Aufhebung der Betreuung gegen meinen Willen. Wer weiß Rat?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Hallo,

danke für die Antworten von einigen Leuten!

Trotz des Bemühens um Höflichkeit muss ich sagen, dass ich einige Antworten menschenverachtend finde!

Schätzt euch glücklich, wenn ihr keine psychische Erkrankung habt mit dem Auf und Ab, mal Verbesserungen und wieder Rückfällen. Dass ich in der Jugend schon mit Therapie begonnen habe, steht im Gutachten. Dann folgten viele Therapien und Kliniksaufenthalte,die zweitweilig Besserung brachten, doch leider immer wieder gefolgt von Rückfällen. Drei davon stehen nur drei im Gutachten, da ich die folgenden selbst zahlte.

Habt ihr mal in psychologischen Fachzeitschriften gelesen, wieviel Erfolg im Durchschnitt Psychotherapien bringen? Habt ihr überhaupt schonmal eine psychologische Fachzeitschrift gelesen, diejenigen von euch, die ihr so vorschnell eine Bewertung über einen Menschen abgebt? In den 80-ern wurde Psychotherapie noch als das Allheilmittel non plus ultra deklariert. Mittlerweile ist aus Studien bekannt, dass etwa ein Drittel der Patienten auf Psychotherapie gar nicht anspricht.

Dann scheinen manche den Satz nicht kapiert zu haben:

"kostenlose und umfassende anwaltliche Vertretung, die den eigenen Wünschen entspricht,"

Das ist eine Unterstellung vom Gericht, die völlig haltlos ist!

So, nun wieder zu mir.

Zur psychischen Symptomatik habe ich eine Krebserkrankung, einen Brusttumor, der auf  Alternativmethoden so gut anspricht, dass der Tumor sich langsam, aber stetig zurückentwickelt. Der Rückbildungsprozess zieht sich wiederum Jahre hin.

Weshalb ich ihn nicht gleich erwähnte? Wegen der Alternativbehandlung.

Ich erlebe es leider immer wieder und habe es auch schon in Foren erlebt, dass ich angefeindet werde, weil ich mich nicht habe operieren lassen.

Vielleicht ist es auch bei manchen einfach Neid, nach dem Motto, meine beste Freundin hat sich die Seele aus dem Leib gekotzt bei der Chemotherapie und die hier lässt sich nicht mal operieren.

@berndkleve: Danke für deine ausführliche Antwort!

[quote]Das funktioniert regelmäßig so nicht. Eilantrag stellen, wegen Mietschwierigkeiten.[/quote]

Es hat aber so funktioniert. Eine Dame vom Gesundheitsamt stellte für mich den Antrag und er ging sofort durch. Siehe erster Post:

[quote]Der Beschluss fiel sehr rasch, nach zwei Wochen.[/quote]

Was ich nicht kapiere bzw. hast du eine Erklärung dafür:

Beim ersten Mal wurden zwei ärztliche Atteste beigelegt und es wurde kein Gutachten vom Gericht verlangt. Nach dem Antrag auf Betreuerwechsel wurde auf einmal ein Gutachten gefordert. Das, obwohl ich selbst auf die Idee kam, das Gutachten von der Rentenversicherung beizulegen.

Hast du eine Idee, wieso?

Frage 2: Hat es nicht auch Relevanz, wenn der Richter vom Betreuungsgericht einen anhört? Die haben doch auch Menschenerfahrung, sollte man meinen.

Zitat aus dem Gerichtsbeschluss:

"Die Notwendigkeit der vorläufigen Betreuerbestellung wird durch die Anhörung der Betroffenen und den unmittelbaren Eindruck des Gerichts, den es sich in der üblichen Umgebung der Betroffenen verschafft hat, bestätigt.

Es besteht ein dringendes Bedürfnis für den Erlass dieser einstweiligen Anordnung."

Viele Grüße, Solarstern

Das funktioniert regelmäßig so nicht. Eilantrag stellen, wegen Mietschwierigkeiten. In der Regel braucht man längere, schwere Erkrankungen; und nicht wegen einer bestimmten Sache. Sonst entsteht der Eindruck, dass man sich nur vor gewissen Rechtskosten bzw. Rechtsrisiken drücken möchte.

Ausserdem hätte ich mir auf keinen Fall einen RA als Betreuer bestellen lassen.

