Aufgabe Rechnungsprüfer in Eigentümergemeinschaft?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Es genügt eine einfache, stichprobenartige Belegprüfung.

In § 29 Abs. 3 wird vom Verwaltungsbeirat verlangt, dass dieser die Abrechnung über den Wirtschaftsplan, Rechnungslegungen und Kostenanschläge prüfen und diese mit einer Stellungnahme versehen soll. Es genügt die Geldbestände zu Beginn und am Ende des Wirtschaftsjahres zu prüfen und stichprobenartig, ob die Gelder (Einnahmen wie Ausgaben) tatsächlich geflossen sind. Mehr ist nicht erforderlich.

Da der Verwaltungsbeirat kein Organ der WEG ist und daher dieses Amt auch nicht zwingend vorgeschrieben ist, sind die Anforderungen an ihn, sowie an seine Aufgaben sehr gering.

Zwar gibt es vereinzelte Rechtsmeinungen, die die Anforderungen bis fast hin zur Wirtschaftsprüfung (z. B. Drasdo) fordern oder andere, die zumindest eine Buchhaltärische oder spezialisierte kaufmännische Vorbildung verlangen (z. B. Hauff), jedoch handelt es sich dabei um eine Mindermeinung und ist weder durch die herrschende Rechtsmeinung, noch durch die Rechtssprechung nicht gedeckt.

Eine Jahresabrechnung kann im übrigen auch dann beschlossen werden, wenn der Verwaltungsbeirat nicht in der Lage, oder nicht Willens ist, eine Rechnungsprüfung durchzuführen. Daher würde ich dem Verwalter empfehlen hier etwas Dampf zu machen, weil er für die Verzögerung haftet.

  1. ja, dass zählt grundsätzlich auch zu den Aufgaben
  2. nein, der Rechnungsprüfer ist nicht zu genau.

Die Hausverwaltung muss dem Rechnungsprüfer Einsicht in sämtliche genannten Unterlagen gewähren. Es handelt sich um Unterlagen, die der WEG gehören. Der Rechnungsprüfer darf die Prüfung allerdings nicht durch "Terminschikane o. ä." vereiteln etc.

WEG-Abrechnungen (für kleine WEGs) sind, wenn sie ordentlich gemacht sind, eigentlich sehr überschaubar und haben keine so aufwändigen (oder umfangreichen) Buchführungsunterlagen. Ein Verwalter wird nicht "Rechnungen zur Verfügung stellen", sondern alle (!) Rechnungen auf Nachfrage sofort zeigen können.

Für die Überprüfung eine ordentlichen WEG Abrechnung sind nötig: -Kostenübersicht, geordnet nach Sachpositionen mit sämtlichen Einzelbuchungen der Ausgaben; Kontoauszüge über die Kontobestände zum Jahreanfang und Jahresende; Zusammenstellung der Wohngeldeinzahlungen mit Ausweis von Fehlbeträgen ("Saldenliste"). Diese Listen werden von normalen Wohnungswirtschaftlichen Programmen auf Knopfdruck ausgeworfen und umfassen bei einer kleinen WEG bestenfalls 10 Seiten; desweiteren bestenfalls Kontoauszüge für zwei Konten (Girokonto sowie Rücklagenkonto) sowie der "Bankordner", in dem sämtliche Buchungen ordentlich belegt sind (mit Rechnungen), im Normalfall ein Aktenordner. Wenn der REchnungsprüfer die vorstehenden Listen hat, kann in der Regel schon vorab das meiste "abgehakt" werden. Dann kann in einem zweiten Schritt eine Belegprüfung an Hand des Bankordners auf Ordnungsmäßigkeit der Ausgaben erfolgen. Dazu kommt dann noch, dass ein große Anteil von Zahlungen Abschlagzahlungen/Vorauszahlungen auf Jahresrechnungen sind (z.B. Energieversorger, Straßenkehrgebühren, Müllabfuhr, Wasser), so dass sich hier die Buchungspositionen wiederholen.

Wenn ein Verwalter das o.g. Zahlenwerk nicht so zur Verfügung stellen kann, dass muß er dafür schon gute Entschuldigungen haben!

Was möchtest Du wissen?