte Spätfolgen aus den erworbenen zahlreichen Traumata in meiner Arbeit aber auch privat zu behindern und einzuschränken begannen (unbewußtes Vermeidungsverhalten, Angstzustände).

Das ging dann schließlich soweit, dass ich einmal sogar privat Hemmungen zu überwinden hatte, erste Hilfe bei einem offensichtlich extrem schweren Verkehrsunfall zu leisten - obwohl ich ja geschulter Profi bin: sekundenlang benötigte ich, mein Auto auf einer Autobahnfahrt an die Seite und zum Halten zu bringen, um dann nach weiteren sekunden der Selbstüberwindung zu entscheiden den Warnblinker einzuschalten und mich richtig zu ZWINGEN zum Unfallort zurücksetzen. Von den drei Verunfallten konnte ich so wenigstens einem das Leben retten.

Danach habe ich bewußt alle "meine schwierigen Orte" persönlich besucht und Andenken hinterlassen (Blumen, Gegenstände, liebevolle und anteilnehmende Kommentare an vorhandenen Devotionalien). Das hat MIR jedenfalls ungalublich geholfen und ich kann heute wieder ungehemmt/angstfrei entscheiden. Mit meinen heute 52 Jahren bin ich froh, mich seinerzeit meinen Eltern und einem befähigten Psychologen (Pflicht-Kasse zahlte auch damals schon!) anvertraut zu haben. DAS war wohl einer der besten Entscheidungen in meinem ganzen Leben!!

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Ich habe selbst keinen Suizid eines anderen Menschen miterlebt und bin froh, dass es mir bislang erspart geblieben ist. Immerhin gibt es in Deutschland jedes Jahr etwa 12.000 Suizidtote - doppelt so viele wie Verkehrstote.

Da mir aus Jugendjahren Suizidgedanken wohlvertraut sind, kann ich einigermaßen mit dem Thema umgehen. War ne Zeitlang sehr aktiv in einem Suizidforum, um gefährdete Menschen aufzubauen und ihnen etwas Hoffnung zu geben - viele, die bereits in Kliniken waren und Versuche unternommen hatten. Was dir helfen könnte, wäre ein wenig Verständnis für die Frau zu bekommen, die sich da vor den Zug geworfen hat. Solche N Menschen handeln in absoluter Verzweiflung - und doch ist das was sie tun immer eine Dummheit. Es gibt immer eine Chance, dass ein Leben lebenswert wird.

Für mich gibt es Tod nicht. Ich bin überzeugt, dass diese Frau zwar ihren Körper verlassen hat, dass sie ihre Reise als Seelenwesen jedoch fortsetzen wird. Die Herausforderung, der sie entrinnen wollte, wird möglicherweise in ähnlicher Form wieder auf sie zukommen. Insofern ist Suizid für mich nur ein -vermeidbarer- Umweg, kein Ausweg. Die Kraft Leben, die kurz zuvor noch ihr Herz hat schlagen lassen, har nur ihren Aufenthaltsort verlagert. Sie hat sich die Chance genommen, ein glücklicher Mensch zu werden. Und das ist das Traurige.

Du brauchst professionelle Hilfe zur Traumaverarbeitung. Und wie gesagt: als Seelenwesen setzt sie ihre Reise fort. Sie fühlte sich einer bestimmten Situation nicht gewachsen und jedes Werturteil über ihr Handeln ist deplaziert. Wünsche dir viel Kraft, durch diese schlimme Phase durchzukommen.