Eine Betreuung bekommt man nicht so einfach, weil diese kostet schliesslich Geld: Auf der anderen Seite kann man gerade bei psychischen Erkrankungen x-beliebiges in die Berichte reinschreiben. Wer kann das schon genau  überprüfen ? Ärzte und Kliniken sollen doch auch regelmäßig solche psychischen Erkrankungen aufbauschen, wenn sie selber dadurch besser abrechnen und verdienen können.

Wenn Ärzte oder Kliniken eine solche Betreuung befürworten, dann setzt meistens auch voraus, dass sie selber eine ökonomisches Interesse dabei haben. Beispiel: Ein Psychiater kann den Patienten regelmäßig gut abrechnen, wenn dieser einmal im quartal kurz dort hingeht: Im Gegenzug ist der Psychiater auch regelmäßig bereit, etwas für den Patienten zu tun, um diesen zu behalten. Ähnliches bei den grossen psychiatrischen Kliniken.

Dieses  Gutachten, dass man nur unter drei Stunden arbeiten kann, hat in dem Zusammenhang keine rechtliche Relevanz. Man braucht ein psychiatrisches Gutachten, dass eine Betreuung eingeleitet wird. Das Amtsgericht kann das anzweifeln; dann muss ein zweites Gutachten eingeholt werden.

Andere Möglichkeit: man geht in eine grössere Klinik oder fängt in einer Behindertenwerkstatt an. Dann hat man auch eine gewisse Lobby, die dann das Entsprechende einleitet. Aber jetzt alleine mal eben zum Arzt zu gehen, und eine Betreuung genehmigt zu bekommen, das ist schon sehr schwierig.

Ich zitiere aus dem Gutachten: "Bei der Versicherten bestehen seit der Adoleszenz überwiegend mittelgradig bis schwer ausgeprägte depressive Symptome, sie habe sich bereits als Jugendliche Psychotherapien unterzogen, in der Folgezeit bis etwa 1996/1997 ambulante psychotherapeutische Behandlungen sowie stationär-psychiatrische psychotherapeutische Behandlungen und in der Folgezeit bis etwa 2006 ambulante psychiatrische Behandlung. Keine dieser Maßnahmen habe jemals die Symptomatik bessern können, sodass sie inzwischen keine fachärztliche Behandlung mehr in Anspruch nehme, sondern lediglich eine ambulante medikamentöse Behandlung mit 30 mg Citalopram täglich.

Es bestünden fortbestehende depressive Symptome mit Antriebsdefiziten, Konzentrationsstörungen, einen der Vitalgefühle, Rückzugstendenzen und Kappung sozialer Kontakte. Daneben bestehen Wirbelsäulenbeschwerden sowie Kreislaufbeschwerden und Kopfschmerzen."

Dann zog ich um in eine andere Stadt, das Betreuungsgericht wechselte somit. Nach einem Monat forderte das Betreuungsgericht zu meiner Überraschung eine weitere psychiatrische Begutachtung.

Der Psychiater reagierte nicht. Nach zwei Wochen rief ich an und erhielt einen Termin nach nochmal zwei Wochen.

Im Termin machte der Psychiater mich zur Sau, dass es abenteuerlich war. Er warf mir vor, dass ich keine Therapie mehr machen würde. Sein Ergebnis wusste er vorher schon, als ich den Raum betrat, dass ich sehr wohl in der Lage sei, meine Rechtsangelegenheiten selbst zu regeln. Ich kam nicht gegen ihn an, zumal es sehr heiß war, wodurch ich schlapp war.

Das ist einen Monat her, beim Betreuungsgericht geht niemans ans Telefon. So rief ich vorgestern den Psychiater an. Wie befürchtet hat er dem Gericht geschrieben, er halte mich für fähig, meine rechtlichen Angelegenheiten allein zu regeln - in einem 17-seitigen Gutachten!

Ich sagte ihm vorsichtig, dass ich mich von ihm überrollt gefühlt habe. Daraufhin brüllte er mich an, dass ich fassungslos war.

Wenigstens hat die Dame vom Gesundheitsamt die Betreuung weiter empfohlen. Ich fürchte aber, dass der Psychiater mich hereingeritten hat. Das Betreuungsgericht hat geschrieben, es werde entscheiden, sobald das Gutachten vorliegt.

Wer weiß Rat?

Viele Grüße, Solarstern

Was möchtest Du wissen?