Augenverletzung durch Geschoss bei Feuerwerk.Was kann das gewesen sein?

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4 Antworten

Danke euch allen für eure Antworten. Welche Kategorie die Feuerwerkskörper waren, weiß ich leider nicht. Es war 2 Klassen professioneller als ein "normales" Silvester- Feuerwerk, leider von Leien durchgeführt. Dann wurde ich wohl doch von einer Plastikkappe/ Kapsel getroffen. Ich bin sehr schlecht im Schätzen von Entfernungen. Vermutlich waren es eher 30m Abstand: Zuschauer vor dem Restaurant, dann direkt eine 3 spurige, stark befahrene Bundesstraße, gefolgt von noch mal 5m Platz bis zur Rampe auf einem Kiesuntergrund. Dennoch ist es nicht normal, dass die Raketen auf dem Boden explodieren. Die Autos auf der dem Feuerwerk zugewandten Spur müssen die Funken links direkt ab bekommen haben. Zum Glück gab es keine Unfälle. Beim Notdienst war ich schon. Ich finde es auch fahrlässig. Leider ist der Veranstalter der Bruder (Bräutigam) meines Freundes, weswegen ich momentan von einer Strafanzeige absehe. Ich warte jetzt erst ab, ob sich das Auge regeneriert. Aber wenn ich nur eingeschränkt arbeiten kann, dann werde ich darüber nachdenken müssen. Danke noch mal.

Wenn es "zwei Klassen professioneller" war als normales Silvesterfeuerwerk, dann sprechen wir hier von einem Großfeuerwerk der Kat. 4. Das darf nur von ausgebildeten Pyrotechnikern abgebrannt werden und hat vorschriebene Schutzabstände die eingehalten werden müssen. Bei Höhenfeuerwerken sind das in der Regel mind. 50 m vom äußersten Effekt. Bei einem Abstand von 30 m dürften nur Effekte geschossen werden die eine Steighöhe von 30 m nicht übersteigen. Bodenfeuerwerkskörper wie Vulkane, Sonnen, Fontänen und ähnliches dürfen auch bei 25 m Abstand gezündet werden.

Raketen hingegen dürfen in einem Großfeuerwerk erst ab einem Schutzabstand von 200 m geschossen werden. Sie werden deshalb kaum in professionellen Feuerwerken eingesetzt. Vermutlich waren es Feuerwerksbatterien. Diese enthalten sogenannte Bombetten. Die Bombetten bestehen aus geschlossenen Papphülsen, die mittig einen pyrotechnischen Effekt enthalten und unten mit Ton (oder schlechter mit Gips) verschlossen sind. Sie schießen aus den Batterien, zerplatzen in schöne Buketts und die aufgeplatzte Hülse mit dem Tonpfropfen fällt nach dem Zerlegen der Bombette wieder nach unten. Vermutlich war es das, was Euch getroffen hat. Sowas darf aber außerhalb des Schutzbereiches nicht passieren. Das heißt, es muss entweder ein Materialfehler gewesen sein, oder der vorgeschriebene Schutzabstand wurde nicht eingehalten.

Ihr solltet deshalb auf jeden Fall Kontakt mit dem Bruder Deines Freundes und vor allem auch mit dem Pyrotechniker aufnehmen und überprüfen welcher Schutzabstand tatsächlich eingehalten wurde. Gerade wenn es noch weitere Betroffene gibt. Wenn sich herausstellt, dass der Pyrotechniker gegen die Vorschriften verstoßen hat, dann muss er auch die Konsequenzen dafür tragen. Schließlich zahlt der Veranstalter ja gerade deswegen Geld für einen Profi, damit sowas eben nicht passiert und dass Schäden auch von einer Haftpflichtversicherung gedeckt sind.

Es wäre natürlich bedeutend besser gewesen wenn Du das** direkt nach dem Feuerwerk** gemacht hättest und nicht erst einige Tage danach ankommst. Gerade wenn es um Schäden am Auge geht die von Dauer sein können. Also kläre das so früh als möglich. Jetzt sieht man möglicherweise noch an den Abdrücken im Boden wo die Effekte gestanden haben. In ein paar Tagen wird das nicht mehr der Fall sein und eine Überprüfung dann schwieriger sein.

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@ReinhardK

Vielleicht noch zur Ergänzung: Ein Laie, kann legal keine Großfeuerwerkskörper kaufen. Das wäre ein Straftatbestand. Ich kann mir deshalb ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass jemand, der sich illegal Großfeuerwerkskörper beschafft hat, diese dann auch noch auf einer Veranstaltung abbrennt. Das wäre schon so dermaßen dreist, dass man dem auf jeden Fall nachgehen muss.

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@ReinhardK

Ja, ich denke, es waren Batterien (in braunen, normalen Kartons). Ich bin mir nicht mal sicher, ob es einen Pyrotechniker gab. Aber dann waren es vermutlich keine Klasse 4-Raketen. Allerdings haben die zwei Jungs, die das durchgeführt haben, jeweils nur aller paar Minuten gezündet, so dass dann mit ein mal zünden eine ganze Salve von Raketen in die Luft ging. Das wiederum hört sich nicht nach Klasse 2 an. Eine Batterie sei umgefallen, habe ich gehört. Aber dann hätte man das doch abbrechen müssen. Und du hast recht, es könnte gut Ton gewesen sein. Das macht Sinn. So hat es sich angefühlt. Ja, ich muss mit ihm sprechen. Danke.

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Wer hat welche Art von Feuerwerk abgeschossen? 10 m ist ein viel zu geringer Abstand zum Abbrennplatz. Es gibt Feuerwerke, die eine Plastikkappen haben, die natürlich auch wieder zur Erde fallen. Wenn dies die Zuschauer treffen, stimmt der Abfeuer-Winkel nicht.

Professionelle Feuerwerke verwenden "Kapseln" in denen die Ladungen engebaut werden.

Große Kugelkapseln haben schnell mal ein Gewicht von mehreren hundert Gramm.

Eine Nähe von 10 Metern ist bei solchen Feuerwerken absolut illegal.

Besorge Dir die Daten des Veranstalters und des Feuerwerksunternehmers und stelle Strafanzeige.

Solltest Du einen dauerhaften Schaden beibehalten haben, kann Dir das niemand ersetzen (außer einer Schadenersatzklage).

Gehe danach mit Deinen Verletzungen SOFORT in die nächste Notaufnahme eines Krankenhauses und lasse bei Dir (und allen anderen Geschädigten) die Symptome untersuchen.

Dem kann ich mich nur anschließen.

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Professionelle Feuerwerke verwenden "Kapseln" in denen die Ladungen engebaut werden.

Kein Pyrotechniker lässt seine Zuschauer 10 Meter an den Abbrennplatz ran.

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Sofort ins Krankenhaus. Dann sofort zur Polizei, Strafanzeige. Das ist min. fahrlässige Körperverletzung.

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