Vor ca. 25 Jahren fuhr ich mit der Straßenbahn zu meinen Eltern. Die Tram hielt an einer Kreuzung, Leute stiegen aus. Auf der linken Seite der Straße sah ich ca. 12 Jugendliche, die die Tram noch erreichen wollten. Ich hörte, wie der Fahrer öfter seine Klingel betätigte, weil er inzwischen grün hatte und los fahren wollte. Die jungen Leute lachten laut und rannten alle herüber. Der Fahrer fuhr an und ein (16 Jahre) Mädchen schaffte es nicht mehr. Der Fahrer legte eine Vollbremsung hin uns Fahrgäste schleuderte es auf die Lehnen der vorderen Plätze, einige die vorher standen, fielen hin. Es krachte entsetzlich laut. Die jungen Leute schrien fürchterlich, einige weinten. Ein Mädchen rannte brüllend hin und her, ein Junge fing sie ein. Die Türen wurden nicht mehr geöffnet wir mußten in der Tram bleiben. Die Feuerwehrleute hoben den Tramwagen ein Stück nach oben, 2 Männer zogen das entstellte und bereits tote Mädchen heraus. Die anderen Jugendlichen wurden in Krankenwägen verfrachtet, der Tramfahrer ebenfalls kreidebleich unansprechbar. Als ich bei meinen Eltern ankam, redete ich von nichts anderem mehr und sah in Gedanken das Mädchen, als es den anderen nachlief und wir Fahrgäste zusehen mußten, als sie es nicht mehr schaffte. Die Folge für mich: Die nächsten 3 Jahre passierte es, daß ich an einer Haltestelle, wenn die Tram einfuhr, einfach eine wartende Person leicht zurückriss, wenn sie zu weit vorne stand und entschuldigte mich dann. Gott-sei-dank war es dann für immer vorbei. Bei einem Psychologen war ich nicht. Mir war klar, daß der Schock zum Teil auch daher rührte, daß mein Gehirn das plötzliche schlimme Ereignis nicht einordnen, also daher auch nicht verarbeiten konnte. Es wird also bei dir noch länger dauern, bis das was ausgerechnet du gesehen hast nicht mehr in deinen Gefühlen spukt. Bestimmt hilft es dir, wenn du es immer wieder erzählst und ihr Freundinnen auch wieder darüber redet. Du mußt bedenken, daß es erst heute passierte! Daß du bereits hier darüber schreibst ist ein erster guter Schritt - alles Gute für dich.

MaxKarens 28.02.2016, 11:24

Dann hast du mich auch einmal nach hinten gerissen, hattest du da zufällig ein rotes Cappy und einen Vollbart?

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vor ca 6 Monaten habe ich das selbe erlebt. Es ist schrecklich und die Bilder und die Geräusche gingen mir zuerst nicht aus dem kopf. Wir wurden dann von Betreuern der Deutschen Bahn in einen Raum gebracht, wo wir psychologische Hilfe bekamen. Danach wurde wir abgeholt und von unseren Eltern nach Hause gebracht. ich wollte erst nicht darüber reden, und habe mich am selben Tag noch mit meiner Freundin getroffen um mich abzulenken. Ich bin auch am nächsten Tag in die Schule gegangen, weil ich eine Klausur geschrieben habe und musste total weinen. Sobald es ein wenig stressig wurde in den nächsten Tage musste ich oft weinen. Als ich dann das nächste mal am Bahnhof war habe ich mir die Ohren zugehalten und so lange gewartet bis der Zug komplett in den Bahnhof eingefahren war und mich so lange weggedreht. Die Zugfahrt war nicht angenehm, da ich alleine war und in manchen Momenten war ich kurz davor wieder zu weinen anzufangen und einfach auszusteigen. Aber ich habe es dann doch durchgezogen. Heute kann ich wieder ganz normal Zugfahren ich schätze vielleicht habe ich das Ereignis auch ein bisschen 'Verdrängt'. Aber wenn ich von Personenschaden bei der deutschen Bahn höre wird mir immernoch schlecht. Ich habe auch einige Wochen gebraucht bis ich wieder in einen Zug steigen konnte oder überhaupt einen Bahnhof betreten. Lasst euch zeit und redet viel darüber um es zu verarbeiten. Besucht ggf einen Psychiater. Ich hoffe ich konnte euch ein wenig helfen. Liebe Grüße

