auffanggesellschaft +erfahrung(en)

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1 Antwort

hast du noch Interesse an der Beantwortung deiner Frage? Ich war selbst über einige Jahre mit dem Thema befasst.

Seehase 30.03.2012, 12:19

Hallo! Also, man muß da sehr stark differenzieren. Nach der Wende wurden in den neuen Bundesländern s.g. Qualifizierungs-oder Beschäftigungsgesellschaften gegründet. Ich will das hier nicht weiter ausführen weil es zu langatmig wäre. Aber das waren die Wegbereiter für die heutigen Transfergesellschaften. Auch schon "damals" wurde Kurzarbeitergeld gezahlt. Die erste Qualigesellschaft im Westen wurde bei der damaligen DASA gegründet. Wenn in der Branche eine Strukturkrise vorlag konnten die "überschüssigen" Beschäftigten in eine eigene Betriebsabteilung abgeschoben werden oder es konnte auch eine neue Firma nur mit dem Zweck der Qualifizierung gegründet werden. Es war in der Zeit eine sehr komplizierte Angelegenheit. Grundlage war immer eine anzeigepflichtige Massenentlassung und ein entsprechender Interessenausgleich/ Sozialplan der Betriebsparteien. Vorteil für den Arbeitgeber oder künftige Investoren: Abkauf der Kündigungsfristen und damit sofortige Freistellung aus dem Betrieb. Vorteil für den AN: Keine Arbeitslosigkeit, Möglichkeiten Betriebspraktika zur Erprobung einzugehen und mit s.g. Zweitarbeitsverhältnissen ebenfalls einen neuen Job auszuprobieren um bei Nichtgefallen problemlos in die Qualigesellschaft zurückzukehre und ich habe es erstmal nicht mit einem Amt zu tun. Die Hemmschwelle liegt da eben um einige Stufen niedriger. Die Ausgestaltung der pers. Betreuung ist da unterschiedlich. Die Geschäftsführungen der Transfergesellschaften sind natürlich auch auf den wirtschaftlichen Erfolg angewiesen und sie müssen auch Erfolge nachweisen. Es macht selbstverständich einen Unterschied ob ich 80 MA betreue oder als Fallmanager der Arge es mit viel mehr Personen zu tun habe. Es geht ja auch um das Einwerben von z.B. EU Geldern für Qualifizierungsmaßnahmen. Da muß man auch ein wenig aufpassen was angeboten wird oder was direkt auf einen zugeschnitten passt. Wichtig ist da eben das Profiling. Ich mag den Begriff nicht aber es ist nun mal so. Mir ging es nur um die Menschen die ich zu betreuen hatte und solche Sachen wie Gelder einwerben und Qualimaßnahmen konzipieren habe ich nach meinen Vorgaben fremdvergeben. Mir war es gelungen auch Beschäftigungsprojekte zu aquirieren um die Belegschaft nicht nur zu Haus herumsitzen zu lassen. Auch dafür mußte ich bei Kommunen, Arbeitgebern und der Arbeitsagentur Klinken putzen aber der Einsatz hat sich gelohnt. Ich habe unterschiedliche Laufzeiten der Kurzarbeit gehabt: Von 6-24 Monate da war eben mehr oder weniger möglich. Wenn nach der Transfergesellschaft kein neuer Arbeitsplatz ansteht dann hat man eben als Betroffener sein Arbeitslosengeld nach hinten verschoben. Wenn du Fragen hast dann schreib mir einfach. Wenn ich kann helfe ich dir gern!!

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