Aufgaben des Dominanten und der Unterwürfigen? (BDSM)

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich kann Psychotrop nur zustimmen: 50 Shades of Grey (50SoG) zeichnet ein völlig verzerrtes Bild von BDSM, das sogar gefährlich sein kann, wenn man meint, diie Geschichte zur Grundlage für die eigene Beziehung zu nutzen.

Das Klischee "Sadisten sind Softies mit schwerem Kindheitstrauma" ist einfach Unsinn. Damit wird BDSM als Folge einer psychischen Störung dargestellt und dieses falsche Bild verunsichert womöglich Personen, die diese Neigungen gerade erst bei sich entdeckt haben.

Zur eigentlichen Frage:

"BDSM" ist ein sehr breites Feld. Manche Personen leben BDSM einfach als eine Art "Schlafzimmer-SM" bereichern also ihr konventionelles Sexleben durch sadomasochistische Elemente - haben aber mit Konzepten wie dauerhafter Unterwerfung nichts am Hut.

Andere Personen richten ihren gesamten Lebensstil an Konzepten wie Dominanz und Unterwerfung aus, legen Wert auf Symbole wie Halsbänder und stellen strenge Regeln auf.

Wieder andere beschränken sich zB ausschließlich auf Bondage/Fesselung.

Was ist jetzt "echtes" BDSM? Schlafzimmer-SM? Spielbeziehungen? ein Lebensstil? All das und noch mehr. BDSM ist, was man selbst draus macht.

Was ist kein BDSM? Ständige erzwungene Überwachung ohne Privatsphäre, Stalking, Gewalt gegen den Willen der Beteiligten, sexueller Missbrauch...

Kurz gesagt: Auch wenn es ein "Machtgefälle" gibt - BDSM ist keine Einbahnstraße, sondern bedarf viel Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen von allen Beteiligten.

Ein "Nein" bleibt ein "Nein" und Grenzen müssen respektiert werden. Sonst sind es kein "Bondage" und "Spanking", sondern klare Straftaten, nämlich Freiheitsberaubung und Körperverletzung

Soweit ich informiert bin gehören auch Vorführen und "Ausleihen" in diese Szene. Dann baut die Beziehung doch nicht auf Liebe und Hinneigung auf. Klingt für mich sehr nach "Zuhälter".. Und welcher Zuhälter empfindet schon was für die Frauen, die für ihn arbeiten? Ist das dann nicht ein Widerspruch: Liebe und einige extremere Bereiche des BDSM?

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@minticious

****> Soweit ich informiert bin gehören auch Vorführen und "Ausleihen" in diese Szene. Dann baut die Beziehung doch nicht auf Liebe und Hinneigung auf.>

Die "verliehene" Person macht dies freiwillig, denn alles andere wäre ja eine Straftat, wie etwa Freiheitsberaubung, Menschenhandel oder Zwangsprostitution. Zudem hat sie dadurch zum Teil auch Lustgewinn.

http://de.wikipedia.org/wiki/Cuckold

Tatsächlich gibt es aber auch Formen des BDSM die innerhalb der Community umstritten sind und als "edgeplay" angesehen werden, also Praktiken, die aufgrund geringer Sicherheit als grenzwertig gelten.

Hier gibt es dann auch den Unterschied zwischen den Konzepten SSC - alles muss so sicher, mit gesundem Menschenverstand und einvernehmlich wie möglich gemacht werden und RACK - einvernehmlich risikobewusstes Vorgehen.

In einer gesunden Beziehung gehören meiner Ansicht nach Einvernehmlichkeit und die Respektierung von Grenzen zu den wichtigsten Faktoren. Ein zuvor festgelegtes "Nein" bleibt auch ein "Nein".

Der dominante Nutzt also zB nicht die Wehrlosigkeit einer gefesselten Person aus, um Handlungen durchzuführen, die zuvor als "No-go" vereinbart wurden.

Wenn also "Verleihung" stattfindet, dann geschieht dies nicht aus völliger Hörigkeit und Willenlosigkeit, sondern aus Vertrauen und Zustimmung.

Das es einige Individuen gibt, die "BDSM" als Alibi für manipulatives Verhalten, pathologischen Kontrollzwang, Stalking und häusliche Gewalt nutzen, ist leider wahr - und auch, dass sie fügsame Opfer finden.

Das ist aber nicht die Regel und einmal bekannt gewordene "Psychopathen" werden aus der Szene ausgeschlossen. Ansonsten gilt: Erlaubt ist, was gefällt.

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@Enzylexikon

Ich bin fasziniert von deinen Antworten! Hilft sehr gut, auch wenn das ein sehr subjektives Thema ist! Danke :)

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@minticious

Vielen Dank für das Kompliment. Ich helfe gerne, wenn ich kann.

Natürlich ist BDSM sehr individuell, das ist ja bei den "Stinknormalen" (Stinos), mit ihren allgemein akzeptierten Formen des Sexuallebens, auch nicht anders. Der eine mags so, der andere so. ;-)

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@Enzylexikon

Da du so scheinst, als hast du viel Ahnung von dem, wovon du redest, stelle ich noch eine genauere Frage: Mal angenommen, sie praktizierte bisher eher "normalen" Sex, hatte Beziehungen.. auf Liebe aufbauend. Nun steht der neue Partner vor allem auf Ausleihen. Doch das grenzt ja an Nymphomanie, wie ich finde (Sie müsste doch auch auf einen SEHR häufigen Partnerwechsel stehen, was aber nicht allzu oft der Fall ist, vorallem in einer Beziehung). Also könnten eine "normale" und einer der BDSM praktiziert schwer auf einen Nenner kommen? In so einem Fall.. Was soll denn als Kompromiss gelten?