Ein Verwandter (ehemaliger Zug-Fahrer) hat es selbst mal erlebt, ja er hat einen Menschen überrollt, auch wenns doof klingt, aber er konnte nichts machen, ein Zug mit knapp 180km/h und ein Typ der sich 35m vor dem Zug auf die Gleise stellt, da kann man nichts mehr machen! Und das hat er sich auch klargemacht, logisch ist das kein schöner Anblick, aber man selbst hat nicht in das Leben der Person eingegriffen, sie hat selbst entschieden, ich glaube wenn man sich das klar macht dann ist es einiges besser als sich abzulenken und zu vergessen, einfach akzeptieren und keine Vorwürfe machen!

so hats zumindest bei ihm geholfen auch wenn er nicht weiter arbeiten durfte für 1 Woche, er wäre sonst wieder losgefahren, da er keine Vorwürfe hatte.

Wie ich merke geht jeder Mensch mit solchen Sachen anders um, und deshalb gibt es auch keine richtige Antwort darauf... zum Glück ist mir nicht direkt sowas passiert dass ich es selbst miterlebt habe allerdings sind solche sachen schon oft in meiner Nähe passiert und diesen stellen fahre ich auch fast täglich vorbei.... anfangs empfinde ich im sehr großen trauer und mitleid obwohl ich die person gar nicht kenne.... manchmal setz ich mich dann einfach hin und versinke in meinen gedanken und werde seeeeehr traurig, aber nach einer gewissen zeit akzeptiere ich es weil es schon eine art gewohnheit ist und damit nix beonderes... es kann auch damit zusammenhängen dass ich allgemein mein umfeld meine angst trauer oder sonst was nicht so offen zeigen will und ich mir damit selbst voraussetze mit dieser sache klarzukommen... wie auch immer ich bin 16 und es kann auch sein das mein pubertäres gehirn verrückt spielt (was ich ziemlich odt denke) aber das ist meine weise damit klarzukommen. Was ich damit sagen will, du musst dein eigenen weg finden damit klarzukommen oder wenn es nicht mehr geht dann solltest du doch professionelle hilfe holen :) hoffe hat dir weiter geholfen

Ich habe mal miterleben müssen, wie eine Freundin von mir sich umbringen wollte. Es war grausam. ich kann dich verstehen. Ich habe ne Woche lang geheult, weil ich ncihtmehr konnte. Aber das einzige was wirklich half, war, ich mich abgelenkt habe mit allem und meine Ängste überwunden habe. Ich habe mir immerwieder gesagt, dass das selten passiert und dass ich soetwas nie wieder miterleben muss. Aber wenn es schlimmer wird, dann geh doch besser mal zu einem Psychologen, die können dir gut helfen und ich denke deine Eltern werden das verstehen :) Aber auch wenn es jetzt schlimm klingt, das einzige was du machen kannst ist dich ablenken und weiterleben wie vorher. Vielleicht wird dir dadurch aber auch klar, wie wertvoll dein Leben ist :)

Es kommt immer drauf an wie man sowas auffasst, ich bin ein recht emotionaler und nicht gefühlskalter Mensch aber ich hab das auch schon gesehen und klar war es ein Schock und ich wollte da auch nicht vorbei, bis die Polizei und Krankenwagen alles weggeräumt haben (war bei ner Straßenbahn die dann stehn blieb) aber der Schock legte sich bei mir schnell wieder, ich meine ich finde das ein bischen rücksichtslos, wenn sich Menschen vor Autos usw werfen, da man damit dem Anderen genau so schadet weil man die Person dann überfahren hat. Ich meine man kann sich auch ne Kugel geben oder irgendwo runterspringen oder irgendwas wenn man sich schon umbringen will, obwohl Selbstmord fast nie eine Lösung ist.

Du solltest auf jeden Fall über die Sache Gedanken machen, am besten zusammen mit deinen Freundinnen. Auf jeden Fall solltest du (wenn du denkst, dass du ohne Psychologen damit fertigwerden kannst) trotz Angst gemeinsam mit deinen Freundinnen zurück an den Bahnhof gehen, nochmal an den Moment denken (auch wenn du dich dagegen sträubst) und darüber sprechen... Wenn du das Ganze verdrängst und dich nur ablenkst wird dich das noch sehr lang verfolgen und irgendwann einmal mit voller Wucht, vielleicht im ungünstigsten Moment zurückkommen! Aber wenn du wirklich schlecht damit klar kommst und auch die Schulseelsorge nicht helfen konnte, ist es überhaupt nicht übertrieben zum Psychologen zu gehen und vielleicht mit professioneller Hilfe das Ganze aufzuarbeiten... Hoffe ich konnte dir helfen!

