Aufbau einer Römischen Stadt

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Nicht alle römischen Städte der Antike waren genau gleich aufgebaut und es hat außerdem in dieser viele Jahrhunderte umfassenden Zeit Entwicklungen gegeben. Es gab einige typische Grundzüge der Architektur, aber keine völlige Einheitlichkeit. Einzelne Städte können als Beispiele untersucht werden, z. B. Rom, Ostia, Pompeii, Trier (Augusta Treverorum).

Das römische Militärlager und die Gründung von Kolonien (coloniae) gaben Anregungen und hinzu kamen Einflüsse durch das Hippodamische Schema/Hippodamische System (benannt nach Hippodamos von Milet) der Griechen.

Straßennetz

Es gab zwei Hauptachsen, eine Nord-Süd-Achse (cardo genannt) und eine Ost-West-Achse (decumanus genannt). Sie kreuzten sich im Zentrum/Mittelpunkt der Siedlung (üblicherweise das Forum). Für diese Straßenachsen gab es vier Tore. Weitere Straßen verliefen parallel zu den Hauptstraßen und rechtwinklig (orthogonal) zueinander.

Die itinera waren für Fußgänger, die actus boten nur für einen Wagen Raum, auf den viae (große Straßen) konnten zwei Wagen aneinander vorbeifahren oder sich überholen. Viele Straßen waren Gassen (vici), noch schmalere Wege (angiportu) und kleine Pfade (semitae).

Das Straßennetz bildete in einem idealtypischen Schema in seinem Grundriß eine Art Schachbrettmuster. In einer über längere Zeit geschichtlich gewachsenen Stadt oder wegen topographischer Verhältnisse (z. B. uneben und hügelig) gab es Abweichungen von so einem Schema. Ein schematischer Aufbau in Reinform ist am ehesten in aus Militärlagern oder planmäßig gegründeten Kolonien (coloniae) hervorgegangenen Städten zu finden, z. B. Lincoln, Gloucester und Turin (Colonia Iulia Augusta Taurinorum).

Häuser

Bei den Häusern ist die Einteilung in Domus (domus; Singular: domus) und Insulae (insulae; Singular: insula) richtig.

Ein Domus war ein Privathaus und Einfamilienhaus, sozial gesehen ein herrschaftliches Wohnhaus/Herrensitz (in weiter Bedeutung ist bei Domus eine Stadtvilla eingeschlossen).

Beim Haustyp hat es Entwicklungen eggen, so vom Atriumhaus zum Peristylhaus. Die Grundbedeutung von Insula ist: von vier Straßen begrenztes und bebautes Grundstück.

Es gibt in antiken Texten und modernen Darstellungen weitere Bedeutungen. Insula ist ein «Wohnhaus», ein Häuserblock, ein Wohnkomplex, eine Mietskaserne/mehrgeschossige Wohnanlage, ein Mehrfamilienhaus im Gegensatz zum Domus als Einfamilienhaus. Als Insula kann auch in Wohnungen umgewandeltes Eigentum bezeichnet werden.

Eine Insula war eine auf allen Seiten von Straßen umgebene markierte Fläche innerhalb eines rechtwinkligen Straßennetzes, in der Regek von rechteckiger oder trapezoider (trapezförmiger), selten quadratischer Form. Aber auch der Gelände-Ausschnitt eines unregelmäßigen Straßennetzes einer «gewachsenen» Stadt heißt Insula (wie z. B. in Teilen Pompeiis).

Eine Insula war dicht bebaut, in Ballungszentren wie Rom oder Ostia mit gewöhnlich mehrgeschossigen Mietshäusern, in Landstädten wie Pompeii mit höchstens zweigeschossigen, zum Teil großflächigen Stadthäusern, die zur Straße hin Läden aufwiesen, ansonsten durch hohe, fensterlose Mauern von der Außenwelt abgetrennt waren.

Es gab in den Insulae Läden und Werkstätten (tabernae; Singular, taberna), gewöhnlich im Erdgeschoß und zur Straßenseite hin. Die Handwerker und Ladenbesitzer wohnten meist in einer kleinen separaten Wohnung in einem Zwischengeschoß.

In sich abgeschlossene Wohnräume aus mehreren Wohnungen/Zimmern hießen cenacula (Singular: cenaculum; urspünglich das Speisezimmer im Obergeschoß des römischen Hauses).

Ein einfacher (kleiner) Wohnraum hieß cella (Kammer, Raum, Zelle; Plural: cellae). Zu den Wohnungen führten Treppen.

einige Informationen:

http://www.antikefan.de/themen/wohnen/haeuser.html (ab Römische Wohnhäuser)

Gebäude einer römischen Stadt in der Antike

Eine Mindestausstattung, waren Forum, Rathaus/Gebäude der Ratsversammlung, Amtsgebäude/Verwaltungsgebäude (Gebäude für die Amtsinhaber), Tempel, Säulengänge/Porticus, Thermen und Wohnhäuser aus Stein.

Es gab oft eine Basilika (konnte als Gerichtsgebäude und für den Handel dienen).

Weitere Gebäude, die es eventuell gab, waren z. B. Theater, Amphitheater, Pferderennbahn (Circus/Hippodrom).

Außen an der Stadtgrenze gab es meistens Wälle, Gräben und Mauern mit befestigten Toren.

Es gab häufig Bauwerke für die Wasserversorgung (Aquädukte/Wasserleitungen und Brunnen/Zisternen), außerdem Abwasserkanäle und öffentliche Latrinen.

Forum

Das Forum war ein freier Platz, ein ungefähr rechteckiger Hauptplatz der Stadt. Beim Forum konnte ein Comitium sein, ein Versammlungsort und dabei eine Rednerbühne (Rostra). Am Forum lagen gewöhnlich wichtige öffentliche Gebäude wie Rathaus/Gebäude der Ratsversammlung, Amtsgebäude/Verwaltungsgebäude (Gebäude für die Amtsinhaber), Tempel/Heiligtümer, auch Markthallen. In der gegen konnten sich Standbilder/Statuen und andere Denkmäler (z. B. Ehrenbögen) befinden.

Informationen gibt es auch in Büchner, z. B.:

Horst Blanck, Einführung in das Privatleben der Griechen und Römer. 2., durchgesehene und erweiterte Auflage. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1996 (Die Altertumswissenschaft), S. 33 - 50

Erika Brödner, Wohnen in der Antike. 2. Auflage. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft,1993, S. 1 - 256

Christoph Hoecker, Insula. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 5: Gru - Iug. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 1998, Spalte 1023 – 1025

Frank Kolb, Die Stadt im Altertum. Düsseldorf : Albatros, 2005, S. 141 – 260

Christiane Kunst, Leben und Wohnen in der römischen Stadt. Unter Mitarbeit von Bettina Kunst. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2006. ISBN 978-3-534-16285-7

Paul Zanker, Die römische Stadt : eine kurze Geschichte. München : Beck, 2014. ISBN 978-3-406-66248-5

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