Aufhebungsvertrag, nur Nachteile für mich?

6 Antworten

Hi,

der Abschluss eines Aufhebungsvertrages kann eine Sperre von bis zu drei Monaten beim Arbeitslosengeld begründen und eine gesamte Verkürzung des Bezugszeitraumes auslösen. 

Du solltest dir deshalb genaue Gedanken darüber machen, an welchem beruflichen Punkt du stehst und wie es für dich weitergeht.

Hast du dein Anschlussarbeitsverhältnis weitestgehend sicher, ist die Arbeitslosengeldsperre ja unerheblich. Die Bundesagentur für Arbeit "MUSS" auch keine Sperre verhängen. Sofern du beispielsweise einen wichtigen Grund für den Abschluss eines Aufhebungsvertrag hast und dieser auch in den Aufhebungsvertrag geschrieben wird, dann wird idR keine Sperrzeit verhängt.

https://www.ahs-kanzlei.de/2014/04/aufhebungsvertrag-und-arbeitslosengeld/

Dieser Artikel beschreibt das alles recht gut, auch welche Gründe die Sperre verhindern.

Möchte dein Chef die lange Kündigungsfrist umgehen, spart er sich ja auch sechs Monate dein Gehalt und die Sozialabgaben. Ich denke eine  Abfindung und ein guter Aufhebungsvertrag könnten hier angemessen und für beide Seiten vorteilhaft sein. Aufhebungsverträge sind Verträge und Verträge sind generell Verhandlungssache. Als Arbeitnehmer übersieht man dabei manchmal selber die gute Position in der man eigentlich steckt. 

Setz dich nochmal mit deinem AG zusammen und sprich ihn konkret auf deine Forderungen an. Hier falsche Bescheidenheit zu zeigen ist für dich nicht gut.

LG

Ein Aufhebungsvertrag kann durchaus Vorteile haben. Es kommt halt darauf an, was man verhandelt. Wenn die "die lange Kündigungsfrist umgehen" wollen, dann solltest Du Dich weigern zu unterschreiben.

Du solltest klar sagen, entweder kündigen die Dir betriebsbedingt fristgerecht oder der Aufhebungsvertrag beinhaltet das, was in einem ordentlichen Aufhebungsvertrag drin steht:

  • Bis Ende der regulären Kündigungsfrist volles Gehalt (also 6 Monate)
  • Idealerweise noch eine Freistellung bei vollem Lohnbezug in zumindest den letzten 3 Monaten des Arbeitsverhältnisses damit man sich in Ruhe Vorstellungsgesprächen widmen kann und sich offiziell noch im Angestelltenverhältnis befindet
  • Mit dem letzten Gehalt zusätzlich eine Abfindung in Höhe von 1/2 Gehalt pro angefangenem Beschäftigungsjahr
  • Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis mit der Bewertung GUT und dem Zusatz "Mitarbeiter verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch und wir bedauern dies sehr"

Wenn die sich darauf nicht einlassen wollen, unterschreibst Du nicht. Sollen die halt sehen wie sie das Problem lösen. Verschlechterungen kämen für mich nicht in Frage.

Super vielen Dank. Also bin ich auf der richtigen "Spur": Ist doch schön, wenn die eigenen Recherchen bestätigt werden. VIELEN herzlichen Dank.

0

Kurz und Knapp: Ja, der Aufhebungsvertrag hat für dich nur Nachteile. (unter anderem die Sperre beim Amt)

Mein Ratschlag: Bewirb dich, warte, bis du was neues hast und kündige dann. Wenn du nichts findest, sollen die dich eben kündigen. Aber du unterschreibst bitte nichts wie einen Aufhebungsvertrag.

Hallo vielen Dank. Da lag ich mit meiner Vermutung ja ganz richtig... :-D

0

Was möchtest Du wissen?