Ich habe 2 Sachen in der Richtung erlebt.

Die erste Sache war auf einer Autobahn. Mein Bruder, seine Freundin und ich sind zu einer Messe gefahren und haben im Auto ein Video aufgenommen. Wir sind an einem LKW Unfall vorbei gekommen und haben darüber gesprochen ob vllt. wer verletzt ist, bis wir gesehen haben das einer zwischen LKW und Reifen geklemmt hat.

Das andere war ein Motorradunfall bei dem eine alte Frau einem Motorradfahrer die Vorfahrt nahm und ihn umgefahren hat. Er war sofort tot.. 27Jahre alt war er, hatte eine Frau und ein Kind (stand in der Zeitung) War ein sehr komisches Gefühl als ich ihn dort liegen sah. Heute steht an der stelle so ein kleines Holzkreuz mit seinem Namen drauf.

Wenn ich an dieser Stelle vorbei gehe denke ich immer kurz an ihn und wie es seiner Frau und seinem Kind geht. Ich kannte ihn zwar nicht, aber ich muss dennoch an ihn und seine Familie denken.

Wie ,BeckaReinhardt,, schon sagte kann man über diese Person nachdenken.

Ich habe mir viele Fragen gestellt. Ob er ein guter Mensch war, ob er seine Familie gut behandelt hat, ob er Glücklich war, was er beruflich gemacht hatte, ob er mit seinem Leben zufrieden war uvm...Auch über seine Familie musste ich nachdenken. Ob er eine gute Frau hatte und ob sie ihm gegenüber treu war und ob sie ihn wirklich liebte.

Ich hoffe das sein Kind damit gut umgehen wird und es auch ohne Vater gut aufwachsen kann.

Mich persönlich hat das denken an diesen Menschen sehr beruhigt.

Vllt. konnte ich dir ein wenig helfen.

Liebe Grüße, ZeroSk8

Solche Bilder verfolgen einen wahrscheinlich ein Leben lang. Man sollte aber wahrscheinlich gar nicht "Warum?!", fragen. Eine Antwort findet man darauf (zumindest in dem Fall den ich miterlebt habe) nicht, oder man gibt sich den Rest seines Lebens selbst die Schuld.

Ich hatte Anfangs schlimme Albträume, wurde durch die alltäglichsten Situationen daran erinnert, zog mich nur noch zurück. Mir halfen damals 6 Wochen Jugendpsychiatrie, da ich dadurch und ein paar andere "Kleinigkeiten" starke Angststörungen und Panikattacken hatte.

Es heißt ja "Die Zeit heilt alle Wunden" oder zumindest fast alle, bzw. tun die Meisten irgendwann nicht mehr so weh. Ihr habt die Frau nicht persönlich gekannt, oder? Dann überwindet ihr es wohl schneller, als wäre sie eine Verwandte gewesen.

Lasst euch ein paar Tage Zeit, rede mit deinen Freundinnen darüber (wenn sie dabei waren können sie dich sicherlich besser verstehen, als eine außenstehende Person).

Reden, auch mit unprofessionellen Personen (also Personen, die keine Psychologen sind), hilft so ziemlich immer.

Wenn du reden/schreiben/dich austauschen willst, kannst du mir gerne eine Anfrage schicken.

Alles Gute dir & deinen Freundinnen

Meine Erlebnisse sind zwar nicht ganz so kritisch aber ich denke genauso belastend.

