Aufgabenstellung Geschichte _: Frankreich und Napoleon, kann mir jemand die Fragen bzw

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5 Antworten

1) Welche Möglichkeiten enthiellt die Konsulatsverfassung für das Volk, die Politik im Staat zu bestimmen, zu beeinflussen und mitzuwirken?

Dabei ist vor allem daran gedacht, ob es Wahlen durch das Volk gibt, über welche Frage es abstimmen konnte, bei welchen Verfassungseinrichtungen das Volk direkt oder indirekt Vertreter wählen konnte und welche Befugnisse diese Verfassungseinrichtungen hatten. Dies kann nach verschiedenen Staatsgewalten unterteilt (Legislative [gesetzgebende Gewalt], Exekutive [ausführende/Vollziehende Gewalt] und Judikative (rechtsprechende Gewalt] untersucht werden.

Am 10. November 1799 hat Napoleon durch einen Staatsstreich das Parlament entmachtet.

Durch die Konsulatsverfassung wurden ein Verfassungsrat/Senat („Sénat conservateur“) und eine Art Parlament aus zwei Kammern, dem Tribunat und der gesetzgebenden Körperschaft („Corps législatif“), eingerichtet (am 1. Januar 1800 begann ihre Tätigkeit). Tribunat (100 Mitglieder, nach einer am 5. August 1802 in Kraft getretenen Verfassungsänderung nur noch 50) und gesetzgebende Körperschaft wurden vom Volk aus einer Liste von Wahlmännern (in mehrstufiger Wahl gewählt, bei der das allgemeine Wahlrecht nur ein Vorschlagsrecht mit der Möglichkeit war, eine lokale Liste von Männern mit einem Mindesteinkommen bzw. der entsprechenden Steuerleistung – den Notabeln - aufzustellen) vom Senat gewählt.

Das Volk konnte die ohne seine Mitwirkung neu geschaffene Verfassung durch ein Plebiszit gutheißen. Napoleon war nach der Verfassung schon für 10 Jahre Erster Konsul. Es gab nur indirekte Wahlen, wobei ein allgemeines Wahlrecht nicht formal abgeschafft wurde, aber in seiner Bedeutung ausgehöhlt. Das Volk spielte eine sehr geringe Rolle. Das Parlament hatte kaum machtpolitische Bedeutung. Seine Existenz verhüllte das praktische Verschwinden von Volkssouveränität.

Johannes Willms, Napoleon : eine Biographie. München : Beck, 2005, 237 – 238:

„Angesichts der unbeschränkten Machtfülle der Exekutive war die Legislative ein gut dotierter Herrenklub, dessen Mitglieder nur sich selbst repräsentierten. Es war allein Bonaparte, der die Gesetze, die meist im Conseil d'État ausgearbeitet und von den hundert Mitgliedern des Tribunats den dreihundert »stummen« Mitgliedern des Corps législatif abgenickt wurden, nach eigenem Gusto anwandte. Mit anderen Worten: der gesamte Verfassungstext enthielt nur eine valide, unabänderliche Bestimmung, in einem Wort, einem Namen ausgedrückt: Bonaparte. So und nicht anders sah er sich selbst, als er den Mitgliedern der Legislative einmal mit unverhüllter Verachtung bescheinigte: »Ich allein bin der einzige Repräsentant des Volkes.« Die offiziellen Repräsentativorgane hatten lediglich eine Fassadenfunktion, die das Verschwinden einer der wichtigsten Errungenschaften der Revolution, die Souveränität des Volkes, das seinen Willen in Wahlen artikulieren konnte, zu kaschieren hatte.“

2) Welchen Idealen der Französischen Revolution war Napoleon verbunden und in welchem Ausmaß?

Ein erster Schritt ist, Ideale zusammenzustellen. Die Parole Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (liberté, égalité, fraternité) enthält wesentliche Ideale. Menschen- und Bürgerrechte, der Gedanke einer Volkssouveränität, eine Verfassung mit Gewaltenteilung, eine Nation mit Repräsentanten (Volksvertretung) sind weitere wichtige Gesichtspunkte.

Politische Freiheit hat Napoleon Bonaparte weitgehend abgeschafft. Gleichheit vor dem Gesetz gab es.

3) Die Frage selbst ist gut verständlich. Erwartet wird eine begründete Stellungnahme zu den gegensätzlichen Urteilen, Napoleon habe die Französische Revolution a) vollendet (vervollkommnet abgerundet, zu Ende geführt/weiterführend zu einem Ende gebracht) bzw. b) zerstört (beseitigt, zugrunde gerichtet).

