Auffahrunfall am Zebrastreifen

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7 Antworten

Man muss immer feststellen, wer hat was falsch gemacht, was dann zu einem Unfall geführt hat. Hier sind es drei Beteiligte.

Mal in Kurzfassung, was da vorliegen könnte:

Nach §26 I StVO haben Fahrzeuge (also auch Fahrräder) sich mit mäßiger Geschwindigkeit dem Überweg zu nähern.

Der Sicherheitsabstand muss nach §4 I StVO so groß sein, dass angehalten werden kann, auch wenn das vorausfahrende Fahrzeug plötzlich bremst. Auch der Auffahrende muss sich natürlich vorsichtig dem Überweg nähern.

Der Fußgänger ist zunächst als Benutzer des Überweges ja der zu schützende Verkehrsteilnehmer. Sollte er wie im Beispiel genannt, sich zwar ziemlich schnell dem Überweg genähert haben, ihn aber regulär benützte, sehe ich hier grundsätzlich kein Verschulden. Alkoholisierte Teilnahme am Straßenverkehr ist allerdings immer problematisch, auch als Fußgänger.

Wenn er wegläuft, steht allerdings § 142 StGB im Raum, da er sich vom Unfallort entfernte und er "nach den Umständen zum Unfall beigetragen haben kann (Absatz 5)".

Wie immer in solchen Situationen der Auffahrende, an einem Zebrastreifen muss man immer so fahren, dass man rechtzeitig halten kann um Fußgänger, betrunken oder nicht, rüberzulassen. Der nachfolgende muss die Situation ebenfalls erkennen können und genügend Abstand lassen.

Was ich noch vergessen habe:

Wenn der Fußgänger verletzt wurde, steht noch logischerweise §§ 223 I, 230 StGB im Raum. Wie das mit dem Strafantrag ("Mischantragsdelikt"), dem "öffentlichen Interesse" an Strafverfolgung usw. zusammenhängt: Bitte in Wiki nachlesen, ist recht umfangreich.

Was macht das für einen Unterschied, ob der Fußgänger betrunken ist oder nicht? Man muss immer an einem Zebrastreifen damit rechnen, das jemand kommt und anhaltebereit sein. Der Auffahrende hat schuld, aber vielleicht bekommt derjenige, der die Vollbremsung hingelegt hat auch ne Teilschuld, weil er sich nicht ordnungsgemäßig genähert hat.

Weis es jemand eventuell ganz genau? Vieles ist ja schon sehr hilfreich, trifft mich eine Teilschuld?

Der Begriff "Teilschuld" wird meines Wisssens eher für die Schadensregulierung verwendet. Die drei Beteiligten haben jeder für sich wohl nicht ganz richtig gehandelt.

Also ausnahmsweise mal die komplette Paragraphenreihe für das erste Fahrzeug, so wie das Beispiel geschildert ist UND so wie ich es sehe, die anderen Dinge habe ich unten in meiner ersten Antwort schon beschrieben:

Verkehrsordnungswidrigkeit gem. §§ 1 II, 26 I, 49 I 24b StVO, § 24 StVG, weil nicht vorsichtig genug an Überweg herangefahren, dadurch nachfolgenden Verkehr zur Bremsung gezwungen und Schaden verursacht (absolute Kurzfassung).

Von einer Verletzung des Fußgängers ist nichts im Beispiel konkret beschrieben.

Je nach Sachlage, das aber nur die Polizei bei Unfallaufnahme in die Prüfung einbezieht, auch § 315c I 2c StGB ("Gefährung des Straßenverkehrs", "7 Todsünden"). Das liegt dann vor, wenn man "grob verkehrswidrig und rücksichtslos" am Fußgängerüberweg "falsch fährt" UND dadurch Leib/Leben eines anderen gefährdet. Hierüber gibt es viele Urteile, was die Begriffsdefinitionen betrifft.

Wie die Staatsanwaltschaft das im EInzelfall sieht, kann niemand vorhersagen, der keine Akteneinsicht hat (Unfallaufnahme-Akten). Die Versicherungen neigen aber meines Wissens dazu, in solchen Fällen tatsächlich "Teilverschulden" gegenzurechnen.

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@baykater

Ja, ich meinte in meiner Antwort auch mit Teilschuld die Aufteilung des materiellen Schadens, zB. 20% Du, 80% der andere, der aufgefahren ist.. Das regeln ja meistens die Versicherungen.

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@Nanni81

Und wie ist das ganze wenn so etwas nicht auf dem Zebrastreifen sondern auf normaler Straße innerorts (50km/h) laut meinen Erkenntnissen wie ich gehört habe ist dann die andere Person Schuld also die wo auffährt kam bei uns auch schon öfter vor der Fußgänger ist geflohen und wenn es Zeugen gibt das eine Person über die Straße lief und eine Vollbremsung nicht zu vermeiden ist.

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Teilschuld würde ich sagen.

Du bist nicht langsam genug an den Zebrastreifen herangefahren, sonst müsstest Du keine Vollbremsung hinlegen.

Er hat den Sicherheitsabstand nicht eingehalten, sonst wäre er nicht hinten reingekracht.

Der Auffahrende: An einen Zebrastreifen muss man immer auf querende Fußgänger achten!

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