Es war im letzten Jahr vom Gymnasium, der Geburtstag eines Klassenkamerades. Ein guter Kumpel davon wollte ihn noch besuchen, er war alkoholisiert und ist laut Augenzeugen total freiwillig in das eiskalte Wasser unseres Flusses gestiegen (es war Winter). Nach knapp 1 Minute in der er auf die andere Seite schwimmen wollte ging er unter. Ein Unbeteiligter wollte ihn noch retten, wäre dann fast ebenfalls ertrunken.

Unsere ganze Klasse war geschockt. Ich schnitt mir die Zeitungsartikel darüber aus und rahmte sie ein. Er wird mir nie aus dem Gedächtniss gleiten. Es beschäftigt mich immernoch und selbst heute, ich habe nicht viel Kontakt mit meiner früheren Klasse. Niemand weis warum. Er hätte das Gymnasium geschafft, sogar ziemlich gut und er hatte eine Ausbildungsstelle sicher. Es fühlte sich einfach an wie ein Selbstmord. Ganz weg gehen wird es niemals aber darüber nachzudenken hält einen zusammen.

Wenn das eine starke Belastung für euch beide ist ist es trotz der geldkosten sinnvoll einen Psychologen aufzusuchen. Solche Erlebnisse kann man nicht verdrängen, was ein Freundin von mir selbst erfahren musste.

Auf jeden Fall ist es auch wichtig, da weiter mit deinen Freundinnen drüber zu reden, mehr was ihr empfindet als das konkrete Ereignis. Ihr habt da was gemeinsam und könnt einander besser verstehen, was das betrifft. Aber auch auf jeden Fall Hilfe und Rat von außen hinzuziehen.

Mir is was ähnliches passiert da war ich 10 heute (15) Jahre alt ich war im meces mit meiner mum. Als wir unter einer Brücke durch Gefahren sind sah ich eine etwas dickere Frau die ihren Mann küsste und sprang runter in ein eines Waldstück. Wir hielten an meine Mutter steiget aus und ging zu einem anderen Auto hat Polizei gerufen und wir sind weiter Gefahren.

Ich denke immer noch über die Frau nach. Oft vergesse ich es was passiert es aber wenn ich unter der Brücke durch Fahr kuck ich immer nach oben, sonst habe ich es vergessen Auser wenn solche Themen angesprochen werden.

LG. Bea

Malyme 19.03.2013, 18:26

He? Wer sprang in ein eines Waldstück? Und an meiner Mutter steiget aus??? Was soll das alles bedeuteten erklär mal ordentlich würde ich nämlich gerne wissen klingt interessant.

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Ich kann mir vorstellen, daß es schlimm ist, sowas mitzuerleben. Wenn Du noch zur Schule gehst, bist Du sicher auch noch jünger, dann ist es bestimmt nicht einfach, damit umzugehen.

Jeder muß seinen eigenen Weg finden, sowas zu verarbeiten. Vielleicht könnt Ihr nochmal zur Schulseelsorge gehen?

Übrigens müssen Deine Eltern kein Geld für einen Psychologen ausgeben. Das zahlt die Krankenkasse. Das Problem könnte nur sein, daß es oft lange dauert, bis man einen Therapieplatz gefunden hat. Ich kann mir aber auch vorstellen, daß es im Moment so schlimm ist, weil es ja quasi noch "der erste Schock" ist und das Erlebnis noch frisch ist.

Jetzt ist ja erstmal Wochenende, da mußt Du ja erstmal 2 Tage nicht an den Bahnhof, nehme ich an. Da bekommst Du hoffentlich etwas Abstand.

Ansonsten denke ich, daß reden wichtig ist. Mit Deinen Eltern, mit Deinen Freundinnen, evtl. mit der Schulseelsorge nochmal...

Alles Gute für Euch!

MrsWillson 22.02.2013, 18:58

Vielen Dank !!

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aufjedenfall solltest du offen mit deinen freundinnen über eure gefühle reden, damit könnt ihr euch gegenseitig helfen... uns vllt hilft dir das erlebnis auch das leben dankbarer anzusehen? denn jeder tag ist ein geschenk und man kann nur jedem hoffen, dass er das versteht :D

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