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@minticious

Da nennst du einen Punkt, der bei vielen Beziehungen zwischen Stinos/Vanillas und BDSMlern ein Problem werden kann.

Niemand sollte sich emotional verbiegen müssen, um eine glückliche Partnerschaft führen zu können.

Ich habe persönlich ein Paar kennen gelernt, bei der Sie auf Bondage und leichte Schläge stand und er dagegen überhaupt nichts damit anfangen konnte.

Sie gingen meiner Meinung nach vorbildlich damit um, indem sie offen über ihre Bedürfnisse, Wünsche und auch Ängste sprachen.

Als Ergebnis kam es dazu, dass sie sich von anderen Männern fesseln und schlagen lassen durfte - Geschlechtsverkehr mit anderen Männern war dagegen tabu.

Beide konnten damit offenbar gut leben und führten anscheinend eine glückliche Beziehung.

Vielleicht würde im Fall des Bedürfnisses, mit vielen Männern Sex zu haben, oder aber an einen anderen dominanten Herrn ausgeliehen werden zu wollen (was ausdrücklich nichts mit Sex zu tun haben muss) eine ähnliche Einigung treffen.

Ich rede niemandem in die Beziehung rein, sondern kann lediglich meine Kenntnisse und Erfahrungen weitergeben. Was derjenige daraus macht, ist eine andere Sache.

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Vielen Dank für den Stern. :-)

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Zuerst ein kleiner Hinweiß zum Thema 50SoG. Dieses Buch ist NICHT was BDSM ist. Das Verhalten des Protagonisten zeigt eher klassische Merkmale einer Abhängigkeitsbeziehung. Stalking, emotionaler Missbrauch und Kontrollzwang sind nur ein paar Beispiele. Am schlimmsten finde ich jedoch, dass dem Charakter eine psychische Störung, also eine Krankheit als Basis für seine Neigungen von der Autorin mitgegeben wurde. BDSM IST KEINE KRANKHEIT! Ja das Buch ist Romantisch und Sexy, aber gerade das macht es gefährlich, denn viele Frauen lesen es und stellen sich vor SO müsse BDSM sein. Im besten Fall ernten sie ein paar Lacher, im schlechtesten geraten sie an jemanden, der sie kaputt macht.

So, das war etwas mehr als ich ursprünglich vor hatte. Nun zu Deiner Hauptfrage:

Es gibt keine Standards oder feststehende Definitionen. BDSM ist ein weites Feld und jeder muss seinen eigenen Stil finden. Manchmal weißt Du genau was Du suchst und manchmal entdeckst Du ganz neue Seiten an Dir selbst. Solange sich das was Du machst gut und richtig anfühlt, ist alles in Ordnung.

Ich empfehle Dir mal Kontakt zur Szene auf zu nehmen. Es gibt nahezu überall in Deutschland Stammtische wo sich gleichgesinnte treffen. Da kannst Du nicht nur sehen, dass das "ganz normale Leute" sind, sondern auch ungezwungen Plaudern und Deine Fragen los werden. Auf www.sklavenzentrale.com findest Du eine Liste mit praktisch allen Stammtischen im deutschsprachigen Raum.

Du hast Dir vielleicht klarere oder plastischere Antworten gewünscht, aber dafür müssten die Antwortenden erst einmal mehr über Dich wissen. "BDSM" ist wie "Sex" nur eine grobe Kategorie von vielen Verschiedenen Dingen, die Menschen miteinander tun können. Es kommt ganz auf den Einzelnen, bzw. die Paarbildung an.

Ich wünsche Dir alles Gute auf Deiner Suche

Thomas

Habe ich auch gehört.. Das 50 Shades of Grey nicht wirklich dem wahren BDSM entspricht. War mir jedoch nicht sicher. Nun aber schon :D Danke. Und ich dachte, die Aufgabe der devoten oder dominanten Person kann schon etwas verallgemeinernd beschrieben werden. Wie z.B., dass der devote Part immer sexuell bereit sein soll.. Und wie man das am besten umsetzen könnte und zeigt, dass man es auch gerne so will. Suche im Grunde Tipps! :)

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@minticious
Und ich dachte, die Aufgabe der devoten oder dominanten Person kann schon etwas verallgemeinernd beschrieben werden.

Diese "Aufgaben" werden anhand gemeinsamer Neigungen und Interessen zusammen entdeckt und festgelegt. Manche Personen nutzen tatsächlich Fragebögen zu, um Interessen, Schwerpunkte und Neigungen auszuloten.

Deshalb gibt es auch keine "Standardaufgaben" eines submissiven Partner, sondern werden, genau wie in einer gesellschaftlich akzeptierten Beziehungsform, ganz individuell festgelegt.

Die Regeln können also sowohl lauten

"Warte täglich nackt kniend an der Tür mit den Hausschlappen im Mund auf meine Rückkehr"

als auch viel ziviler:

"Wenn ich nach Hause komme, will ich einfach nur meinen Tee mit Milch und Zucker haben"

Jeder wie er mag. ;-)

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war BDSM nicht Bondage and Sadumasu?

Wie exakt das abläuft muss dir jemand erklären der sich da wirklich auskennt, aber im prinzip ist es die aufgabe des Unterwürfigen sich leiten zu lassen und die aufgabe des Dominierenden naja, zu dominieren, jedoch gleichzeitig aufpassen, dass keine vorher abgesprochene Grenze überschritten wird und dass alles möglichst reibungslos verläuft.

MfG

Es heißt sadomaso ^^

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@PrinzvonGe

Am liebsten würde ich sagen ich habe mich vertippt, hatte ich aber nicht ):

Aber klar, du hast Recht, danke für die Verbesserung^^

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LG,

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