Am besten ist eine Erörterung mit Pro und Kontra (Argumente für und gegen die beiden Aussagen). Die Ergebnisse bei der ersten und zweiten Frage enthalten schon eine Anzahl möglicher Begründungen. Ich selbst bevorzuge eine Sichtweise, nach der er weder das eine noch das andere ausschließlich und ganz und gar war, sondern beide Aussagen in einem gewissen Ausmaß, also mit Einschränkung möglich sind. Bei der Frage bleibt aber auf jeden Fall Spielraum für eine persönliche Meinung. Einige Denkanstöße:

Zur Veröffentlichung der neuen Konsulatsverfassung, die in einer Volksabstimmung bestätigt werden sollte, haben die Konsuln im Dezember 1799 eine Proklamation erlassen:

„La Constitution est fondeé sur les vrais principes du Gouvernement représentatif, sur les droits sacrés de la propriété, de l'égalité, de la liberté. Les pouvoirs qu'elle institue seronts forts et stable, tels qu'il doivents, être pour garantir les droits des citoyens et les intérêts de l'Etat. Citoyens, la Revolution est fixée aux principes qui l'ont commencée: elle est finie.”

„Die Verfassung beruht auf den wahren Prinzipien der repräsentativen Regierung und auf den geheiligten Rechten des Eigentums, der Gleichheit und der Freiheit. Die von ihr eingesetzten Gewalten werden stark und beständig sein, wie sie sein müssen, um die Bürgerrechte und die Staatsinteressen zu garantieren. Bürger, die Revolution ist auf die Prinzipien, die an ihrem Anfang standen, festgesetzt: sie ist beendet."

Napoleon nimmt für sich in Anspruch, Errungenschaften der Revolution zu befestigen und zu sichern, andererseits erklärt er sie für beendet und damit abgeschlossen. Er möchte ein Einverständnis der Anhänger der Revolution, denen einige am Anfang stehende Grundsätze wichtig sind und die inzwischen eingetretene Eigentumsverhältnisse bewahrt sehen möchten. Anderseits greift er Wünsche nach einer Stabilisierung (sowohl gegenüber radikalen Revolutionären als auch royalistischer Gegenrevolution) und ein Ende von Wirren und revolutionären Exzessen auf. Das Beenden kann auch als ein Stoppen revolutionärer Dynamik, wie sie vor allem 1793 - 1794 auftrat, verstanden werden.

Tatsächlich hat Napoleon sich nur zum Teil an die genannten Grundsätze gehalten (das bürgerliche Gesetzbuch – Code civil - hat z. b. etwas davon in das Recht aufgenommen). Er hat eine Alleinherrschaft ausgeübt (1804 krönte er sich selbst zum Kaiser) und politische Freiheitsrechte abgebaut.

Gesellschaftlich wurde denen, die bei der Revolution Gewinne erzielt hatten, ihr Besitz gesichert, die Unterschichten dagegen weitgehend ausgegrenzt.

Persönlich Tüchtigkeit bot etwas mehr Aufstiegschancen als im absolutistischen Ständestaat, vor allem in der Armee.

Napoleon hat von Revolution die Koalitionskriege geerbt und sie mit eigenen machtpolitischen Zielen geführt (Eroberungs- und Vorherschaftsabsichten).

Ich war schon versucht, aber ich wusste, dass ich Dein Thema, lieber Albrecht. Da wollte ich mich nicht blamieren...;-)

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@Nietzsche81

Hey, vielen Dank! Du hast hier dir echt wirklich viel Mühe gegeben! Auch wenn ich nicht alles verlangt habe, hast du mir schon weitergeholfen und für die ganze Tipparbeit kriegste nen' Stern ;)

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Albrecht: Sehr gute Antwort! Nur schade, dass du damit die Faulheit und Bequemlichkeit von Beautyfullx unterstützt hast. Das ist keine wirkliche Hilfe, sondern du hast ihr nur geholfen, weiter in die Abhängigkeit von anderen Leuten zu geraten, anstatt dass sie lernt, das eigene Köpfchen zum logischen Denken zu benutzen.

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Napoleon machte die Französische Revolution zum Exportschlager. Leider ist er bei Waterloo gescheitert. Deshalb konnte er z.B. das revolutionäre metrische Maßsystem (Ratio!) aus der Jakobinerzeit nicht nach England exportieren. Als Folge haben heute auch die USA so chaotische Normen (z.B. Meilen, Inches), mit denen sie jetzt weltweit industrielle Standards setzen. Da haben wir den Salat!

Wenn du nicht verstanden hast, was deine Lehrerin meint, dann solltest du zunächst deine Lehrerin um Erläuterungen bitten. Ihr habt das Thema doch sicher in der Schule vorher durchgesprochen?! Die Lehrerin hat euch diese Aufgabe doch nicht einfach aus dem Zusammenhang gerissen gestellt, ohne dass ihr im Geschichtesunterricht bereits darüber gesprochen habt. Und ansonsten solltest du deine Schulaufgaben selbst machen. GF ist keine Hausaufgabennachhilfe.

  1. ist ne meinungsstandartfrage, da würd ich einfach ne pro contradiskussion starten und der lehrer sucht sich was ihm gefällt

Also bei frage 3 würde ich sagen das napoleon Vollender der Revolution ist :)

^^ ich kann auch das ich König von bagdad bin ;)

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