Aufgeklärte Personen in Emilia Galotti?

2 Antworten

Ich hatte meine traumatischen Erinnerungen an dieses Drama verdrängt! Danke dass du sie wieder hochgebracht hast...

Tut mir Leid..

Kannst du mir denn irgendwie helfen?

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@peace2301

Ist lange her. Was ist mit diesem Intriganten, Marinelli oder so ähnlich.

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Die Tugend ist eines der hohen, idealen Prinzipien im Zeitalter der Aufklärung. Sie folgt aus dem „aufklärerischen“ kategorischen Imperativ Kants. Insofern ist die Tat des Odoardo Galotti sozusagen als konsequent „tugendhaftes“ aufklärerisches Handeln zu verstehen. Als tugendhafter Mensch wollte er unter allen Umständen verhindern, dass seine Tochter von Hettore Gonzaga zur Mätresse erniedrigt wird. Andererseits steht dem Handeln des Odoardo aber der zweite Grundsatz Kants entgegen: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ Siehe hierzu folgenden Kommentar aus Wkipedia (zu „Emilia Galotti“): Lessing beschreibt den Konflikt zwischen Adel und Bürgertum. Er kritisiert sowohl die absolutistische Willkür (Hettores) als auch die engen bürgerlichen Moralvorstellungen (Odoardos). Die Selbstständigkeit des Kindes wird unterdrückt und tritt hinter den Zwang zur unbedingten Pflichterfüllung zurück. Lessing kritisiert damit, ganz im Sinne von Kant (sapere aude), die Unmündigkeit des Bürgertums: Emilia ist nicht in der Lage, eine unabhängige, möglicherweise lebensrettende Entscheidung zu treffen, da ihre streng christliche Erziehung sie nicht dazu befähigt. Von jeher gewohnt, behütet und umsorgt zu werden, kann Emilia keinen eigenen Willen entwickeln und wird zum Spielball des Prinzen bzw. der Eltern. Lessing verdeutlicht an der Figur des Vaters, wie sehr sich das Bürgertum des 18. Jahrhunderts im Umbruch befand. Odoardo zeigt bereits Ansätze eines „neuen“ rationalen Denkens, entscheidet sich letztlich mit dem Mord an seiner Tochter jedoch für den Bestand seiner Familienehre und fällt damit in „altes“ vor-aufklärerisches Denken und Handeln zurück. – Aus diesen Ausführungen ergibt sich: In „Emilia Galotti“ gibt es keine echte Figur im Sinne der Aufklärung. Nur der Vater Odoardo zeigt gewisse Ansätze eines neuen rationalen Denkens (s.o.)

Gräfin Orsina zeigt auch Merkmale der Aufklärung !:)

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