Aufgaben einer Hausverwaltung in Ö - Bedeutung des Gesetzestextes

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1 Antwort

§ 20 bedeutet lediglich, dass die Wohnungseigentümergemeinschaft Beschlüsse fassen kann, welche der Verwalter umzusetzen hat, bzw. zu befolgen hat.

Der Hausverwalter ist nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet dem Mieter, welcher gegen die Hausordnung verstößt abzumahnen und Ersatzvornahme anzukündigen. Ersatzvornahme bedeutet, dass der Verwalter eine angemessene Frist setzt, die Verunreinigung durch den Mieter zu beseitigen und androht, dass bei Fristversäumnis durch den Mieter, er einen gewerblichen Dienst mit der Beseitigung beauftragt und ihm (dem Mieter) die Kosten in Rechnung stellt.

Darüber hinaus ist er verpflichtet, bei sich wiederholenden Verstößen, durch einen Mieter, weitere Konsequenzen der Wohnungseigentümerversammlung vorzuschlagen. Dies können z. B. Unterlassungsklage oder in schwerwiegenden Fällen auch die Aufforderung an den Wohnungseigentümer sein, dass Mietverhältnis zu beenden. Diese Entscheidung trifft aber nicht der Verwalter, sondern die Wohnungseigentümer.

Es kommt also darauf an, ob es sich um die laufende Verwaltung handelt, wo der Verwalter weitestgehend selbst entscheiden kann und sich gegenüber den Wohnungseigentümern auch verantworten muss, oder ob es sich um außergewöhnliche, meißt kostenintensive Vorgänge handelt, wo die Kompetenz der Verwaltung durch Gesetz nicht mehr ausreicht, sondern es einer Weisung (Beschluss) durch die Wohnungseigentümer bedarf. Das Schwierige daran ist es, dass diese Grenzen nicht immer klar gezogen werden können. Daher kann ich einer Verwaltung nur empfehlen, bei den leisesten Zweifel, umgehend die Wohnungseigentümer zu unterrichten und um Weisung (sprich also Beschluss) zu bitten.

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Kommentar von martha3112
31.03.2012, 19:39

Danke für Deine ausführliche Antwort!

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