Aufstieg im Finanzamt

3 Antworten

Erstens einmal sind entsprechend gute Beurteilungen erforderlich. Die werden regelmäßig durchgeführt, und darin steht auch, für welche Tätigkeiten und aufgaben der Beurteilte geeignet ist. Wenn in diesen Beurteilungen einmal die Befähigung für Tätigkeiten im gehobenen Dienst bestätigt werden, hast Du theoretisch die Möglichkeit, an der Ausbildung und den Prüfungen für den gehobenen Dienst teilzunehmen. Das setzt aber voraus, dass auch entsprechende stellen für den gehobenen Dienst vorhanden sind- meist aber nicht an dem Finanzamt, an dem Du gerade beschäftigt bist. Der Höhere Dienst ist Juristen vorbehalten. Ich habe ein einziges mal erlebt, dass ein Beamter des Gehobenen Dienstes, aber Abiturient, zum Regierungsrat befördert worden war. Dieser Beamte war aber Jahrzehnte Dozent an einer Finanzamtslehranstalt (so hieß das damals).

Das ist wahrscheinlich auch vom Bundesland abhängig! Schließlich wirst Du ja von einem Land eingestellt, nicht vom Bund.

In Bayern gibt es seit einiger Zeit den sogenannten prüfungsfreien Aufstieg. Bisher war ja A9 (Inspektor) das Ende der Laufbahn. Wenn Du das also nach einigen Jahrzehnten erreicht hast, dann kannst Du inzwischen trotzdem weiter befördert werden. Wenn Du wirklich zu den Allerbesten gehörst!

Wenn Du die Zugangsvoraussetzungen für den gehobenen Dienst jetzt schon erfüllst, dann kannst Du Dich auch jederzeit für die Ausbildung dort bewerben. Solltest Du genommen werden, dann kündigst Du Deinen bisherigen Posten. Das ist kein Problem, haben schon einige so gemacht. Nachteil: Du hast wieder mal erst ein paar Jahre lang Ausbildungsvergütung. Vorteil: Du brauchst nicht mehrere Jahrzehnte, um irgendwann in der Laufbahn des gehobenen Diensts zu landen.

Viele haben auch schon in der Abendschule das Fachabitur nachgeholt, um sich dann für den gehobenen Dienst zu bewerben.

Abendschule klingt gut, meinst du nach der Ausbildung? Reicht ein 'Fachabitur'? Bewirbt man sich dann in dem schon unter geordnetem Finanzamt, oder muss man sich für den gehobenen Dienst dann wo anders bewerben? Hat der Chef nichts dagegen?

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@Bellstein

Ja, die Abendschule würde ich während der Ausbildung noch nicht anfangen. Danach kann man z. B. auch Teilzeit arbeiten. Wie auch immer, arbeiten und nebenher (Fach-)Abitur machen ist auch nicht ganz ohne!

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr so recht welche Voraussetzungen inzwischen an die Bewerber der verschiedenen Laufbahnen gestellt werden. Aber ich denke dass Fachabitur reichen würde. Im Zweifel ist natürlich auch das abhängig vom Bundeslang.

Als Beamter kannst Du ja überall hin versetzt werden. Auch wo Du ausgebildet wirst kannst Du Dir normalerweise nicht aussuchen. Es sei denn natürlich dort wo Du hinmöchtest werden sowieso noch Leute gebraucht. Wenn Du Dich also für eine neue Laufbahn bewirbst, dann erfährst Du erst später, an welchem Amt Deine Ausbildung stattfinden wird. Du kannst allerdings auch schon unverbindlich mal fragen. Normalerweise ist ja bekannt, an welchen Ämtern ausgebildet wird. Du wirst aber eben keine Antwort bekommen, auf die Du Dich später berufen kannst. Theoretisch kann es jedes Amt in Deinem Bundesland sein.

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Ein Studium für die höheren Gehaltsstufen (ab ... rat/ -oberrat/ -direktor) ist schon nötig!

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